Küsnacht

Märchen und Glamour am Klassikfestival

Das diesjährige Klassikfestival widmet sich dem Thema Märchen und Sagen. Das Programm richtet sich an Klassikbegeisterte, Familien, junge und jüngste Zuhörer.

Astrid Leutwyler (an der Violine) und Sonja Leutwyler bereicherten Küsnacht schon letztes Jahr mit einem Klassikfestival.

Astrid Leutwyler (an der Violine) und Sonja Leutwyler bereicherten Küsnacht schon letztes Jahr mit einem Klassikfestival. Bild: Archiv Michael Trost

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Astrid und Sonja Leutwyler sind mit Märchen und Sagen aufgewachsen und lieben diese Geschichten noch heute. «Es hat mich schon immer gereizt, dieses Thema musikalisch umzusetzen», sagt die Zolliker Violinistin Astrid Leutwyler. «Und das Schöne ist: Märchen und Sagen faszinieren bei weitem nicht nur Kinder, sondern üben ihren Zauber auch auf Erwachsene aus.»

Kein Wunder, dass es zum Thema Märchen und Sagen eine Fülle an Kompositionen gibt. «Fantastische Geschichten und Märchen dienten den Komponisten vor allem in der Romantik immer wieder als Thema und zur Inspiration für so manches Werk», ergänzt die Sängerin Sonja Leutwyler. Die beiden Schwestern organisieren das Klassikfestival Küsnacht heuer zum dritten Mal.

Vom Engadin nach Küsnacht

Am Anfang stand der Wunsch der beiden Musikerinnen, Menschen jeglichen Alters auf moderne und spielerische Art für die klassische Musik zu begeistern und ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Das Festival im Seehof Küsnacht wird eröffnet mit einem Liederabend von Christian Jott Jenny und seinem Zürcher Staatsorchester. Der Sänger und Entertainer amtet seit anfangs Jahr als Gemeindepräsident von St. Moritz und bringt die neuesten Neuigkeiten sowie märchenhaft anmutende Geschichten aus den Engadiner Amtsstuben mit, angereichert mit Musik von Ruedi Walter, Kurt Weill, Hildegard Knef und anderen.

«Märchen und Sagen faszinieren bei weitem nicht nur Kinder.»Astrid Leutwyler, Violinistin

Der zweite Abend gehört ganz dem musikalischen Märchen: Antonin Dvoraks «Lied an den Mond» aus dem Volksmärchen Rusalka, Solveigs Lied aus Edvard Griegs norwegischen Feenmärchen «Peer Gynt», Streichsextette von Johannes Brahms und das Capriccio von Richard Strauss verweben sich zu einem eigenen musikalischen Märchen. Mitwirkende sind hier unter anderen die beiden Organisatorinnen, Astrid Leutwyler an der Violine und die Mezzosopranistin Sonja Leutwyler. Mit einem musikalisch-literarischen Märchenabend wird das Festival am späten Sonntagnachmittag ausklingen. Im Wechsel mit Musik liest der bekannte Schauspieler Fabian Krüger Texte von Gottfried Keller, Theodor Storm, Oscar Wilde und Heinrich Heine.

Für Kinder ab drei Jahren

Am Samstagmittag findet zudem ein Familienkonzert für Kinder ab vier Jahren statt. Hans-Peter Fehr erzählt die Geschichte von Pinocchio mit Musik aus verschiedenen Märchenverfilmungen von Walt Disney. Das Märchen von der Holzpuppe mit der langen Nase gehöre zu ihren absoluten Lieblingen, verrät Astrid Leutwyler. «Deshalb durfte es beim diesjährigen Kinderprogramm keinesfalls fehlen.»

Auch am Sonntagmittag steht ein Märchenkonzert für Kinder auf dem Programm. Jolanda Steiner erzählt hier die Geschichte vom Schlummerland, wo Schlafen das Wichtigste ist, aber ausgerechnet die Prinzessin Angst vor dem Einschlafen hat, weil sie immer von bösen Träumen geplagt wird. Begleitet wird die Erzählerin von Musikerinnen und Musikern des Zürcher Kammerorchesters.

«Wir freuen uns, unserem Festival mit bekannten Künstlern einen etwas glamourösen Touch zu verleihen.»Astrid und Sonja Leutwyler

Christian Jott Jenny, der Wiener Burgschauspieler Fabian Krüger – wie kommt das Klassikfestival Küsnacht an solch klingende Namen? «Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir die Möglichkeit haben, unserem Festival mit bekannten Künstlern einen etwas glamourösen Touch zu verleihen», sagen Astrid und Sonja Leutwyler. Das Festival habe enorm an Bekanntheit gewonnen und sich bereits etabliert. Die beiden Organisatorinnen haben ein grosses Netzwerk aufgebaut und erhalten fast täglich Anfragen von Künstlern und Ensembles, die sich für einen Auftritt bewerben.

Bleibt die Frage nach der Motivation, im alljährlichen Reigen der Musikfestivals die grosse Arbeit für eine eigene Ausgabe auf sich zu nehmen. Mit dem Festival wollen die beiden Musikerinnen der Gemeinde Küsnacht und damit ihrer Heimat etwas zurückgeben, wie sie sagen. Ihr musikalisches Schaffen sei stets mit grossem Interesse verfolgt und geschätzt worden, sagen Astrid und Sonja Leutwyler übereinstimmend. Nicht zuletzt mit der Auszeichnung durch den Küsnachter Kulturpreis vor zehn Jahren. «Dafür wollen wir danke sagen.»

Das Klassikfestival Küsnacht findet vom 20.-22. September im Seehof Küsnacht statt. Details zum Programm: www.klassikfestival.ch

Erstellt: 18.09.2019, 14:37 Uhr

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