Meilen

Meilemerin vertont Aschenbrödel als Musical

Musik ist ihre Leidenschaft. Mit «Aschenbrödel» hat Leila Elmer nun ihr erstes Musical geschrieben. Die CD-Taufe wird demnächst als Hörspiel im Zürcher Bernhard-Theater gefeiert.

Kennt das Metier durch und durch: Leila Elmer spielte schon Titelrollen in grossen Musicals. Jetzt hat sie selber eines geschrieben.

Kennt das Metier durch und durch: Leila Elmer spielte schon Titelrollen in grossen Musicals. Jetzt hat sie selber eines geschrieben. Bild: Sabine Rock

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Ihre Traumrolle im eigenen Musical ist nicht etwa diejenige des Aschenbrödel. Nein, Leila Elmer zieht die böse und clevere Stiefmutter vor. «Die passt besser zum Timbre meiner Stimme», lautet die schlichte Antwort der Sängerin, die schon mit 14 Jahren Gesangsunterricht nahm. Zwischen den beiden gegensätzlichen Rollen entscheiden muss sich die Meilemerin aber nicht, denn stimmlich ist die Allrounderin sowohl im Barock als auch im Pop zuhause.

So übernimmt Elmer in ihrem ersten Musical, in dem Text und Musik aus ihrer Feder stammen, gleich beide Rollen. «Mit 52000 Franken verfüge ich nur über ein bescheidenes Budget und kann mir einen allzu grossen Cast nicht leisten», begründet sie die beschränkte Anzahl an Rollen. Eines wird im Interview mit der engagierten Musikerin rasch klar: ihr Metier versteht die 36-Jährige durch und durch. Nach ihrer Ausbildung an der Musikhochschule Zürich spielte sie diverse Titelrollen in Musicals wie «Space Dreams», «Bibi Balu», «West Side Story» und «My Fair Lady», ebenso im Kindermusical «Jim Knopf» neben Sandra Studer, Jörg Schneider und Walter Andreas Müller.

Auch hinter der Bühne wird Leila Elmer den Anforderungen gerecht. So übernahm sie 2012 die Hauptleitung im Musical «Jekyll & Hyde» in Schindellegi, führte Regie und war für die Choreographie verantwortlich. Derzeit unterrichtet die Mutter der neunjährigen Lara das Fach Musik an der Sekundarschule Meilen.

Tochter Lara singt mit

Da Leila Elmer Märchen über alles liebt, insbesondere diejenigen der Gebrüder Grimm, hat sie sich für Aschenbrödel entschieden. Anders als beim Original beginnt die Musicalfassung bereits zur Zeit, als Aschenbrödels leibliche Mutter noch lebt. So verkörpert Lara, die den Gesang ebenfalls schon für sich entdeckt hat, das junge Aschenbrödel, das nach dem Tod der Mutter mit der strengen Stiefmutter vorlieb nehmen muss.

«Die Rolle der Stiefmutter passt besser zu meiner Stimme als die von Aschenbrödel.»Leila Elmer

Neben der Tochter treten ausschliesslich Profis auf: Sara Hugelshofer und Deborah Handschin sind die beiden Stiefschwestern, den Part des Prinzen hat der Berner Tenor Flavio Baltermia inne. Als Sprecherin konnte Elmer Carmen Lopes Sway, die Schwester des Sängers Marc Sway aus Männedorf, gewinnen.

Hinzu kommen sechs Musiker. Für sie hat der Pianist und Elmers rechte Hand, Roger Näf, die Stücke arrangiert, etwas vom wichtigsten, wie Elmer bekräftigt. Näf kennt man in der Region, seit er 2010 die musikalische Leitung des Jugendorchesters JMOZ übernommen hat. Zudem ist er Bandleader der Lakeside Big Band in Uetikon.

Produzenten gesucht

Leila Elmer hat sich das Aschenbrödel-Musical, an dem sie vor zwei Jahren zu schreiben begann, zu ihrem am letzten Montag gefeierten 36. Geburtstag gleich selber geschenkt und dementsprechend auch finanziert. «Das ist auch der Grund, weshalb es das Musical zunächst nur als Hörspiel auf CD gibt», sagt sie zur bevorstehenden CD-Taufe im Bernhard-Theater am 6. März. An dieser ersten öffentlichen Präsentation steht die sechsköpfige Musikband im Mittelpunkt. Drum herum werden die Sängerinnen und Sänger ihre Rollen spielen und die Songs interpretieren.

Das Musical als Aufführung zu produzieren würde ihren Schätzungen nach eine Viertel Million Franken kosten. Das übersteigt die Mittel der Musikerin. «Darum habe ich auch Produzenten eingeladen, um deren Interesse an einer Inszenierung zu wecken.»

Denn «Aschenbrödel» hat das Zeug zu einem Kassenschlager: Genauso vielseitig wie Leila Elmers Gesangskarriere ist auch ihre Musik. Von klassischen Motiven und eingängigen Pop-Melodien über Mundart-Rock bis hin zu Heavy Metall und Wiener Walzer lässt sie nichts aus. Als Gag und weil sie eine Schwäche für schöne Schuhe hat, wünscht sich die Musikerin für die Premiere von «Aschenbrödel» als Dresscode nur eines: Ausgefallenes Schuhwerk.

Die CD-Taufe von «Aschenbrödel» im Bernhard-Theater am Dienstag, 6. März, 20 Uhr, ist öffentlich. Tickets unter www.bernhardtheater.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 26.02.2018, 15:53 Uhr

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