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Mobile Securitas-Patrouillen sichern Villenquartiere

Auffällige Auto-Patrouillen fahren im Bezirk Meilen herum, um Häuser und Liegenschaften von Privatkunden zu kontrollieren. Die Behörden haben nichts dagegen.

Mit dem Patrouillenauto durchs Villenquartier an der Goldküste: Das ist «Securi Patrol».
Mit dem Patrouillenauto durchs Villenquartier an der Goldküste: Das ist «Securi Patrol».
zvg

«Er sorgt für die Sicherheit der Schönen und Reichen» betitelte jüngst der «Blick» auf seinem Online-Portal ein Video. Das in flottem PR-Stil gedrehte, mit schmissigem Krimi-Sound unterlegte Filmchen zeigt, wie ein Securitas-Mann mit einem Patrouillenauto durch Villenquartiere am rechten Seeufer fährt und mit prüfendem Blick überwacht, ob auf den Grundstücken der Kunden alles in Ordnung ist.

Das Auto ist mit «Securi Patrol» beschriftet und erinnert auf den ersten Blick an Polizei- oder Ambulanzwagen. Meldet eine beunruhigte Kundin via Einsatzzentrale, dass sich Unbekannte in ihrem Garten aufhalten, fährt der Securitas-Mann sofort hin, zieht eine Weste an (damit er auf der «sicheren Seite» sei) – und kontrolliert den Garten. Müsste man einschreiten, so die Message des Films, würde er die Polizei alarmieren.

Jeden Tag unterwegs

Dass derartige mobile Patrouillen im Auftrag von Privatkunden täglich in mehreren Gemeinden im Bezirk Meilen unterwegs sind, bestätigt der Kommunikationschef der Securitas, Urs Stadler. Sie würden Sicherheitskontrollen in einem Gebiet übernehmen, das von Zollikon und Zumikon bis nach Männedorf reiche. «Die Dienstleistung wird von 15 Mitarbeitern ausgeführt, wobei meistens mehrere davon im Einsatz sind», sagt Stadler. Der Securi-Patrol-Auftrag an der Goldküste sei derzeit der einzige dieser Art in der Schweiz.

Der Auftrag der Patrouillen umfasst laut Stadler primär eine regelmässige Präsenz. Es gehe darum, präventiv vor Ort zu sein und Sicherheitsbedürfnisse der Kunden zu erfüllen. Polizeiliche Funktionen (wie Personenkontrollen) dürfen die Patrouillen – wie generell private Sicherheitsdienste – aber nicht wahrnehmen. Waffen tragen sie keine und zur Selbstverteidigung haben sie höchstens Pfeffersprays dabei.

Erstmals Schlagzeilen machte «Securi Patrol» übrigens 2015: Damals wurde eine derartige Patrouille bei einem Pilotprojekt in La Chaux-de-Fonds (NE) getestet, und zwar im Aufrag der Mobiliar-Versicherung – als Prävention gegen Einbrüche.

Keine Meldepflicht

Die Securitas muss diese Art von Patrouillen den Gemeinden nicht melden. Das bestätigen etwa Regula Bach, Gemeindeschreiberin von Zollikon, und Bernhard Peyer, stellvertretender Gemeindeschreiber und Steuersekretär von Herrliberg. «Sicherheitsaufträge von Privaten sind nicht bewilligungspflichtig», sagt Bach. Die Polizei sei «offiziell» auch nicht darüber informiert.

Die Sicherheitsleute müssten sich aber an die gesetzlichen Vorschriften halten und wenn nötig mit der Polizei zusammenarbeiten. Dann sei nichts gegen ihre Tätigkeit einzuwenden. Das meint auch Hans Wyler, Gemeindeschreiber von Erlenbach. Bei solchen Patrouillen der Securitas handle es sich um privatrechtliche Sicherheitsdienste, die jeder für seine Liegenschaft beanspruchen könne. In Erlenbach sei die Polizei über diese Aktivitäten informiert, die es im übrigen schon lange gebe. Stelle die Securitas etwas Abnormales fest, werde dies der Polizei gemeldet.

Aufträge von Gemeinden

Private Sicherheitsdienste wie Securitas oder Protectas werden schon seit längerer Zeit auch von den Gemeinden selber in Anspruch genommen. Zum Beispiel in Stäfa oder Küsnacht, wo die Protectas den Auftrag erhielt, Parkanlagen und Parkplätze zu kontrollieren, um Vandalismus vorzubeugen. In Zollikon kontrollieren solche Dienste laut Regula Bach regelmässig Gemeindegebäude. Und in Erlenbach sorgt laut Hans Wyler ein Sicherheitsdienst in Absprache mit der Polizei für Ruhe und Ordnung in den Seeanlagen. Solche Aufträge werden von den Gemeinden klar geregelt – auch mit Blick auf die Kompetenzen der Sicherheitsleute, die im Ernstfall sofort die Polizei avisieren.

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