Homberchtikon

«Meine Schmutzli und Engel haben fleissig für euch gebacken»

Der Samichlaus hat am Samstag in Hombrechtikon vielen Kindern ein unvergessliches Erlebnis beschert, als er sich in der Dämmerung am Lützelsee zeigte. Er erinnerte an den Advent als Zeit der Liebe und der Freundschaft.

Von Kindern und ihren Eltern umringt: Der Samichlaus war am Samstag in Hombrechtikon zu Besuch.
Video: Simon Grässle

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Der Platz vor dem Eglihaus ist am frühen Samstagabend voller Menschen: Erwachsene und noch viel mehr Kinder warten vor dem mit Lichtgirlanden geschmücktem Fachwerkhaus. Alle blicken erwartungsvoll zur Anhöhe, von wo der Samichlaus kommen muss.

Einige Eltern reden den ungeduldigen Kleinen zu und es scheint, wie wenn sie sie beruhigen würden vor dem grossen Auftritt von Samichlaus und Schmutzli. Doch die Zeit, als der Nikolaus als strenge und strafende Respektsperson und die Schmutzli als wilde Kerle galten, die den Kindern Angst einjagten, mit der Rute schlugen und Russ ins Gesicht rieben, scheint vorbei zu sein. Denn was sich in der folgenden Stunde ereignen wird, ist friedlich, gar festlich und von einer fast knisternden Vorfreude geprägt.

Zwei Engel an der Seite

Aus der Dämmerung erscheint auf einmal die helle Gestalt des Samichlaus, begleitet von sanftem Glockengeläut. In gemächlichen Schritten schreitet er auf die Menschenmenge zu, durch die ein Raunen geht. An seiner Seite gehen zwei Engel und leuchten mit ihren Laternen den Weg.

Der weissbärtige Nikolaus steckt nicht in einem roten Gewand, sondern trägt eine festlich anmutende weisse Kutte mit roten Bändern, auf dem Haupt die Mitra und in einer Hand den Stab. Fünf Schmutzli in ihren braunen Kutten, beladen mit schweren Säcken und zwei Eseln im Schlepptau folgen dem Zug.

Zeit der Liebe und Freundschaft

Die Wartenden machen den Ankömmlingen Platz, sodass der Samichlaus die Stufen erreicht, die ihn auf den erhöhten Eingang des Hauses führen. Von hier aus richtet er in feierlichem Ton das Wort an die Menge, während ihn zig Kinderaugenpaare anstarren und es nun mucksmäuschenstill ist: «Das letzte Mal war ich vor einem Jahr bei euch und komme nun, um den Advent einzuläuten.»

Die Kinder hätten, wie der Redner vermutet, an diesem ersten Dezembertag bestimmt das erste Türchen am Adventskalender geöffnet. Advent, werden die Kleinen belehrt, sei die Zeit der Liebe und Freundschaft, in der sie den Eltern, Grosseltern, Götti und Gotte danken sollten, für alles, was diese ihnen bieten würden übers ganze Jahr. Denn er habe stets gewusst, was die Kinder getrieben, erlebt und gelernt hätten.

Ohne Tadel und Drohungen

Dann schliesst der Samichlaus seine Ansprache, die ohne Tadel und Drohungen auskommt, und versichert in gutmütigem Ton, auf die prallen Säcke zeigend: «Meine Schmutzli und Engel haben fleissig gebacken für euch und ich denke, die einen oder anderen unter euch wollen mir bestimmt etwas vorsagen.»

Damit steigt er zur Menge hinunter. Er ist sogleich umringt von den vielen warm angezogenen Mädchen und Buben, die Kleinsten noch an der Hand von Mami oder Papi. Sie alle haben ein Versli parat. Mit einem leisen Stimmchen und total konzentriert tragen sie es vor und lassen dabei das Gesicht des Samichlaus nicht aus den Augen, als würden sie darin ihren Vers ablesen.

In den Grittibänz, den dieser ihnen dann reicht, beissen die meisten sofort herzhaft hinein. Wohl erleichtert, dass dieser Samichlaus ihnen nicht die Leviten gelesen hat. Die Zeiten, in denen Chläuse und Schmutzli noch geschimpft und wohl auf Drängen von manchen Eltern gar gedroht haben, sind eindeutig vorbei. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 02.12.2018, 17:13 Uhr

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