Männedorf

Lösungen für Männedörfler Sportanlage in Sicht

Der Männedörfler Gemeinderat hat die Sportanlage Widenbad untersuchen lassen. Wie sich nun zeigt, ist der Boden unter einem der Fussballplätze tatsächlich belastet.

Noch ist unklar, ob und wenn ja wo es auf der Sportanlage Widenbad einen neuen Kunstrasenplatz gibt. Erste Optionen zeichnen sich aber ab.

Noch ist unklar, ob und wenn ja wo es auf der Sportanlage Widenbad einen neuen Kunstrasenplatz gibt. Erste Optionen zeichnen sich aber ab. Bild: Manuela Matt

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Eigentlich müssten hoch über Männedorf längst die Bagger zugange sein. Bereits im Dezember 2016 hatte die Gemeindeversammlung einem Projektierungskredit für die Sanierung der Sportanlage Widenbad zugestimmt. Doch gebaut beziehungsweise saniert wird noch lange nicht. Vielmehr hat eine Ingenieurfirma im Auftrag des Gemeinderats den Boden unter den Fussballplätzen genau unter die Lupe genommen. Im März hatte die Gemeindeversammlung einer Sistierung der Sanierung zugestimmt, nachdem der Verdacht auf Altlasten aufgekommen war. Damals ging man von reinen Baukosten in der Höhe von 5,1 Millionen Franken aus.

Was sich bereits zuvor abgezeichnet hat, bestätigt sich nun: Tatsächlich findet sich unter dem obersten Platz, dem Platz 2, einiges, was da nicht hingehört. Bauschutt und auch Haushaltsabfälle wurden in einer Schicht ab gut 40 Zentimeter unter dem Rasen gefunden. Auch einer der anderen drei Plätze stand im Verdacht, belastet zu sein. Doch bei diesem erwies sich der Verdacht als unbegründet: Unter Platz 1 befinden sich nur Erde und Regenwürmer.

Platz nicht mehr bespielbar

Wie die Gemeinde im Widenbad weiter vorgehen wird, soll eine Masterplanung zu Tage bringen. Doch bereits jetzt zeigt sich, dass es vier verschiedene Optionen für die Sportanlage gibt. Klar ist, dass die Altlasten unter Platz 2 entfernt werden müssen, sollte der Platz erneuert werden. «Die Stoffe sind nicht umweltgefährdend, wir müssen sie aber entsorgen, wenn wir das Erdreich bewegen», erklärt Gemeindepräsident André Thouvenin (FDP). Gesundheitsschädigend soll das Material ebenfalls nicht sein. «Es ist nichts Flüssiges, das ins Grundwasser sickern könnte, und es wurden auch keine Giftstoffe gefunden», sagt Thouvenin.

Sollte der Platz nicht erneuert werden, müsste der FC Männedorf im Winter und bei Regenwetter auch künftig auf diesen verzichten. Das Wasser läuft auf diesem Platz nämlich nicht mehr richtig ab, sodass der Boden bei schlechtem Wetter unbespielbar ist. Für den mitgliederreichen Fussballclub stellt das ein Problem dar. «Wir brauchen dringend einen neuen Kunstrasenplatz, weil wir sonst nicht allen fussballbegeisterten Kindern die Möglichkeit zum Spielen bieten können», sagt denn auch Sergei Piattella, Präsident des FC Männedorf. Der Kunstrasen biete einfach mehr Möglichkeiten, wenn es regne.

Happige Mehrkosten möglich

Nachdem die ersten Pläne des Gemeinderats nicht umgesetzt werden konnten, zeichnen sich nun neue Optionen für die Sanierung ab. So gibt es drei Varianten, um einen Kunstrasenplatz an dem Ort zu erstellen, wo jetzt der Platz 2 liegt. Am teuersten wäre eine vollständige Entfernung der Fremdstoffe: Sie würde die Gemeinde 1,24 Millionen Franken mehr kosten als die einst für die Erstellung des Kunstrasens vorgesehenen 3,1 Millionen Franken. Eine geringfügige Abweichung davon, wäre die völlige Entfernung der Stoffe mit einer Absenkung des Platzniveaus, welche mit Mehrkosten von 1,2 Millionen Franken nur unwesentlich günstiger wäre.

«Die Frage ist, ob man das möchte», sagt Thouvenin dazu. Auch für Piattella sind diese Kosten unverhältnismässig: «Das steht für uns überhaupt nicht zur Diskussion.» Gesetzlich verpflichtet ist die Gemeinde zur vollständigen Entfernung der Fremdstoffe nicht. Eine zweite Variante sieht denn auch vor, dass man eine Schicht abtragen würde, die etwa 40 bis 60 Zentimeter unter dem heutigen Platz liegt. Hierbei würden die Mehrkosten 240 000 Franken betragen. Das Platzniveau würde gleich wie heute bleiben. Für Piattella wäre dies die Variante, die am meisten Sinn machen würde. Da bereits Vorarbeit für das gestoppte Projekt geleistet wurde.

Anderer Ort als Option

Doch es gibt noch eine vierte etwas anders gelagerte Idee. «Da man alles nochmals anschaut, stellt sich die Frage, ob es nicht einen besseren Ort für einen neuen Kunstrasenplatz gibt», erklärt Thouvenin dazu. Tatsächlich gibt es laut dem Gemeindepräsidenten Überlegungen, einen solchen Rasen weiter östlich zu erstellen: Dort, wo sich heute der Sandplatz befindet. Es wäre zwar ein Landkauf notwendig, dafür würden die Kosten für die Bergung und Entsorgung der Altlasten entfallen. Wie viel dies die Gemeinde kosten würde, ist noch unklar. Wie genau vorgegangen wird und über welche Variante die Bürger schliesslich abstimmen, wird die Masterplanung zu Tage bringen. Deren Ergebnisse werden auf Ende Jahr erwartet. Dabei wird das gesamte Widenbad-Gelände ein Thema sein und nicht nur die Fussballplätze. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.07.2018, 16:30 Uhr

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