Küsnacht

Schüler aus der Forch werden wegen Lehrermangel umgeteilt

Die Mittelstufenschüler aus der Forch müssen nach den Sommerferien nach Itschnach zur Schule. Für die Stelle im Bergschulhaus konnte keine geeignete Lehrperson eingestellt werden.

Die Mittelstufenschüler aus der Forch müssen nach den Sommerferien nach Itschnach zur Schule.

Die Mittelstufenschüler aus der Forch müssen nach den Sommerferien nach Itschnach zur Schule. Bild: Archiv

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Für die Mittelstufenschüler im Schulhaus Limberg geht ein schwieriges Schuljahr zu Ende. Wegen lang andauernden Krankschreibungen mussten die Viert- bis Sechstklässler, die im Bergschulhaustraditionsgemässin einer jahrgangsdurchmischten Klasse geführt werden, gleich mit mehreren Lehrerwechseln klar kommen. Sogar ehemalige, bereits pensionierte Lehrer wurden reaktiviert, damit der Unterricht gewährleistet werden konnte. «Es war wirklich der Wurm drin», bestätigt Ruedi Kunz, Leiter Bildung an der Schule Küsnacht.

Für das kommende Schuljahr hat die Schule Küsnacht nun eine Lösung gefunden, die zwar Konstanz verspricht, aber für die Schüler eine grössere Veränderung bedeutet: Alle 14 Mittelstufenschüler werden in die Schule Itschnach - im Dorfteil auf der anderen Seite des Tobels - umgeteilt.

Keine «valable Lehrperson» gefunden

Wie Kunz ausführt, liegt der Grund für diesen Schritt in der Tatsache, dass trotz grossem Aufwand keine valable Lehrperson für die Mittelstufenstelle im Limberg gefunden werden konnte. Dies schreibt die Schulleitung auch so in einem Brief an die Eltern. Wie Kunz ergänzt, war es der Schule ein Anliegen, die Stelle nach den diversen Wechseln wieder langfristig zu besetzen. Er betont, dass zwar ausreichend Bewerbungen eingegangen seien, aber diejenigen Bewerber, die man als passend erachtet habe, sich schliesslich gegen die Stelle entschieden hätten.

Die Schwierigkeit diese Stelle zu besetzen liege vor allem an den besonderen Anforderungen für eine Mehrklassen-Stelle. Lehrpersonen müssten in einer solchen Anstellung gleich in drei Schulstufen fit sein und es gewohnt sein, den Stoff für verschiedene Anforderungsstufen interessant zu vermitteln. Kunz sagt: «Dies ist besonders für junge Lehrpersonen eine Herausforderungen. Und ältere Lehrpersonen, die darin geübt sind, sind meist schon in einer Anstellung.»

Im Frühjahr, als sich die Problematik der Neubesetzung verdichtete, versuchte die Schulleitung das Stellenprofil zu vereinfachen und entschied, dass die künftigen Sechstklässler - vier an der Zahl - nach Itschnach umgeteilt werden. Man suchte also noch einen Lehrer für die Viert- und Fünftklässler - doch auch dies erfolglos. Ende Juni folgte dann der Entscheid, im kommenden Schuljahr gar keine Mittelsstufe auf dem Küsnachterberg zu führen.

Keine Auflösung der Schule

Bereits jetzt ist klar, dass die Förchler Mittelstufenschüler bis zum Ende der Schulstufe in Itschnach bleiben sollen. «Wir wollen keinen erneuten Wechsel», erklärt Kunz und betont, dass dies aber keineswegs eine schrittweise Auflösung der Schuleinheit Limberg bedeute. «Es geht hier um einen organisatorischen Entscheid. Eine langfristige Auflösung wäre ein politischer Entscheid, der mit Sicherheit stark umstritten wäre», sagt Kunz. Die Schulleitung erachte eine Wiedereinführung der Mittelstufe im Limberg auch mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen als sinnvoll. Sie setzt daher eine Projektgruppe ein, die zusammen mit dem Elternrat verschiedene Optionen für das Schuljahr 2020/2021 und die künftigen Mittelstufenschüler erarbeiten soll.

In der Schule Itschnach werden die acht Viert- und die zwei Fünftklässer aus dem Küsnachterberg in bestehende Klassen integriert. Dies ist möglich, weil die Klassen bis anhin eher klein waren. Nach den Schulferien werden den Klassen zwischen 18 und 26 Schülern angehören. Wie Kunz sagt, wolle man punktuell mit zusätzlichen Klassenassistenzen Unterstützung bieten. Transportiert werden die Schüler mit einem Schulbus vom Küsnachterberg auf die andere Seite des Tobels. Auch am Mittag werden sie nach Hause gebracht. Noch nicht definiert sind gemäss Kunz aber die Sammelstellen für den Bustransport. «Das Ziel ist, dass die Schüler trotzdem etwas laufen müssen, aber natürlich nicht zu weit.»

Erstellt: 14.07.2019, 18:30 Uhr

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