Stäfa

Mitreissendes Musical mit einer Botschaft

Mit dem Musical «This is Christmas» haben Profis und Laien im Obstgartensaal ein fulminantes Spektakel geboten. Geschrieben hat es der ehemalige Meilemer Pfarrer Benjamin Stückelberger.

Das Musical «This is Christmas» begeisterte mit einer witzigen Geschichte und packenden Cover-Songs.

Das Musical «This is Christmas» begeisterte mit einer witzigen Geschichte und packenden Cover-Songs. Bild: Michael Trost

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Um die Einmaligkeit dieses Musi­cals überhaupt fassen zu können, muss etwas zu seiner Entstehung und den Mitwirkenden gesagt werden. Das Ausser­gewöhnliche an dieser Aufführung vom Freitag und Samstag war, dass man den Unterschied zwischen Profis und Nichtprofis nicht bemerkt hat. Weder im ­Gesang noch im Tanz und auch nicht im Spiel. Von den 25 Darstellenden waren es lediglich fünf Singende und Schauspielernde, die im Leben hauptberuflich auf der Bühne stehen. Der Rest setzte sich aus hochbegabten Laiendarstellern zusammen.

Sie sind alle in einem Casting aus 45 Personen ausgewählt worden, sind zwischen 17 und 57 Jahre alt und stammen von Herisau bis Solothurn, eine Handvoll nur kommt aus Stäfa. Der Produzent und Autor des Stücks ist Benjamin Stückelberger aus Meilen. Nach 16 Jahren im Pfarrberuf lässt der bald 50-Jährige seine Botschaft in Musicals fliessen. «This is Christmas» ist seine dritte Produktion mit seinem Start-up Best Productions und einem Budget von 120 000 Franken.

An seiner Seite, sozusagen hinter der Bühne, wirkten ausschliesslich Profis mit (Vocal Coach, Choreografie), darunter der Regisseur Markus Buehl­mann aus Zolli­kon. Letzterer hat zum ersten Mal mit Laien gearbeitet und ist, wie er in der Pause auf Anfrage sagte, «voll begeistert» von deren Motivation und Talent. Die Profis ihrerseits hätten aus Interesse an diesem Projekt mit Laien mitgemacht, wie vom Autor selber zu erfahren war.

Von U2 bis Tina Turner

Entstanden ist dadurch das Cover-Musi­cal «This is Christmas», ein Stück, bei dem die Songs und Hits aus den Charts stammen. Stückelberger hat all die Christmas-Songs von Bryan Adams, Chris Rea über U2, John Lennon und Robin Gibb bis Tina Turner und Mariah Carey bewusst gewählt, weil sie die grosse Liebe besingen und von der Sehnsucht nach dem «Frieden auf Erden» erzählen. Und sie passen­ zur Geschichte um das junge Ehepaar Trevor und Betty, das zum ersten Mal Weihnachten gemeinsam feiert. Während er sich als Überraschung ein roman­tisches Dinner zu zweit ausdenkt und beim Catering schon mal das Essen bestellt, plant sie für ihn ein grosses Fest mit Freunden und verbringt Stunden in der Küche. Und während­ sich die Bühne – das Wohnzimmer des Ehepaars mit dem prächtig dekorierten Weihnachtsbaum – immer mehr mit Besuchern füllt, zudem noch Maler­ und Elektriker auftauchen, die sich um das perfekte Festtags-Setting kümmern müssen, geht zunächst alles schief.

Die Überflieger des Abends

Jede Szene findet ihren Höhepunkt in den Songs. Diese werden­ von vier Musikern am Bühnenrand begleitet. Die drei Malerinnen in ihrem weissen Übergwändli bewegen sich rhythmisch zu Hip-Hop-Klängen und entpuppen sich als geschmei­dige Tänzerinnen. Drei Nachbarinnen, die ins chao­tische Fest platzen, bringen dem Ehepaar, den drei Königen nachempfunden, Geschenke. Aufgetakelt und zugleich eine Augenweide in ihren hochhackigen Schuhen und knallbunten Röcken brillieren sie mit Tina Turners Version von «Proud ­Mary». Der rhythmisch rockige Song, vorgetragen mit erotischen Bewe­gungen, riss das Publi­kum zu hysterischen Bravo-Rufen hin. Dieses Frauen-Power-Trio war im Musical eigentlich nicht vorgesehen. Doch, so verrät der Regisseur, hätten sie beim Casting dermassen mit ihrem Können überzeugt, dass «wir sie einfach einbauen mussten». Zum Glück, muss man beipflichten. Sie waren der Überflieger des Abends. Ein besonderes Ver­gnügen bereitete das zän­kische Hin und Her der beiden Mütter des Ehepaars, die sich zum Gaudi aller buchstäblich in die Haare gerieten.

Und als Thomi, Trevors Freund, mit seinem sonoren Bass zum «Happy Xmas» von John Lennon ausholte, hatte sich ein Happy End bei Trevor, Betty und all den Freunden eingestellt, und natürlich auch bei den augen­zwinkernden Müttern. Der einsetzende Jubel im Publikum war enorm und wollte gar nicht mehr enden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.12.2017, 15:41 Uhr

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