Hombrechtikon

Nachts schlagen die Hasendiebe zu

Aus einem privaten Gehege ist ein Hase verschwunden. Das ist kein Einzelfall, wie ein Blick auf die Website der Tiermeldezentrale zeigt. Auch in Horgen werden zwei Tiere vermisst.

In der Zürichseeregion werden Hasen gestohlen – über das Motiv der Täter lässt sich nur spekulieren. (Symbolbild)

In der Zürichseeregion werden Hasen gestohlen – über das Motiv der Täter lässt sich nur spekulieren. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Noch immer ist Petra Wyss fassungslos über die Geschehnisse. Seit kurzem vermisst die Hombrechtikerin ihren «kleinen Zwergwidderhasen mit lampigen Ohren». Eines morgens fand sie nur noch ein leeres Gehege vor.

«Ein Fuchs kann es nicht gewesen sein», ist sich die Kaninchenhalterin sicher. «Dieser hätte den Hasenstall verwüstet.» Von drei Hasen nahm der Dieb nur ein Kaninchen mit. Auch hätte ein Kampf eines Raubtiers mit einem Hasen Spuren hinterlassen. «Das Gehege war am nächsten Morgen aber noch sauber.»

Wyss ist nicht die einzige Kaninchenhalterin in Hombrechtikon, die ein Tier vermisst. Ihrer Nachbarin fehlen ebenfalls zwei Kaninchen. Auch für sie sei klar, dass ein Mensch ihre Hasen gestohlen haben muss.

Ähnliche Vorfälle seit April

Über das Motiv lasse sich nur spekulieren, sagt Wyss: «Es könnten Tierschützer gewesen sein, die Diebe könnten aber auch hinter dem Fleisch der Tiere her sein.» Die Diebe würden immer in der Nacht zuschlagen, weiss sie zu berichten. Über Bekannte weiss sie von ähnlichen Fällen im Kanton Zürich. «Seit Mitte April mehren sich die Vermisstmeldungen von Hasen.»

Ein Blick auf die Website der Tiermeldezentrale bestätigt Wyss' Erzählungen. Schweizweit finden sich aktuell 35 Vermisstmeldungen von Hasen. Siebzehn davon stammen aus dem Kanton Zürich. Auch am linken Zürichseeufer haben die Diebe schon zugeschlagen. Sowohl in Horgen als auch in Samstagern vermissen Halterinnen Kaninchen.

Laut Wyss lasse sich unter den verschwundenen Hasen kein Muster erkennen: «Mein Hase eignet sich weder für eine Zucht noch für sein Fleisch.» Auch Mischlinge seien unter den gestohlenen Tieren. «Es könnte aber auch sein, dass die Kaninchen wegen ihres Fells gestohlen wurden.»

Schwerpunkt Oberland

Auch die Kantonspolizei kann sich die Vermisstfälle nicht erklären, zumal ihr bisher nur drei Fälle bekannt sind. «Alle befinden sich im Oberland», sagt Mediensprecher Fabian Frei. Auch auf der Website der Tiermeldezentrale finden sich Vermisstmeldungen aus Uster, Dürnten und Fällanden.

«Bis anhin habe ich die Falltüre des Stalls nicht abgeschlossen», sagt Wyss. «Ich habe nicht gewusst, dass meiner Nachbarin Hasen gestohlen wurden.» Bisher war sie nämlich davon ausgegangen, dass der Fuchs die grösste Gefahr für ihre Hasen sei. «Nun werde ich den Stall über Nacht verriegeln müssen.»

Erstellt: 20.05.2019, 17:49 Uhr

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