Meilen

Meilen rüstet beim Lärmschutz auf

7 Millionen Franken gibt der Kanton für Lärm­sanierungen im Bezirk aus. Ein beträchtlicher Teil davon kommt der Gemeinde Meilen zugute.

Meilen setzt nicht nur auf Flüsterbeläge. An der General-Wille-Strasse wird eine bestehende Lärmschutzwand verlängert.

Meilen setzt nicht nur auf Flüsterbeläge. An der General-Wille-Strasse wird eine bestehende Lärmschutzwand verlängert. Bild: Sabine Rock

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Dass der Strassenlärm im Bezirk Meilen das erträgliche Mass oft überschreitet, kommt den Kanton teuer zu stehen. Grob geschätzt 7 Millionen Franken gibt er für Lärmschutzmassnahmen im Bezirk aus, davon allein etwa 1,5 Millionen Franken in der Gemeinde Meilen. Nicht miteinberechnet in diese Summe ist der in Obermeilen geplante lärmarme Belag (siehe auf Seite 1), der 85 000 Franken kosten wird.Bis zum 31. März 2018 muss der Kanton an Staatsstrassen den Lärm auf ein erträgliches Mass senken. Neben lärmarmen Belägen wird dies vor allem mit dem Einbau von Schallschutzfenstern und Lärmschutzwänden erreicht. Dass gerade der Einbau von Letzteren nicht immer ein einfaches Unterfangen ist, zeigt das Beispiel Meilen. So wurden im Bezirkshauptort ursprünglich sechs Lärmschutzwände geplant: Umgesetzt werden nun nur zwei. «Drei von den vier verworfenen Lärmschutzwänden wurden von den Eigentümern abgelehnt», sagt Thomas Maag, Sprecher der kantonalen Baudirektion. Anstelle der vierten kommt nun der Flüsterbelag zum Einsatz.

Unterlagen, die derzeit im Meilemer Gemeindehaus aufliegen, gewähren einen Einblick, warum Grundstückinhaber den Bau von Lärmschutzwänden missbilligen. So beruht die Ablehnung eines Eigentümers auf dem Argument, den Mietern würde die klare und natürliche Sicht auf den See verloren gehen.

Zwei Lärmschutzwände

Erstellt werden in Meilen nun eine 87 Meter lange Lärmschutzwand an der Bergstrasse 148 bis 164 sowie an der General-Wille-Strasse 214 bis 226, wo eine bestehende Wand um 76 Meter verlängert wird. Letztere schützt zwar Gebäude, die an der General-Wille-Strasse liegen, doch abgeschirmt werden sollen diese seeseitig gegen die Seestrasse. Die Wände würden nächstens gebaut, sagt Maag.

Verpflichtet, beim Lärmschutz etwas zu machen, ist der Kanton, wenn die sogenannten Alarmwerte an Staatsstrassen überschritten werden. Diese betragen tagsüber (6 bis 22 Uhr) 70 Dezibel und bei Wohnräumen nachts 65 Dezibel. Doch bereits beim Überschreiten der sogenannten Emissionsgrenzwerte besteht die Möglichkeit, dass der Kanton freiwillige Beiträge an den Einbau von Schallschutzfenstern zahlt. Diese Grenzwerte betragen je nach Wohngebiet tagsüber 60 beziehungsweise 65 Dezibel.

600 000 Franken für Fenster

Bezahlt hat der Kanton insgesamt 600 000 Franken an den Einbau von Schallschutzfenstern in Meilen. Gemäss Thomas Maag sowohl Pflicht- als auch freiwillige Beiträge. Viele dieser Fenster wurden schon im Jahr 2012 genehmigt und anschliessend eingebaut.

Meilen ist allerdings nicht die einzige Gemeinde, in welcher der Kanton noch dabei ist, den Lärmschutz auf den neuesten Stand zu bringen. Abgeschlossen sind die Sanierungen erst in Erlenbach, Herrliberg, Küsnacht, Uetikon und Zumikon. In allen anderen Gemeinden des Bezirks Meilen ist noch etwas im Tun. So ruhig wie etwa in den kleinen Gemeinden Buch am Irchel oder Hofstetten, wo keine Lärmsanierungen nötig sind, weil es schlicht keine Überschreitungen gibt, ist es im Bezirk Meilen nämlich nirgends.


Die Unterlagen zu den Lärmsanierungen in der Gemeinde Meilen liegen noch bis zum 27. Januar in der Tiefbauabteilung im Gemeindehaus Meilen auf. Sie sind auch auf der Website der Fachstelle Lärmschutz einsehbar: www.laerm.zh.ch/ssp. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 02.01.2017, 21:21 Uhr

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