Meilen

Meilemer stimmen Richtplan nach intensiver Diskussion klar zu

Die Fortsetzung der Meilemer Gemeindeversammlung widmete sich mit dem Richtplan der künftigen Ortsplanung. Die Debatte darüber stand jener vom Vortag in nichts nach. Zehn Stimmberechtigte stellten Änderungsanträge.

Der Seeuferweg findet keinen Eingang in den ersten kommunalen Richtplan Meilens.

Der Seeuferweg findet keinen Eingang in den ersten kommunalen Richtplan Meilens. Bild: Manuela Matt

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Die Meilemer zeigten sich an den letzten beiden Abenden debattierfreudig. An der Gemeindeversammlung von Montag sorgte der Steuerfuss für hitzige Diskussionen. Am Dienstag war es der Richtplan - und damit die künftige Gestaltung der Gemeinde. Anstelle des Steuerfusses standen Wege, Eigentumsrechte und Dichtestufen im Zentrum der Debatte. Gemeindepräsident Christoph Hiller (FDP) sprach zu Beginn von einem Geschäft von mindestens so grosser Bedeutung wie dem Budget. «Wer hier ist, bestimmt die Zukunft Meilens mit», sagte er. Immerhin 215 Stimmberechtigte waren erneut in die reformierte Kirche gekommen.

Zehn Meilemer stellten Anträge zum Richtplan. Der umstrittenste war jener von Verena Hofmänner. Sie bekräftigte ihre Forderung nach der Planung eines Seeuferwegs und argumentierte, dass der Kanton vier Fünftel der Kosten für einen Steg übernehmen würde. «Der Seeuferweg wäre eine Attraktion für Meilen», sagte sie.

Seeuferweg war chancenlos

Ein anderer Redner setzte sich für die Eigentumsrechte der Grundstückbesitzer am See und deren Privatsphäre ein. «Der Seeuferweg ist ein Murks», befand er und forderte, dass sämtliche Uferwege auf dem Grundeigentum der Gemeinde stehen müssten.

Hochbauvorsteher Heini Bossert (FDP) parierte als Vertreter des Gemeinderats beide Anträge zum Seeuferweg – und konnte in der Abstimmung zumindest einen Teilerfolg verbuchen. Die Stimmberechtigten stellten sich auf seine Seite und lehnten den Antrag von Verena Hofmänner deutlich ab. Im Fall der Forderung, dass Uferwege keinen Privateigentum tangieren dürfen, kam es zu einem Kompromiss. Der Antragsteller erklärte sich damit einverstanden, Grundstücke mit einem öffentlichen Wegrecht von seiner Forderung auszuschliessen. In dieser Form wurde sein Begehren denn auch angenommen.

Stossrichtung fand Akzeptanz

Die Stossrichtung des Gemeinderats zum Richtplan wurde nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Demnach soll die Siedlungsentwicklung nach innen und mit hoher Qualität erfolgen. Ein weiteres Augenmerk liegt auf den Übergänge von einer Raumschicht zur nächsten. Diese sollen sorgfältig ausgestaltet werden. Zentral ist ausserdem, das die bestehenden Grün- und Freiräumen sowie das Rebland erhalten bleiben.

Mehre Anträge widmeten sich den Dichtestufen. Sie alle wurden von den Stimmberechtigten verworfen. Hochbauvorsteher Bossert betonte, dass diese über die Nutzungsplanung verfeinert werden können. Einige Redner hatte die Befürchtung geäussert, dass die vorgesehenen Verdichtungen massiv seinen. In der Kritik standen zudem die Übergänge, die teil als zu wenig fliessend erachtet wurden. Sie vermochten aber die Stimmberechtigten nicht zu überzeugen.

Kompliziert, aber diszipliniert

Die Diskussion gestaltete sich mitunter kompliziert. Nicht immer war klar, worauf die Redner referierten. Mit ein Grund war, dass die Meilemer sich erstmals mit einem Richtplan beschäftigten. Er sei auf kommunaler Ebene zwar freiwillig, aber der Gemeinderat erachte ihn als wichtige Basis für die weitere Nutzungsplanung, erklärte Heini Bossert.

Um 23 Uhr war der Richtplan besiegelt. «Wir haben die Hauptprobe verstanden», sage Hiller und spielte damit auf den grossen Brocken an, der nun ansteht: Die Revision der Nutzungsplanung. Sie dürfte für noch mehr Diskussionen sorgen als der Richtplan. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.12.2017, 23:39 Uhr

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