Zumikon

Moderner Tunnel für mehr Pendler

Ab Sommer 2021 wird der 1,7 Kilometer lange Forchbahn-Tunnel unter Zumikon saniert. In den nächsten zehn Jahren stehen noch weitere Grossprojekte an.

Solche Weichen mit einem so kleinen Radius soll es ab 2023 nicht mehr geben.

Solche Weichen mit einem so kleinen Radius soll es ab 2023 nicht mehr geben. Bild: Michael Trost

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1912 nahm die Forchbahn ihren Betrieb auf der Strassenverbindung Esslingen-Zürich Stadelhofen auf und benötigte dafür 67 Minuten. Seit 1970 fährt die Bahn auf einem eigenen Trasse, wodurch sich die Fahrzeit auf 42 Minuten verkürzte. Und 1976 wurde der Forchbahn-Tunnel eröffnet, wodurch sich die Fahrzeit um nochmals 7 Minuten verringerte.

Seither ist die Zeit nicht spurlos am Tunnel vorübergegangen, wie Tobias Müller, Projektleiter Fahrweg bei der Forchbahn AG, am Informationsabend in Zumikon erklärte. Die Fahrleitung hat ihre Nutzungsdauer erreicht, der Schotter ist verrieben, die Holzschwellen sind zum Teil morsch und vor allem die Weichen mit ihren engen Radien spürten die Belastungen der täglichen Fahrten.

Doch anstatt punktuell auszubessern, richtet die Forchbahn nun mit der grossen Kelle an. So werden ab Sommer 2021 nicht nur die Geleise und die Fahrleitungen ausgetauscht, sondern auch die gesamte Tunnelhülle wird erneuert. An dieser haben sich über die Jahre Kalkablagerungen gebildet und Korrosionen haben die Wandelemente beschädigt. Aber es geht nicht nur um das Beheben von Mängel und Schäden, sondern auch um echte Erneuerungen. Durch neue Weichen mit einem viel grösseren Radius werde das Rollmaterial künftig weniger beansprucht.

Und der Bahn wird es dadurch künftig möglich sein, doppelt so schnell wie bisher über die Weichen zu fahren. Die neuen Geleise werden statt im Schotter in feste Betonstützpunkte verankert, die in Gummischuhen in eine Betonplatte eingegossen werden. «Die gesamte Weichenanlage wird dank diesem Masse-Feder-System für die Anwohner deutlich weniger spürbare Erschütterungen verursachen», verspricht Müller. Langfristig davon profitieren sollen auch die Hausmauern in unmittelbarer Nähe zum Tunnel.

Tunnel ist sicher

Für das Projekt sind 25 Millionen Franken budgetiert, die vom Bahninfrastrukturprojekt Fabi des Bundes bereitgestellt werden. Durch die anstehende Totalsanierung soll der Tunnel auch den heute gültigen Sicherheitsbestimmungen angepasst werden. Der Bau des Forchbahn-Tunnels erfolgte nach den damals gültigen Sicherheitsnormen. Dennoch ist die Sicherheit, wie Müller betont, für die Passagiere auch gegenwärtig voll und ganz gewährleistet. Der Tunnel wird ab 2023, wenn die Arbeiten abgeschlossen sein sollen, digital betrieben.

Doch mit dem Tunnel alleine ist es für die Forchbahn AG noch nicht getan. Wegen dem weiterhin zunehmenden Passagieraufkommen, bis 2026 werden über sieben Millionen erwartet, muss auch die Transportkapazität erweitert werden. Dafür sollen 2026 neue Züge die bisherigen ersetzten, um die angestrebte Fahrplanverdichtung technisch zu bewerkstelligen. Und ganze 70 Prozent des aktuellen Schienennetzes sollen innerhalb der nächsten acht bis zehn Jahren ersetzt werden, inklusive neuen, behindertengerechten Haltestellen.

Bedenken wegen Lärm

Projektleiter Müller erklärte am Informationsabend den gut 20 Besuchern, dass die anstehenden Tunnelarbeiten nicht zu grösseren Beeinträchtigungen der Anwohner führen sollten. «Vielleicht vernehmen einzelne Anwohner während zwei bis drei Nächten geringfügige Geräusche». Länger dauerten die Beeinträchtigungen nicht, weil die Arbeiten im Tunnel regelmässig in einen anderen Abschnitt verschoben würden. Ohnehin solle nur in wenigen Nächten gearbeitet werden. In der Fragerunde zum Abschluss der Präsentation meldeten sich einzelne kritische Stimmen wegen den Lastwagen, welche die beiden Installationsplätze in Waltikon und Neue Forch anfahren werden.

Müller und die anwesenden Sachverständigen erklärten daraufhin, dass mit insgesamt 12 beziehungsweise 24 Fahrten pro Tag gerechnet werden müsse, was sehr moderat sei. Die Installationsplätze kämen unweit der Tunneleingänge auf Landwirtschaftsland zu stehen. Während den Bauarbeiten soll die Forchbahn weiterhin nach dem regulären Fahrplan verkehren, wie die Verantwortlichen versichern.

Erstellt: 18.06.2019, 18:40 Uhr

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