Meilen

Meilemer Hafenanlage muss saniert werden

Mit der Modernisierung der Hafenanlage in Obermeilen sieht das Yachtunternehmen Portier auch eine Verlängerung des Seeuferwegs vor.

Das Yachtunternehmen Portier in Obermeilen will mit einer Erneuerung seiner Hafenanlage Boote und Pflanzenwelt besser schützen.

Das Yachtunternehmen Portier in Obermeilen will mit einer Erneuerung seiner Hafenanlage Boote und Pflanzenwelt besser schützen. Bild: Sabine Rock

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Die Hafenanlage der Portierwerft in Obermeilen genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Aus diesem Grund soll die Anlage abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das geht aus dem kürzlich publizierten Konzessionsgesucht der Yachtwerft Portier heraus. Das Unternehmen ersucht darin auch um die Verlängerung der wasserrechtlichen Konzession für die Hafenanlage bis 2046. Das Projekt liegt noch bis Mitte März im Tiefbauamt der Gemeinde Meilen zur öffentlichen Einsicht auf.

Dass die Hafenanlage am Ende ihres Lebenszyklus steht, zeigte sich zuletzt deutlich Anfang Dezember, als Sturm Marielou über die Region hinweg zog. So wurde die schwimmenden Hafenmole um rund einen Meter verschoben. Daraufhin beauftragte die Yachtwerft Taucher, die die unter Wasser liegenden Teile der Hafenanlage kontrollierten. Wie aus den Unterlagen zum Konzessionsgesuch hervorgeht, stellten diese starke Abnützungen am gesamten Verankerungssystem fest. Eine der 13 Stahlketten mit einem Durchmesser von 23 Milimetern war sogar gerissen und musste repariert werden. Der zuständige Ingenieur schreibt dazu in seinem Berichts: «Es ist nur mit viel Glück kein grosser Schaden entstanden.»

Reduktion der Liegeplätze

Der Hafen hat eine Verjüngungskur also dringend nötig. Aber auch die Bedürfnisse der Nutzer hätten sich im Laufe der Zeit verändert, schreibt die Portier AG in ihrem Gesuch. Deswegen sieht das Unternehmen nicht nur die Erneuerung der Hafenanlage vor, sondern auch diverse Veränderungen an deren Konzeption.

«Aktuell ist die Hafenanlage Föhnstürmen stark ausgeliefert. Durch die Anpassung werden die Wellen effektiver gebrochen.»Jürg Weber, Verwaltungsratspräsident der Portier AG

Die heutigen Boote seien in der Tendenz breiter geworden, weshalb die Mänövrierfähigkeit innerhalb der Hafenanlage eingeschränkt sei, erklärt Jürg Weber, Verwaltungsratspräsident der Portier AG. Um die Hafenfläche besser zu nutzen und den Bootsbesitzern mehr Raum beim Anlegen zu verschaffen, sollen die Liegeplätze für die Boote darum neu schräg statt wie bisher rechtwinkling angeordnet werden. Die Anzahl der Schiffsliegeplätze wird dadurch von aktuell 68 auf 64 reduziert. Verschiebt werden sollen auch die Tankstelle sowie die Fäkalienabsaugstation. Beides kommt neu auf der Betonmole, die parallel zum Ufer liegt, zu stehen. Das habe gleich zwei Vorteile, heisst es im Konzessionsgesuch. Zum einen lägen die zu betankenden Schiffe neu längs zu den Wellen (bisher seitlich), was die Gefahr von Tropfverlusten verringere. Zum anderen sei die Verschiebung auch mit einer Lärmreduktion für die Anwohner der Hafenanlage verbunden.

Das sind aber längst nicht alle Anpassungen, die die Yachtwerft Portier vornehmen will. Auch die Hafeneinfahrt soll neu gestaltet werden. So ist vorgesehen, den Wellenbrecher am Ende der Betonmole abzuschrägen. «Aktuell ist die Hafenanlage Föhnstürmen stark ausgeliefert. Durch die Anpassung werden die Wellen effektiver gebrochen», erklärt Weber.

Mehr Licht für Pflanzen

Die Mole selber würde durch ein neues Modell ersetzt und von heute 4 auf 5 Meter verbreitert. Das hat auch für Nicht-Böötler einen entscheidenden Vorteil: Durch die Verbreiterung der Mole ist es möglich, diese künftig als Verlängerung des Seeuferwegs zu nutzen. Eine Brüstung aus Glas und Beton zwischen den Stegen und der Mole soll für eine klare Trennung zwischen Spaziergängern und Hafennutzern sorgen.

«Wenn die Anlage wieder 40 Jahre hält, ist die Summe vertretbar.»Jürg Weber, Verwaltungsratspräsident der Portier AG

Um die Ufer- und Unterwasservegetation besser zu schützen, werden die bisher festen Zugangs- und Anliegestege durch schwimmenden Modelle ersetzt. Ausserdem werden die heute durchgehenden Beläge der Stege mit Gitterrosten ersetzt, was dazu führt, dass mehr Licht in das Wasser dringt. Diejenige Fläche des Hafens, wo sich schützenswerte Unterwasservegetation befindet, soll indes von Liegeplätzen und Schiffsstegen komplett freigehalten werden, heisst es im Gesuch der Portier AG weiter. Es handelt sich dabei um 641 Quadratmeter im Flachwasserbereich. Die Liegeplätze rücken um diese Fläche weiter ins Hafeninnere.

Die Neukonzeption der Hafenanlage ist auch eine Reaktion auf die veränderten Klimabedingungen, wie Weber erklärt. «Das Risiko für ungünstige Wetterlagen, wie beispielsweise starke Föhnwinde, die zu extremem Wellengang führen, oder Schwankungen des Seespiegels, dürften zunehmen.» Mit der Neugestaltung der Hafeneinfahrt oder der Installation der Schwimmstegen will das Yachtunternehmen Schäden an den Schiffen vorbeugen.

Bauarbeiten im Winter

Wann genau es mit den Bauarbeiten losgehen kann, ist noch nicht klar. «Erteilt die Gemeinde Meilen uns die Konzession, geht es an die Detailplanung des Projekts», sagt Weber. Klar, sei, dass die Sanierung über den Winter erfolgen werde. Im besten Fall könnte dies bereits 2020 der Fall sein.

Genau Angaben zur Höhe der Kosten möchte Weber keine machen. Nur so viel: «Wenn die Anlage wieder 40 Jahre hält, ist die Summe vertretbar.»

Erstellt: 18.02.2019, 21:21 Uhr

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