Bahnverkehr

Mehr Züge für die Pendler vom oberen Teil des Zürichsees

Was der untere Teil des Bezirks Meilen schon lange hat, bekommen jetzt bald auch drei Bahnhöfe im oberen Teil: den Viertelstundentakt. Dazu wird in Feldmeilen ein Wendegleis gebaut – mit fast vier Jahren Verzögerung.

Zwei Baucontainer stehen beim Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen. Sie sind Vorboten für den Bau des Wendegleises, der am Montag beginnt.

Zwei Baucontainer stehen beim Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen. Sie sind Vorboten für den Bau des Wendegleises, der am Montag beginnt. Bild: Michael Trost

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Das gibt Zusatzpunkte im all­jährlichen Gemeinderanking der «Weltwoche»: Meilen, Männedorf und Stäfa werden verkehrsmässig besser erschlossen. Ab ­Juni 2019 rücken sie näher an ­Zürich. Wenigstens in den frühen Morgenstunden. Zusätzlich zu den bisherigen halbstünd­lichen Verbindungen fährt viermal die neue S20.

Voraussichtlich ist das jeweils ein sechsteiliger Doppelstockzug, wie Thomas Kellenberger, Leiter Kommunikation des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV), erklärt.Das bedeutet vier mal 756 Sitzplätze für die Pendler, die heute oft schon in Stäfa nur noch Stehplätze finden in der S7, der bisher einzigen S-Bahn-Linie, welche die Gemeinden von Männedorf an Richtung Rapperswil bedient.

Die Abfahrtszeiten der neuen S20 in Stäfa werden 6.38, 7.08, 7.38 und 8.08 sein. Damit ergibt sich zusammen mit der S7 in der morgendlichen Hauptverkehrszeit ein annähernder Viertelstundentakt. In Uetikon, das schon heute von zwei S-Bahn-Linien bedient wird, hält die S20 nicht. Nach Meilen fährt sie durch bis Küsnacht und von dort bis Zürich-Stadelhofen. Am Abend verkehrt die S20 dreimal von der Station Zürich-Hard­brücke nach Stäfa.

Baubeginn am Montag

Damit die S20 überhaupt fahren kann, erstellen die SBB beim Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen ein Wendegleis. Auf diesem wartet die S16, bis die S20 den Bahnhof passiert hat. Das Wendegleis und die dafür nötigen Anpassungen kosten rund 30 Millionen Franken. Davon zahlt der Bund 35 Prozent, der Kanton Zürich 65 Prozent. Baubeginn ist am kommenden Montag.

Vorgesehen hatten die SBB den Bau dreieinhalb Jahre früher. Nach diesem ursprünglichen Plan wäre die S20 ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 gefahren. Das Projekt verzögerte sich aber, weil eine Gruppierung von gut 30 Anwohnern es bekämpfte. Sie befürchtete Lärm und Elektrosmog und schlug vor, das Wendegleis see­seits der Fahrgleise anzuordnen statt bergseits. Zudem argumentierte sie, die SBB hätten die Kosten nicht richtig aufgestellt, um eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu vermeiden, wie sie bei Projekten mit über 40 Millionen Kosten vorgeschrieben ist.

Bundesgericht entschied

Die Gegner des Wendegleises unterlagen letztlich vor Bundesgericht. Dieses bestätigte 2016 den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, der besagte, dass hier die öffentlichen Interessen die Interessen am Immissionsschutz überwiegen. Die SBB hatten inzwischen die Planung weiter vorangetrieben.

Mit der S20 verbessert sich die Verkehrskapazität für die Pendler aus dem Bezirk Meilen klar. Ein Ausbau der Infrastruktur für den Privatverkehr, also der Seestrasse, steht nicht zur Diskussion. Dass das Bahnangebot weiter vergrössert wird, fordert der Verein Pro Bus Meilen. Dafür wären nach den Plänen des ZVV weitere Doppelspurabschnitte nötig.

Erstellt: 30.08.2017, 08:08 Uhr

S-Bahn-Linien am rechten Seeufer ab 2019

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