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Migros soll das Dorfzentrum beleben

Die Migros und die Gemeinde Küsnacht haben in einer Umfrage getestet, wie die Bevölkerung zu einer neuen Filiale auf dem Parkplatz beim Bahnhof steht. Das Ergebnis ermutigt sie, das Projekt voranzutreiben.

Seit Jahrzehnten immer wieder Gegenstand von Diskussionen: der Parkplatz zwischen der Zürichstrasse und den Gleisen.
Seit Jahrzehnten immer wieder Gegenstand von Diskussionen: der Parkplatz zwischen der Zürichstrasse und den Gleisen.
Archiv Reto Schneider

Schon manchen Versuch hat es in den letzten Jahrzehnten gegeben, den Parkplatz zwischen dem Bahnhof Küsnacht und der Zürichstrasse besser zu nutzen, etwa mit Bauten und einer Tiefgarage. Sie alle scheiterten am Willen der Stimmbevölkerung. Nun, da es eine neue Idee für das Areal gibt, wollten die Verantwortlichen möglichst früh die Meinung der Küsnachter abholen. Die Gemeinde und die Migros, die das Grundstück im Baurecht übernehmen und darauf eine neue Filiale bauen will, haben deshalb eine Onlineumfrage lanciert. Sie wollten wissen, ob ein solches Projekt überhaupt auf Akzeptanz stösst.

Auch wenn es sich nicht um eine repräsentative Umfrage handelt, kann das am Mittwoch publizierte Ergebnis die Migros zuversichtlich stimmen. 63 Prozent der 662 Teilnehmer finden nämlich die Idee gut oder sehr gut. Die meisten Befragten – 88 Prozent – wohnen in Küsnacht. Das bedeutet: Jeder 25. Einwohner hat sich beteiligt.

Für oberirdische Parkplätze

«Wir sind sehr zufrieden mit diesem Resultat», sagt Gabriela Ursprung, Mediensprecherin der Genossenschaft Migros Zürich. Für die Migros sei es wichtig, zu spüren, ob sich die Kunden und die Bevölkerung ein solches Projekt vorstellen könnten. «Wir wollen nicht etwas an den Leuten vorbeientwickeln.»

Die Migros ist bereits gegenüber dem Parkplatz mit einer Filiale präsent. Allerdings empfindet sie diese als zu klein. Sie möchte ihr Angebot in Küsnacht erweitern.

Die Befragten möchten zwar das Areal von der Migros entwickeln lassen, allerdings wünschen sich 89 Prozent eine Begleitgruppe, damit die Interessen der Küsnachter berücksichtigt werden. Die meisten geben an, dass die Gemeinde darin vertreten sein soll, gefolgt von den politischen Parteien.

Interessant sind auch die Wünsche für das Areal, welche die Befragten zusätzlich äussern durften. 380 Personen möchten ein Café, 182 eine gedeckte Halle. Eine gewisse Sprengkraft bringt die Forderung von 228 Personen mit. Sie wünschen sich oberirdische Parkplätze. In früheren Projekten war jeweils eine Tiefgarage vorgesehen gewesen – zum Missfallen vieler. Ein Bürger hatte deswegen sogar eine Initiative für ein oberirdisches Parkdeck lanciert, die 2017 aber ebenfalls scheiterte. Ausdrücklich eine Tiefgarage wünschen sich in der Umfrage von der Gemeinde und der Migros aber lediglich sieben Personen. Allerdings spricht sich auch niemand explizit dagegen aus.

Entscheid noch nicht gefällt

Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) sagt auf Anfrage, die Umfrage sei vor allem für die Migros wichtig gewesen. Dies vor allem deshalb, weil sie das Areal bebauen und auch die Kosten tragen würde. «Uns als Behörde freut das Ergebnis aber auch», sagt Ernst. Logischerweise hätte keiner der beiden Partner das Projekt weiterverfolgen wollen, wenn die Zustimmung in der Bevölkerung tief gewesen wäre.

63 Prozent Zustimmung bedeuten aber auch, dass 37 Prozent zumindest skeptisch sind. Was sagt der Gemeindepräsident dazu? Dass es Kritiker gebe, sei normal, entgegnet Ernst. «Ein Projekt, das in der Bevölkerung zu hundert Prozent abgestützt ist, gibt es wohl nicht.» Wichtig sei aber, dass eine Idee nicht schon von Anfang an heftigem Gegenwind ausgesetzt sei.

Oft intensiviert sich bei Projekten dieser Grössenordnung die Kritik aber erst im Laufe der Zeit – wie bei der 2017 gescheiterten Vorlage für eine Überbauung auf dem Parkplatz. «In einem solchen Fall wären sicher beide Seiten gefordert – die Migros und der Gemeinderat», sagt Ernst. Die beiden Partner müssten sich dann den kritischen Stimmen in der Bevölkerung stellen und diese ernst nehmen. Im Moment ist allerdings ohnehin noch nichts beschlossen. Der Gemeinderat wird sich erst im Januar mit den Ergebnissen der Umfrage auseinandersetzen und dann einen Entscheid fällen, ob er einen Baurechtsvertrag ausarbeiten will.

Die Ergebnisse der Befragung: Bevoelkerungsbefragung.ch.

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