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Meilen erwägt nun doch Anschluss an «Kirchgemeinde plus»

In der reformierten Kirche stehen die Zeichen auf Zusammenschlüsse. Nach anfänglicher Ablehnung denkt auch Meilen darüber nach.

Anna Six
Nun wird auch in Meilen über einen möglichen Zusammenschluss mit anderen Kirchgemeinden nachgedacht.
Nun wird auch in Meilen über einen möglichen Zusammenschluss mit anderen Kirchgemeinden nachgedacht.
Archiv Reto Schneider

Zum Jubiläum 500 Jahre Reformation laden sechs Kirchgemeinden am Zürichsee Anfang November zu einem dreitägigen Festival ein. Es ist eine Pre­miere: Ein so umfangreiches Programm haben die reformierten Kirchen von Meilen, Ueti­kon, Männedorf, Stäfa, Oetwil und Hombrechtikon noch nie gemeinsam auf die Beine gestellt. Innerhalb der reformierten Kirche stehen die Zeichen aber ohne­hin auf Kooperation. Die Zürcher Kirchenleitung hat das Projekt «Kirchgemeinde plus» angestossen, das die Reformierten fit für die Zukunft mit weniger Mitteln und weniger Mitgliedern machen soll. Konkret heisst das, dass es im Kanton Zürich weniger Kirchgemeinden geben wird.

Davon wollte Meilen als vergleichsweise grosse Kirchgemeinde (rund 5000 Mitglieder) bislang nichts wissen. Auch Oetwil entschied sich nach ersten Gesprächen vor rund einem Jahr gegen eine organisatorische und rechtliche Kooperation. Hingegen haben sich Ueti­kon, Männedorf, Stäfa und Hombrech­tikon mittlerweile unter dem ­Namen «Kirchgemeinde 4+» offiziell angenähert. Bereits seit 2013 spannen Zumi­kon, Zolli­kon, Küsnacht, Erlenbach und Herrliberg als «Kooperation 5+» zusammen.

Oetwil wartet Neuwahlen ab

Nun wird im Kreis der sechs Kirch­gemeinden im oberen Bezirks­teil das Reformations­festival gefeiert. Die Initiative ­dazu stammt aus Meilen, genauer von Pfarrerin Jacqueline Sonego Mettner. «Der Eindruck, Meilen könnte an der regionalen Zusammenarbeit nicht interessiert sein, stimmt nicht – im Gegenteil», sagt sie. Inhaltlich stehe man schon länger im Austausch, etwa in den Bereichen Jugend und Senio­ren.

Dem könnte nun sogar doch noch der Anschluss an «Kirch­gemeinde 4+» folgen. Details sind laut der Meilemer Pfarrerin nicht spruchreif. Sie bestätigt aber in Absprache mit der Kirchen­pflege, dass man mit Uetikon, Männedorf, Stäfa und Hombrechtikon «intensiv im Gespräch» sei. Anders in Oetwil. Dort gilt laut der Vizepräsidentin der Kirchenpflege, Marianne Rohrer, weiterhin: «Wir nehmen am Reformprozess der Landeskirche nicht teil.» Ob dies auch nach den Behördenwahlen 2018 so bleibt, ist derzeit offen. «Dann wird eine neue Crew verantwortlich sein», sagt Rohrer. Für das Reformationsfestival spannen die Kirchen indes gleichberechtigt zusammen.

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