Männedorf

Männedörfler lancieren Petition für Tempo 30 auf allen Gemeindestrassen

Anwohner der Hofenstrasse fordern nicht zum ersten Mal eine Temporeduktion in ihrem Quartier. Sie fürchten, von der Gemeinde vergessen zu werden.

Der Hofenrank (Höhe Tötzliweg) gilt bei den Anwohnern der Hofenstrasse als besonders gefährlich für Schulkinder, vor allem seit 2013 der Fussgängerstreifen entfernt wurde.

Der Hofenrank (Höhe Tötzliweg) gilt bei den Anwohnern der Hofenstrasse als besonders gefährlich für Schulkinder, vor allem seit 2013 der Fussgängerstreifen entfernt wurde. Bild: Moritz Hager

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«Machen Sie dem Gemeinderat Männedorf Mut.» So lautet die Aufforderung auf dem Flyer, den einige Männedörflerinnen und Männedörfler in diesen Tagen erhalten. Verfasst haben ihn Anwohner der Hofenstrasse. Mit dem Schreiben wollen sie auf ihre Online-Petition «Tempo 30 auf den Mänidörfler Gemeindestrassen» aufmerksam machen.

Das Hauptziel der virtuellen Unterschriftenjagd gilt in erster Linie aber der eigenen Quartierstrasse. Dort werde, so die Aussage auf dem Flyer, gerade bergabwärts oft zu schnell gefahren. Schulkinder würden dadurch, vor allem im unübersichtlichen Hofenrank, gefährdet, heisst es weiter. Denn es fehlten sowohl Schulweg-Markierungen als auch Fussgängerstreifen.

Lärmmessungen der Gemeinde

Peter Michael Wehrli ist einer der Initianten der Online-Petition. Er sagt: «Unsere Petition ist keine Grundsatzkritik an der Gemeinde.» Der Gemeinderat Männedorf sei seiner Meinung nach auf einem guten Weg. So habe er bereits auf verschiedenen Gemeindestrassen Tempo 30 eingeführt. «Wir wünschen uns, dass diese Politik mutig weiterverfolgt wird.» Denn gemäss Wehrli würden jene Strassen, auf denen schon heute Tempo 30 gelte, von PW- und LKW-Lenker oftmals noch umfahren. «Ein Tempo 30-Konzept macht nur dann Sinn, wenn es gesamtheitlich geplant und eingeführt wird.»

Eine Temporeduktion ist auf der Hofenstrasse schon seit vielen Jahren ein Thema. Seit 2006 habe es immer wieder Eingaben und Vorstösse aus der Anwohnerschaft gegeben, sagt Wehrli. Im Sommer 2018 dann führte die Gemeinde Lärmmessungen an drei Gemeindestrassen durch, darunter auch an der Hofenstrasse. Dies, weil vermutet wurde, dass die behördlichen Lärmschutzvorgaben auf diesen Achsen nicht eingehalten werden. Seit 2018 stehen Gemeinden und Kantone nämlich in der Pflicht. Sie haben sicherzustellen, dass die sogenannten Immissionsgrenzwerte entlang der Strassen eingehalten werden, und falls nicht, dass Massnahmen zum Lärmschutz umgesetzt werden.

Temporeduktion nur testweise

Eine mögliche Lärmschutzmassnahme ist eine Temporeduktion. Eine solche erfolgte an der Hofenstrasse im Anschluss an die Messungen der Gemeinde im Herbst 2018, allerdings, zum Ärger der Anwohner, nur testweise.

Seit an der Hofenstrasse wieder Tempo 50 gelte, hätten die Anwohner von der Gemeinde keine Informationen mehr erhalten, sagt Wehrli. «Auf Nachfragen erhalte ich die immer gleiche Nicht-Antwort, nämlich dass man die Angelegenheit derzeit noch prüfe.»

«Der Leidensdruck ist gross»

Auch gegenüber dieser Zeitung erklärt Jürg Rothenberger, Gemeindeschreiber von Männedorf, dass der Gemeinderat nach den Lärmmessungen und dem Tempo 30-Testbetrieb im letzten Jahr noch keinen definitiven Entscheid über das weitere Vorgehen und eventuelle Massnahmen getroffen hat. Einen solchen Beschluss stellt Rothenberger aber bis spätestens Ende Jahr in Aussicht. Dann wolle man auch die Anwohner der betroffenen Strassen informieren.

Trotz der Aussicht auf einen baldigen Entscheid ist die Frustration bei Peter Michael Wehrli und seinen Nachbarn gross. Sie wollen deshalb weiterhin Unterschriften für ihr Anliegen sammeln. «Der Leidensdruck der Bevölkerung ist gross. Mit unserer Petition wollen wir sicherstellen, dass wir nicht vergessen werden.»

Derzeit haben 16 Personen die Online-Petition signiert, darunter auch einige, die selber nicht oder nicht mehr an der Hofenstrasse wohnen. Wann die Unterschriften der Gemeinde übergeben werden sollen, ist derzeit nicht klar. Erst einmal erhofft sich Peter Michael Wehrli, dank der Flyer mehr Männedörflerinnen und Männedörfler auf das Problem aufmerksam machen zu können






Erstellt: 23.10.2019, 15:47 Uhr

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