Männedorf

Männedörfler Fischotter verliert sein Zuhause

Das Fischottergehege beim Männedörfler Hallenbad steht vor dem Aus. Das Biotop, das seit vielen Jahren liebevoll von einem Verein gepflegt wird, muss Wohnungen für Senioren weichen.

Fischotter Ivo lässt sich in seinem Gehege oft nicht blicken – nur sein Ball schwamm am Donnerstag im Wasserbecken.

Fischotter Ivo lässt sich in seinem Gehege oft nicht blicken – nur sein Ball schwamm am Donnerstag im Wasserbecken. Bild: Sabine Rock

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Vor drei Wochen hatte Fischotter Ivo Geburtstag. Zur Feier gabs einen dicken Fisch. Diese Woche nun hat der Verein, der seit Jahren das Fischottergehege beim Hallenbad Männedorf unterhält, dicke Post erhalten: Die Anlage, die sich auf einem Grundstück der Stiftung Seniorenwohnungen Männedorf befindet, muss weichen. Denn die Stiftung plant zwei Neubauten mit Wohnungen für Senioren. «Leider kann das Fischottergehege nicht bleiben», sagt Stiftungsrätin Claudia Haab auf Anfrage. «So, wie es heute angelegt ist, steht es dem Neubau im Weg.»

Der Stiftung, die dem Verein jahrzehntelang ein Bleiberecht auf ihrem Land gewährt hat, ist aber ein gutes Einvernehmen wichtig. Sie ist mit dem Verein im Gespräch. Vorab, das heisst bis der Baustart erfolgt, darf das Gehege bleiben. Das werden voraussichtlich noch mindestens zwei Jahre sein.

Seit 30 Jahren in Männedorf

Die Nachricht kommt nicht ganz überraschend. Schon länger ist bekannt, dass die Stiftung auf dem Grundstück bauen will. Weil sich das Projekt verzögerte, hat sie das Bleiberecht für das Fischottergehege immer wieder verlängert. Hoffnungen des Vereins, dass die Anlage allenfalls im Neubauprojekt integriert werden könnte, haben sich nun offenbar zerschlagen. Wie es für den Fischotter in Männedorf weitergeht, ist unklar. Michael Burlet, Präsident des Fischottervereins, nahm gestern dazu noch keine Stellung, da sich der Vorstand des Vereins zuerst beraten will. Er ruf dazu eigens eine ausserordentliche Sitzung ein. Burlet sagt zudem: «Wir sind überrascht, dass wir zeitgleich mit den Medien informiert wurden und nicht schon früher.»

Fischotter Ivo direkt nach der Fütterung in seinem Gehege. Quelle: facebook.com/fischotterverein.

Das 500 Quadratmeter grosse Gehege mit einem künstlichen Wasserfall ist eine beliebter Attraktion in Männedorf. Es ist von aussen einsehbar, und mehrmals im Jahr wird die Fütterung öffentlich durchgeführt, das nächste Mal am 11. Juli um 19 Uhr. Der in der Schweiz geschützte Fischotter – gleichzeitig das Männedörfler Wappentier – ist in der Gemeinde seit 30 Jahren heimisch. Damals hielten im Gehege die ersten beiden Fischotter Einzug. Die Tiere, die in der Regel Einzelgänger sind, werden in der freien Natur 8 bis 13 Jahre alt, in Gefangenschaft häufig älter.

Für den Nachwuchs in den Zoo

Zurzeit lebt der 2008 geborene Ivo alleine im Biotop. Seine Partnerin Clara ist im vergangenen November alters- und krankheitsbedingt verstorben. Der Verein ist aber mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm in Kontakt, wie er auf Facebook mitteilt.

Das Programm managt den Nachwuchs der Fischotter für Zoos und Tierparks. Ivo hat schon früher einmal daran teilgenommen: 2014 wurde er für ein halbes Jahr an den Zoo Zürich ausgeliehen, wo er selber zur Welt gekommen ist. Mit dem Weibchen Lula zeugte er dort drei Junge. Seine Männedörfler Partnerin Clara hingegen wurde nicht trächtig. Sie musste mit Hilfe eines Implantats verhüten, weil schon damals unklar war, wie es mit dem Fischottergehege weiter geht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.07.2018, 17:26 Uhr

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