Zollikon

Mit einem Draht zur jungen und älteren Generation

Sascha Ullmann (GLP) ist seit vier Jahren Zolliker Gemeinderat. Nun kandidiert er für das Präsidium. Für ihn spreche sein Alter und die Nachhaltigkeit, die er bieten könne. Er kann sich vorstellen, das Amt zwei Legislaturen auszuüben.

Sascha Ullmann lebt in einem Mehrgenerationenhaus mit einem grossen Garten.

Sascha Ullmann lebt in einem Mehrgenerationenhaus mit einem grossen Garten. Bild: Michael Trost

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Sascha Ullmann bringt fast alles mit für eine runde Politikerlaufbahn: Er hat ein einnehmendes Auftreten, verfügt über einen vielfältigen Rucksack und ist sehr motiviert. Mit dem Slogan «Mein Herz schlägt für Zollikon» will er das Gemeindepräsidium erobern. Warum? Ullmann, der seit vier Jahren dem Ressort Sicherheit und Umwelt vorsteht, argumentiert, mit 46 Jahren mitten im Leben zu stehen. «Ich habe einen Draht zu den ganz Jungen, genauso aber zur älteren Generation», sagt er. In seinem Alter müsse man vieles aushandeln und unter einen Hut bringen. Ullmann lebt das sinnbildlich in einem stattlichen Mehrgenerationenhaus: zusammen mit seiner Frau, den zwei Kindern im Teenageralter – und den Schwiegereltern.

Warum er gut vernetzt ist

In Affoltern am Albis als Sohn eines Gärtners aufgewachsen, lebt er seit gut 20 Jahren in Zollikon. Vernetzt ist er vor allem wegen seines langjährigen Engagements in der Feuerwehr, deren Kommandant er während fünf Jahren war. In der Feuerwehr habe er die Gemeinde in alle ihren Schattierungen kennen gelernt. Die Zolliker seien ihm ans Herz gewachsen. Sein Wahlslogan sei in diesem Zusammenhang zu sehen.

Der GLP-Politiker bezeichnet sich als Allrounder, als Akademiker, der auch gerne mal selber anpackt. Seine zentralen Anliegen: die Zukunft der Schwimm- und Sportanlage Fohrbach, Wohnraum für alle Einkommensklassen, ein Jugendkonzept und ausgeglichene Finanzen. Ein Thema, das ihn zudem beschäftigt, ist der Verkehr – der für ihn unmittelbar mit dem unerschwinglichen Wohnraum an der Goldküste zusammenhängt. «Wenn alle ins Zürcher Oberland ausweichen, dann aber über die Forchautobahn in die Stadt pendeln, stellt uns das hier vor grosse Probleme.»

Für die Menschen ein offenes Ohr zu haben, zu hören, wo der Schuh drückt, das ist ihm wichtig. Ullmann stellt sich das auch als Präsident unkompliziert vor. Bei einer Tasse Kaffee etwa. Die Kommunikation ist für ihn überhaupt ein grosses Thema. Sie müsse dringend verbessert werden. Mit modernen Mitteln – und einer offenen Diskussion aller Erwartungshaltungen, wenn es um die Ausarbeitung von Grossprojekten geht. Die anstehende Abstimmung zum Beugi-Areal zeige, dass in diesem Fall nichtalles optimal gelaufen sei.

Was er mitbringt

Die Frage, ob er genügend Führungserfahrung für das Amt mitbringe, bejaht er, ohne zu zögern. Er habe als Selbstständigerwerbender Angestellte geführt, Projekte geleitet, zu Ende gebracht. Als Beispiel führt er den Bau und Unterhalt mehrerer Solaranlagen an sowie den Aufbau eines Ausbildungszentrums im Gesundheitswesen. Wieder verweist er auf die Feuerwehr. «Ich war nicht im Militär, wollte aber trotzdem etwas für die Allgemeinheit machen.» In der Feuerwehr habe er gelernt, unter Druck Entscheide zu fällen und andere anzuleiten.

Der Zeitpunkt für die Kandidatur ist für Ullmann genau der richtige. Seine Firma für die Erstellung von Solaranlagen läuft derzeit auf Sparflamme. Karriere macht seine Frau, im Bereich des Pflegemanagements. Ullmann unterstützt sie – auch als Hausmann. «Aktuell bin ich derjenige, der am Mittag für die Kinder kocht», sagt der studierte Geograf.

Wie er sich abgrenzt

Über seinen Gegenkandidaten Fellmann ist Ullmann keine angriffige Aussage zu entlocken. Er halte ihn für einen hervorragenden Finanzvorsteher. Als seine eigene Stärke betont er die Nachhaltigkeit seiner Kandidatur. «Ich biete acht Jahre Vollgas.»

Ullmann hätte es einfacher haben können, als FDP-Mitglied und Schwiegersohn von Alt-Nationalrat Ulrich Bremi, ebenfalls FDP. Gut möglich, dass er dann ohne Gegenkandidat dastehen würde. Er habe gemerkt, dass er seinen eigenen Weg gehen müsse, sagt er zu seinem Parteiwechsel vor sechs Jahren. «Ich war schon immer ein Grüner, aber kein Linker.»

Am Schluss des Gesprächs überrascht Ullmann mit einem Hobby, in dem die Stille tonangebend ist: das Erforschen von Höhlen. Es sei ein grossartiges Erlebnis, wenn man unter der Erde plötzlich eine Fledermaus entdecke. Die Zeit für solche Momente würde er sich auch als Gemeindepräsident nehmen.

Erstellt: 03.04.2018, 09:46 Uhr

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