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Mit Kinowerbung auf der Suche nach einem Kirchenpfleger

Mit einem Kinospot will die reformierte Kirche Männedorf neue Kirchenpfleger finden. Zu sehen ist die Werbung im Kino Wildenmann.

In der reformierten Kirche Männedorf wurde ein Teil des Werbespots gedreht.

Von der Kirchenbank in den Kinosaal träumt sich der gelangweilte Kirchgänger im neuen Werbespot der reformierten Kirche Männedorf. Es donnert und blitzt. Die Umrisse von Polizisten sind zu erkennen. Zwei Personen rennen keuchend eine Kirchentreppe hoch. «Heilige Bimbam», entfährt es dem Protagonisten, der wie gebannt auf die Leinwand starrt. Sichtlich erfreut scheint er, als er aufwacht und sich in guter Gemeinschaft in der vertrauten Kirche wiederfindet.

«Kirche kann ganz schön spannend sein», lautet das Credo des Kurzfilms, mit dem die Kirchgemeinde neue Kirchenpfleger sucht. Der Werbespot ist ab heute für vier Wochen im Kino Wildenmann zu sehen. Wenn die Kirche aber wirklich so packend ist wie ein Krimi, weshalb muss sie dann mit einer Werbekampagne neue Kirchenpfleger suchen?

Männedörfler ansprechen

«Unsere Gottesdienste sind in der Regel mit 70 bis 80 Personen gut besucht», sagt Achim Kuhn, Pfarrer der reformierten Kirchgemeinde Männedorf. «Wir haben aber, wie die meisten anderen Gemeinden, Mühe, gute Leute für unsere Ämter zu finden.»

«Viele verbinden mit der Kirche fälschlicherweise ein verstaubtes Image.»

Achim Kuhn, Männedörfler Pfarrer

Durch den Kinospot erhoffe man sich, die Aufmerksamkeit der Männedörfler zu gewinnen, denn «die Kirche wird leider häufig übersehen», bedauert Kuhn. Im Kino seien die Streuverluste vergleichsweise klein, da man der Werbung nicht ausweichen könne und so eine Chance habe, sie bewusst wahrzunehmen.

Mit der neuen Werbung wolle die Kirche gezielt Personen ab 50 Jahren ansprechen, erklärt der Pfarrer. «Jüngere sind meist durch familiäre und berufliche Verpflichtungen zu stark eingespannt.» Wer im grösseren Rahmen etwas bewirken wolle, sei unabhängig vom Alter in der Kirchenpflege gut aufgehoben.

Im Dorf gedreht

Das Spannende an der Kirche sei, dass jeder seine Fähigkeiten frei entfalten könne. «Wir brauchen Menschen, die zuhören können, solche die zupacken und andere, die kreativ sind», sagt Kuhn. Das Schöne sei, dass man bei all dem nicht perfekt sein müsse.

«Viele verbinden mit der Kirche fälschlicherweise ein verstaubtes Image», sagt Kuhn, der neben seinem Pfarramt für die Öffentlichkeitsarbeit der reformierten Kirche zuständig ist. Mit diesem Trugbild spiele denn auch der Werbespot.

Die Idee für die Werbekampagne, die auch Flyer, eine Webseite und eine Veranstaltung umfasst, stammt von der Kommunikations-Kommission der Kirchgemeinde. Zur Umsetzung des Kurzfilms wurde die Agentur Fortissimo aus Wädenswil beigezogen.

Neben den rund 20 Statisten, die alle Mitglieder der Kirchgemeinde sind, wurde ein professioneller Schauspieler als Protagonist engagiert. Gedreht wurde im Kino Wildenmann und in der reformierten Kirche. «Der Spot ist so konzipiert, dass er in Zukunft ohne allzu grossen Mehraufwand für anderes eingesetzt werden kann.» Vorstellbar sei zum Beispiel damit Neuzuzüger anzusprechen oder Freiwillige für bestimmte Aufgaben anzuwerben.

Star Wars Gottesdienst

Mit ihrem Kinospot geht die reformierte Kirchgemeinde Männedorf unkonventionelle Wege, die auch über die Imagekampagne hinaus führen. So findet am 5. Februar ein Star Wars Gottesdienst im Kirchgemeindehaus statt. «Begeisterte Fans dürfen gerne verkleidet teilnehmen», sagt Kuhn.

Der Aufwand für den Werbefilm samt den Ausstrahlungskosten betrug 7000 Franken. Ob die Rechnung aufgeht und potentielle Kirchenpfleger aus dem Kinosaal in die Kirche zieht, wird sich zeigen.

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