Männedorf

Männedörfler Chilbi überzeugte mit Waterball und Ruheoase

Die Chilbi Männedorf hatte dieses Jahr nebst den üblichen Essensständen und Bahnen auch legales Sprayen zu bieten. Nur der Alkohol-Verkauf bleibt weiterhin Thema.

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Bereits nachmittags sind an der Chilbi Männedorf einige Besucherinnen und Besucher anzutreffen. Um diese Zeit sind dies meist Familien mit kleineren Kindern. Für sie gibt es hier viel zu sehen und staunen: So gibt es etwa Zuckerwatte nicht nur in rosa, sondern auch blau und grün. Nebst verschiedenen Essständen mit Bratwurst, indischen Gerichten oder Eis steht Besucherinnen der Chilbi ein grosses Angebot an Verkaufsständen mit Hüten, Schmuck oder Spielsachen zur Verfügung. Auch Josiane und Martin Strauss sind auf dem Mittelwies-Areal anzutreffen – den Enkeln zuliebe. Die beiden viereinhalb-jährigen Zwillinge drehen in einer Tasse und einem Hubschrauber des Kinderkarussells Runde um Runde, während die Grosseltern geduldig warten und Fotos machen. «Wir sind bewusst nachmittags gekommen – sie sind noch zu klein für den Abend», erklären die Grosseltern Strauss.

Weiter hinten stehen Kinder für «Waterball» Schlange. Bei der Aktivität, die dieses Jahr zum ersten Mal an der Männedörfler Chilbi vertreten war, kriechen die Kinder in einen übergrossen Plastikball, der dann mit Luft gefüllt wird. So können sie versuchen, übers Wasser zu rennen, was gar nicht so einfach ist. Derweil wagen sich ein paar Mutige bereits auf «Burner», eine Bahn, die einem an einem langen Arm durch die Luft wirbelt. Der Adrenalinkick kommt besonders beim jüngeren Publikum gut an. «Es ist die beste Bahn an der Chilbi», findet der elfjährige Sebastian. Nur sein Kollege ist sich da nicht so sicher. «Ich mag den Twister lieber, bei der anderen Bahn wird mir schlecht», sagt der zwölfjährige Vicente. Wie jedes Jahr sind nebst den Bahnen die Zuckerwatten und Plastikwaffen besonders begehrt.

Eine Wand fürs Jugendhaus

Für diejenigen, denen der Rummel zu viel wird, hat die Gärtnerei zum Glück eine «Chilbi Chillout Zone» installiert. «Einerseits wollen wir von den Chilbigängern profitieren, da die Gärtnerei gleich beim Gelände ist», erklärt Besitzer Eugen Bühlmann. Andererseits wolle man eine Art Ruheoase bieten, wo man sich mit einem Getränk entspannen könne. «Die Leute schätzen das sehr.» Beim Eingang zur von Pflanzen umgebenen Ruhezone verkauft Trudi Müller Müslichüechli und selbstgemachten Kräutereistee. «Das Geschäft läuft wie verrückt», sagt sie bezüglich ihrer in Teig gebackenen Salbeiblättern, die sie auch am Meilemer Herbstmärt verkauft.

Ein Highlight der diesjährigen Chilbi war das Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit Männedorf (Okja). Interessierte konnten eine Skizze anfertigen und dann gleich selbst zur Spraykanne greifen: Für das legale Sprayen hatte das Okja-Team eine Wand organisiert, die legal besprayt werden durfte. «Sogar Eltern kommen und sprayen», sagt Jugendarbeiter Ferhat Civrilli. Die Wand ist bereits bunt gestaltet, ein Einhorn ziert die Fläche prominent. «Nachmittags sind eher Primarschüler und Eltern hier, später kommen jeweils Jugendliche und junge Erwachsene», so Civrilli. Ein Teil der Wand soll schliesslich beim Jugendhaus aufgehängt werden.

Alkoholverkauf weiterhin ein Thema

Nachdem letztes Jahr bekannt wurde, dass Jugendliche an der Männedörfler Chilbi leicht an Alkohol kamen, sind Alterskontrollen auch dieses Jahr ein Thema. «Man muss die Leute wohl sensibilisieren», sagt Civrilli. Da könne das letztes Jahr eingeführte Bändelisystem sinnvoll sein. Dabei verteilen Verkaufsstände je nach Alter verschiedenfarbige Bändeli, anhand derer das Alter dann direkt abgelesen werden kann. Doch Elena Mutti von der Hirschbar ist skeptischer. «Das Bändelisystem funktioniert nicht, da sie sich abschneiden lassen», sagt sie. Dieses Jahr sei es den Verkaufsstellen überlassen worden, ob sie die Bändeli verteilen wollten, und die Hirschbar habe sich dagegen entschieden. «Unsere Alterskontrollen funktionieren gut, bei uns sind alle dementsprechend geschult.» Das Hirschbarteam sei letztes Jahr bei den Testkäufen nicht reingefallen und habe kein Alkohol an Minderjährige verkauft. Darauf sei man stolz.

Laut Rolf Baumann von der Chilbi-Stand-Bewilligung der Gemeinde Männedorf war das Hauptproblem das falsche Errechnen des Alters gewesen. «Wir haben einen Altersrechner um dieses Problem zu umgehen», erklärt Mutti. Dieses Jahr werden den Verkaufsstellen sogenannte ID-Reader, die Ausweise testen, zur Verfügung gestellt. «Zudem haben wird nochmals auf die Alkoholprävention hingewiesen», sagt Natalie Vescoli, Fachbereichsleiterin Jugend und Familie. Auch dieses Jahr seien wieder Testkäufe des Blauen Kreuzes durchgeführt worden. Deren Auswertung steht aber noch aus. «Wir müssen sicher dranbleiben», sagt Vescoli.

Erstellt: 14.07.2019, 17:34 Uhr

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