Männedorf

Männedorf will Politik mit Videos zugänglicher machen

Abstimmungsvorlagen mit Videos erklären: Das kennt man bereits vom Bund und den Kantonen. Auf kommunaler Ebene ist diese Kommunikationsform bislang wenig verbreitet. Eine Ausnahme ist Männedorf.

So erklärt der Männedörfler Gemeindepräsident der Bevölkerung die kommunalen Vorlagen.


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Seit einigen Monaten betreibt die Gemeinde Männedorf einen Kanal auf der Internetplattform Youtube. Mit Videos will sie den Wählern die Abstimmungsvorlagen näher bringen. Das kennt man vom Bund und den Kantonen, auf kommunaler Ebene hat Männedorf aber eine Pionierrolle inne.

Vor der Kamera steht Gemeindepräsident André Thouvenin (FDP), dahinter Gemeindeschreiber Jürg Rothenberger. «Der Aufwand ist gering, wir hoffen aber, so jenen Teil der Bevölkerung zu erreichen, der nicht primär die herkömmlichen Informationskanäle nutzt», sagt Thouvenin. Derzeit hat der Kanal zwölf Abonnenten, die Videos wurden je um die 30 Mal angeklickt. Der Gemeindepräsident zeigt sich aber zuversichtlich: «Das Ganze muss sich erst noch herum sprechen.»

Andere Gemeinden in der Region Zürichsee zeigen sich zurückhaltender. «Videos sind natürlich attraktiv, müssen aber professionell gemacht sein», sagt die Küsnachter Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola. «Sie machen aus unserer Sicht vor allem dort Sinn, wo die Visualisierung einer Vorlage oder eines Projekts nur auf Papier schwierig ist.»

«Vorwurf der Parteinahme»

Rapperswil hat noch keine Erfahrungen mit Videos gesammelt. Das könnte sich aber bald ändern: Ab 2019 will der Stadtrat auf Sozialen Netzwerken präsent sein. «In diesem Zusammenhang werden Videos für uns eine Bedeutung bekommen», sagt Andrea Frei, Leiterin Fachstelle Kommunikation der Stadtkanzlei. Sie könnte sich vorstellen, dass dereinst Stadträte in Videos zu bestimmten Themen Stellung nehmen. «Es müsste nicht unbedingt im Zusammenhang mit einer Abstimmungsvorlage sein.» Der Vorteil filmischer Beiträge besteht laut Frei darin, dass Inhalte gezeigt werden können, die mit Worten oder stehenden Bildern nicht so zum Ausdruck gebracht werden könnten. «Videos stellen eine zusätzliche Darstellungsdimension dar.»

Bereits einen Schritt weiter ist die Gemeinde Meilen. Auf ihrer Facebook-Seite hat sie bereits Videos veröffentlicht. Jüngstes Beispiel: Auf der Scooterbahn werben Gemeindepräsident Christoph Hiller und Chilbimeister Thomas Aebi mit einem Riesenteddy in einem Autöli sitzend für die Chilbi. Politische Themen lasse man aber grundsätzlich aussen vor, sagt Gemeindeschreiber Didier Mayenzet. «Diese sind unserer Meinung nach zu komplex und wenig attraktiv für solche Kanäle.» Schliesslich wolle man die knapp 500 Follower nicht vergraulen.

Mayenzet hält es zudem für heikel, wenn der Gemeinderat eine politische Vorlage bewirbt. «Es kann der Vorwurf der Parteinahme aufkommen.»

Nicht im Gesetz

Gemäss Hans Jürg Podzorski regelt das Gesetz die Verwendung von Abstimmungsvideos nicht ausdrücklich. Podzorski ist juristischer Sekretär bei der Direktion der Justiz und des Innern. «Allgemein gilt hingegen bei Abstimmungen, dass solche Videos wie alle Abstimmungsbotschaften objektiv und sachlich sein müssen», sagt er. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.09.2018, 15:02 Uhr

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