Küsnacht

Küsnachterin stellt im Fernsehen Erfindergeist unter Beweis

Eigentlich ist sie Juristin. Doch Susanne Richter erfindet auch Gegenstände, die den Alltag praktischer und schöner machen. Mit einem ihrer Produkte tritt die Küsnachterin am Samstag in Deutschlands Erfindershow «Zeit für Neues» auf.

Susanne Richter erfindet praktische Alltagsgegenstände wie die Schuhabtropfschale.

Susanne Richter erfindet praktische Alltagsgegenstände wie die Schuhabtropfschale. Bild: zvg

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Im Kopf erfindet sie seit ihrer Kindheit die verschiedensten ­Sachen. Doch erst vor vier Jahren hatte die 48-jährige Susanne Richter den Mut, eine Idee in die Tat umzusetzen. Auslöser war ihr damals dreijähriger Sohn. Der sprang wieder einmal auf die Schuhabtropfschale, die darauf in zwei Hälften zerbrach. «Ich dachte, dass es eigentlich nichts Schönes zu kaufen gibt, um die nassen Schuhe draufzustellen», sagt die gebürtige Österreicherin, die seit 2010 mit ihrer Familie in Küsnacht lebt.

Das sollte doch anders möglich sein, dachte sich Richter und fasste einen Entschluss: «Entweder ich entwickle jetzt ein neues Produkt, oder ich tue es nicht mehr.» Ihr schwebte eine Schuhunterlage vor, die nicht nur praktisch, sondern auch ästhetisch ist. «Schliesslich muss ich den Ge­gen­stand täglich anschauen.»

Kreative Nachtstunden

Über zwei Jahre tüftelte die Juristin mit 70-Prozent-Pensum an ihrer Erfindung, redete mit Bekannten, zeichnete Entwürfe und suchte nach geeigneten Desi­gnern. Heraus kamen elastische Kunststoffabtropfmatten in Fussform, die in der Waschmaschine gewaschen werden können.

Doch bei der einen Erfindung blieb es nicht: Es folgten vier weitere Produkte, etwa eine Bürste: Sie kann nach Gebrauch in einen Topf gesteckt werden und bildet mit den grünen Borsten das Gras im Behälter. Die Zeit für die Produkteentwicklung nimmt sich die 48-Jährige oft während der Nachtstunden. Es sei ungefähr ein 70-Prozent-Pensum, schätzt sie. Der Motor für die Erfindungen blieb stets derselbe: «Wenn ich im Alltag ein Problem sehe, suche ich nach einer Lösung.» Dies komme ihr auch bei der Arbeit als Beraterin und Mediatorin zugute.

Über den Schatten springen

An einer Messe im letzten Sommer machte ein Kunde die Tüftlerin auf die grosse Erfindershow «Das Ding des Jahres» auf Pro 7 aufmerksam (siehe Kasten). Die Sendung läuft erstmals heute Abend. Susanne Richter bewarb sich für eine Teilnahme und schaffte es nach einem Casting ins Studio nach Köln. Sie sei sehr nervös gewesen: «Ich musste gewaltig über meinen Schatten springen.» Umso erstaunter war sie, dass die Aufzeichnung ein schönes Erlebnis war: Toll sei der Kontakt mit den anderen Erfindern, dem Publikum sowie der Jury gewesen.

Die Show, in der die Küsnach­te­rin auftritt, wird am Samstagabend ausgestrahlt. Bis dann darf ­Richter nicht sagen, was sie in der Sendung präsentiert. Nur so viel: «Ich habe etwas entwickelt, damit der Wischlappen nicht mehr über die Armatur gelegt werden muss.» Auch über ihre aktuelle Klassierung darf sie keine Auskunft geben. Aber: «Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis.»

Die Juristin hat bereits neue Ideen im Kopf. Bevor sie aber mit einer Produkteentwicklung startet, fragt sie jeweils ihr gesamtes Umfeld, was es von der Idee hält. «Sogar mein Hausarzt musste mir schon ein Feedback geben», sagt Susanne Richter und lacht. Jeweils ein bis zwei Jahre dauert der Weg von der Idee bis zum Endprodukt. Das Produkt dann auf den Markt zu bringen, sei knallhart. «So etwas macht man nur, wenn man wirklich eine Leidenschaft dafür hat.»

www.prosieben.ch/tv/das-ding-des-jahres

Erstellt: 09.02.2018, 08:28 Uhr

«Das Ding des Jahres»

In der Erfindershow «Das Ding des Jahres» präsentieren ab heute 40 Teilnehmer auf Pro 7 ihre Alltagserfindungen. In den fünf Sendungen sind je acht Teilnehmer vertreten. Sie duellieren sich zu zweit darum, wessen Produkt nützlicher ist. Eine Jury testet die Produkte auf ihre Alltagstauglichkeit. Das Studiopublikum wählt eine Erfindung pro Sendung, die sich für den grossen Live-Final qualifiziert. Hier wird per Voting abgestimmt, welches Produkt «Das Ding des Jahres» ist und welcher Erfinder einen lukrativen Werbedeal gewinnt.(mbs)

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