Meilen

Meilen verliert ein Wahrzeichen

Den Sturm Burglind haben sie noch knapp überlebt, nun aber kommt die Kettensäge: Die markanten Pappeln am Meilemer Seeufer müssen nach gut 90 Jahren gefällt werden, weil sie krank sind.

Aufgereiht wie ein Begrüssungskomitee empfangen die Pappeln die Passagiere, die mit der Autofähre von Horgen nach Meilen übersetzen.

Aufgereiht wie ein Begrüssungskomitee empfangen die Pappeln die Passagiere, die mit der Autofähre von Horgen nach Meilen übersetzen. Bild: Sabine Rock

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Fünf Aufrechte stehen am Meilemer Seeufer, seit Jahrzehnten harren sie hier der Dinge: Die hochgewachsenen Pappeln sind allen vertraut, die Meilen schon einmal mit der Fähre oder dem Kursschiff angelegt haben. Auch von der Seestrasse aus sind sie gut zu sehen. Zusammen mit der reformierten Kirche im Hintergrund sind die Bäume zum festen Bestandteil der Ortsbilds geworden. Seit einiger Zeit wirken sie aber etwas geknickt – dies im wahrsten Sinn des Wortes: Während des Sturms Burglind im Januar brach einer der Pappeln der obere Stamm weg. Die restliche Baumgruppe blieb zwar verschont. Ein halbes Jahr zuvor hatte es aber in unmittelbar Nähe gekracht. Etwas abseits, beim Kiosk neben dem Fährensteg, standen bis dahin zwei weitere Pappeln. Eine von ihnen hielt im vergangenen Juli einem starken Unwetter nicht stand.

Allzu überraschend sind diese Vorfälle nicht: Schon seit 2004 sei bekannt, dass die gut 90-jährigen Pappeln in der See- und Ländeanlage stark geschädigt seien, heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde. Die Stämme würden Faulstellen aufweisen.

Gut verwurzelt, aber schwach

Kontrollen und Messungen in den vergangenen Jahren hätten ergeben, dass sich der Zustand der Bäume laufend verschlechtert habe. Alle getroffenen Massnahmen, um die Pappeln noch möglichst lang am Leben zu erhalten, waren vergeblich. Zwar ist gemäss der Gemeinde Meilen die Standsicherheit der Bäume gewährleistet. Das bedeutet, dass ein Sturm sie nicht komplett umreissen kann – sie sind in Meilen eben gut verwurzelt. «Die Bäume weisen aber nicht mehr die nötige Bruchsicherheit auf», heisst es in der Mitteilung der Gemeinde. Deshalb vermochten die Stürme die einst mächtigen Stämme wie Streichhölzer zu knicken.

Aus Sicherheitsgründen will der Gemeinderat nun die Pappeln fällen lassen. Ausschlaggebend für diesen Entscheid ist der Stamm, der während des Sturms Burglind brach. Die Fällaktion beginnt am 8. März, voraussichtlich dauert sie eineinhalb Tage.

Neue Pappeln sollen her

Für die alten Bäume soll es einen Ersatz geben: «Es werden selbstverständlich neue Pappeln gepflanzt, damit eines der wichtigsten Wahrzeichen des Meilemer Ortsbilds wiederhergestellt wird», schreibt die Gemeinde weiter. Allerdings wird es wohl eine Weile dauern, bis die Nachfolger so mächtig sind wie jene Bäume, an dessen Anblick sich Generationen von Meilemerinnen und Meilemer gewöhnt haben.

Zudem werden sie wohl erst ab dem Sommer 2019 stehen. Denn zuvor wird am Seeufer gebaut: Es entsteht ein unterirdisches Technikgebäude, das Seewasser zum Glace- und Biscuithersteller Midor pumpt, um die Produktionshallen zu kühlen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.02.2018, 17:20 Uhr

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