Oetwil

Nach unruhigen Jahren hofft Oetwil auf mehr Beständigkeit

Vor vier Jahren fand ein Exodus aus den Oetwiler Behörden statt, zahlreiche Polit-Neulinge wurden gewählt. Bei den diesjährigen Wahlen ist es umgekehrt: Fast alle Bisherigen treten wieder an.

Das Plakat soll die Oetwilerinnen und Oetwiler dazu motivieren, an die Urne zu gehen. Diesmal dürften die Wahlen in der Gemeinde weniger turbulent ablaufen als noch vor vier Jahren.

Das Plakat soll die Oetwilerinnen und Oetwiler dazu motivieren, an die Urne zu gehen. Diesmal dürften die Wahlen in der Gemeinde weniger turbulent ablaufen als noch vor vier Jahren. Bild: Archiv Manuela Matt

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In Oetwil stehen die Gemeindewahlen vom 22. April unter einem ganz anderen Stern als jene vor vier Jahren. Damals wurden die beiden wichtigsten Behörden – der Gemeinderat und die Schulpflege – fast komplett erneuert. Oetwil hatte deshalb ein Problem: Eine geballte Ladung Behördenerfahrung war auf einen Schlag weg. Aus der Schulbehörde traten alle Mitglieder ausser Schulpräsident Thomas Zeier (SVP) zurück. Dieser musste gleich mit sechs Neulingen in die Legislatur starten.

Die Schulpflege hat sich aber mittlerweile stabilisiert. Zeier tritt nun nicht mehr an und überlässt das Feld seinen Kollegen. Beerben wird ihn vermutlich der bisherige Schulpfleger Daniel Hasler (FDP). Allerdings wird in einer Einheitsgemeinde wie Oetwil der Schulpräsident nicht direkt gewählt. Das Ressort wird erst nach der Wahl im neu konstituierten Gemeinderat verteilt. Deshalb kandidiert Hasler nun für diese Behörde.

Aussenseiterin verzichtet

Hasler würde mit den meisten seiner heutigen Kollegen weiterarbeiten. Mit Ausnahme von Gabriela Ruckstuhl (CVP), die mit dem Gremium im Streit liegt, treten alle wieder an. Da es nicht zu einer Kampfwahl um den Einzug in die Behörde kommt, sind die Bisherigen Sibylle Bleiker (parteilos), Erika Hürlimann, Sumru Senn und Hanspeter Spörndli (alle SVP) so gut wie gewählt.

Auch die beiden neuen Kandidatinnen, Chantal Halter und Sonja Müller Forrer (beide parteilos), werden die Wahl mit grosser Wahrscheinlichkeit schaffen. Die voraussichtliche Zusammensetzung des Gremiums lautet somit: drei Mitglieder der SVP, drei Parteilose sowie als Schulpräsident vermutlich der Freisinnige Hasler – wenn er denn die Wahl in den Gemeinderat schafft und dort das Amt des Schulpräsidenten zugesprochen bekommt.

Wie in der Schulpflege sind auch im Gemeinderat keine einschneidenden Wechsel zu erwarten – anders als dies noch vor vier Jahren der Fall war. Damals hatten bis auf Schulpräsident Zeier, Finanzvorstand Werner Bosshard (SVP) und der damalige Gemeindepräsidenten Ernst Sperandio (CVP) alle Behördenmitglieder auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

Dass Gemeindepräsident Sperandio im Laufe der Amtsdauer überraschend zurücktrat, erschwerte den Neustart zusätzlich. Die Behörde musste eine unruhige Zeit meistern: als einziges erfahrenes Mitglied verblieb nebst Zeier der langjährige Finanzvorstand Bosshard im Gremium. Er hatte mehr Jahre Behördenerfahrung als all seine Gemeinderatskollegen zusammen und hört nun nach 28 Jahren im Gemeinderat auf.

Wer schafft es nicht?

Alle übrigen Bisherigen – Gemeindepräsident Jürg Hess (SVP), Parteikollege Thomas Pally sowie die Parteilosen Thomas Bakker, Namgyal Gangshontsang und Tamara Läubli – verspüren Lust auf eine weitere Amtsperiode. Zwar kandidieren acht Personen für die siebenköpfige Behörde, doch dürfte ihre Wiederwahl nicht ernsthaft gefährdet sein. Hingegen werden von den drei neu Kandidierenden wohl nur zwei den Sprung in die Behörde schaffen.

Daniel Hasler und der Parteilose Peter Küng haben dabei den Vorteil, dass sie als Schulpfleger beziehungsweise als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission in Oetwil bereits Behördenerfahrung gesammelt haben. SVP-Kandidatin Priska Blattner ist aber auch nicht unbekannt, denn sie betreut im Elternrat die Finanzen.

Die Ausgangslage ist also offener als bei der Schulpflege. Eine Prognose zur künftigen Zusammensetzung des Gemeinderats sei trotzdem gewagt: Zwei oder drei Vertreter der SVP, ein Freisinniger sowie drei oder vier Parteilose dürfte das realistischste Szenario sein. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.03.2018, 14:32 Uhr

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