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Kull-Benz will keine weitere Amtszeit

Katharina Kull-Benz (FDP) stellt sich nicht für eine weitere Amtszeit als Gemeindepräsidentin zur Verfügung. Sie tritt per 1. Juli 2018 ab. Die Zolliker FDP bedauert den Entscheid und will im Oktober über Nachfolgekandidaten beraten.

Nach elf Jahren als Gemeindepräsidentin hat sie genug: Katharina Kull-Benz (FDP) tritt 2018 nicht mehr zur Wahl an.
Nach elf Jahren als Gemeindepräsidentin hat sie genug: Katharina Kull-Benz (FDP) tritt 2018 nicht mehr zur Wahl an.
Archiv Reto Schneider

Sie habe nach «reiflicher Überlegung» beschlossen, sich nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stellen, schreibt die Zolliker Gemeindepräsidentin in einer Mitteilung.

Das heisst: Katharina Kull-Benz, die seit elf Jahren Gemeindepräsidentin ist, tritt ihr Amt am 1. Juli 2018 an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger ab. Es sei für sie an der Zeit, «den Stab an eine jüngere Kraft zu übergeben», präzisiert die 63-jährige FDP-Politikerin ihren Entscheid. Sie freue sich, neben ihren Aufgaben als Kantonsrätin und im Kirchenrat der reformierten Landeskirche auch mehr Zeit für die Familie zu haben.

Präsidentin zieht Bilanz

Kull-Benz verweist in ihrer Mitteilung auf die vielen Projekte, die während ihrer Amtszeit in Zollikon vom Gemeinderat umgesetzt worden seien – von der Teilausgliederung der Werke und der Sanierung der Pensionskasse bis zum neuen Wohn- und Pflegezentrum Blumenrain oder der Weiterentwicklung von Organisation und Abläufen in der Verwaltung. Es gab aber in jüngster Zeit Rückschläge, welche der Gemeinderat hinnehmen musste: So stiess etwa sein Projekt zur Überbauung des Beugi-Areals auf Widerstand. Der politische Prozess ist derzeit durch die Beschwerde eines Bürgers blockiert. Oder der Verkauf des ehemaligen Altersheims am See, den die Gemeinde nicht wie geplant vollziehen kann: Das Bundesgericht hat den Gemeinderat kürzlich zurückgepfiffen, der Entscheid der Gemeindeversammlung von 2015 wird aufgehoben.

Haben solche Rückschläge den Entscheid von Kull-Benz zum Verzicht auf eine neue Amtszeit beeinflusst? Dazu hält sie fest: «Dass ich nicht mehr antrete, hat mit den laufenden Projekten nichts zu tun.» Es gehöre zudem zum politischen Alltag, dass ein Projekt nicht auf Anhieb gelinge.

Insgesamt könne sie eine positive Bilanz ziehen, erklärt Kull-Benz, auch wenn einige Projekte noch nicht erledigt seien und die Finanzlage der Gemeinde angespannt bleibe. Sie habe sich deshalb im Kantonsrat immer für einen fairen Finanzausgleich eingesetzt ­– und wehre sich vehement gegen Kostenverlagerungen vom Kanton auf die Gemeinden. Besonders freue sie sich, dass die Zusammenarbeit zwischen Schule und Gemeinde heute reibunglos funktioniere.

Reaktionen von Ortsparteien

Die FDP Zollikon nimmt den Entscheid ihres Parteimitglieds «mit Bedauern zur Kenntnis», wie Parteipräsident Marco Weber mitteilt. Wen sie bei den Gemeinderatswahlen im nächsten April als möglichen Nachfolger ins Rennen schicken will, werde an einer Nominierungsversammlung am 2. Oktober diskutiert. SVP-Präsident Thomas Gugler meint, es sei mit Blick auf Kulls Nachfolge vor allem wichtig, dass die stärkste Partei, also die FDP, mit der SVP eine optimale bürgerliche Politik betreiben könne.

Für die SP, derzeit nicht im Gemeinderat vertreten, steht eine Kandidatur fürs Präsidium nicht zur Debatte, wohl aber für den Gemeinderat. Diesem würde eine bessere Durchmischung gut tun, erklärt Parteipräsidentin Esther Meier. Kull-Benz habe aber viel für die Gemeinde geleistet. Für Felix Daniel Wirz von der Zolliker EVP kommt der Abgang von Kull-Benz nicht ganz unerwartet. Ein Wechsel biete auch die Möglichkeit, frischen Wind in die Politik zu bringen. Ausstehend ist die Reaktion der im Gemeinderat vertretenen Grünliberalen.

Die meisten treten wieder an

Kull-Benz ist im Bezirk Meilen nicht allein mit ihrem Entscheid, das Präsidentenamt abzugeben: Walter Wittmer (Gemeindeverein) hat seinen Rücktritt als Gemeindepräsident von Herrliberg schon im Frühling angekündigt. Alle anderen Amtsinhaber im Bezirk wollen laut einer Umfrage der ZSZ aber erneut kandidieren - oder haben ihre Bereitschaft dazu angekündigt.

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