Küsnacht

Küsnachter schicken Vorlagen deutlich bachab

Weder die Zentrumsentwickung noch die Parkdeck-Initiative wird umgesetzt. Die Küsnachter Stimmberechtigen haben an der Urne beide Vorlagen deutlich abgelehnt.

Auf dem Areal an der Zürichstrasse in Küsnacht wird sich vorderhand gar nichts verändern.

Auf dem Areal an der Zürichstrasse in Küsnacht wird sich vorderhand gar nichts verändern. Bild: Archiv ZSZ

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Der Entscheid um das Areal bergseitig des Bahnhofs in Küsnacht war mit Spannung erwartet worden. Nun bleibt alles beim Alten: Sowohl die Zentrumsentwicklung als auch die Parkdeck-Initiative wurden von den Stimmbürgern abgelehnt. 3455 Küsnachter sagten Nein zur Zentrumsentwicklung, während 2289 für das Bauvorhaben mit zwei Hochbauten, einer Tiefgarage und einem Platz votierten. Die Absage ans Parkdeck fiel noch höher aus: 3620 Stimmbürger lehnten die Initiative ab, wohingegen 2078 sich dafür aussprachen. Bei der Stichfrage sprach sich allerdings mit 2607 zu 2427 Stimmen eine Mehrheit für das Parkdeck aus. Die Stimmbeteiligung betrug 66 Prozent.

«Eine kompette Überraschung ist das Ergebnis nach dem Abstimmungskampf der letzten Wochen nicht», sagt Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP). Er habe die Ablehnung der Zentrumsentwicklung aber nicht in dieser Deutlichkeit erwartet. Das schlechte Abschneiden des vom Gemeinderat favorisierten Projektes führt Ernst vor allem auf den Abstimmungskampf der Gegner zurück. «Mit dem Bauchaos und den Steuererhöhungen sind Behauptungen in den Raum gestellt worden, die falsch sind», sagt er. Es sei schwierig, gegen eine Kampagne anzukämpfen, die Ängste schüre.

«Kein Rückschritt»

«Ich bin froh, dass das Parkdeck nicht kommt, so erleben wir in Küsnacht keinen Rückschritt – aber es ist auch kein Fortschritt», kommentiert Ernst das Scheitern des gegnerischen Projektes. Verhindern sei eben einfacher als gestalten. «Der Gemeinderat wird in nächster Zeit wohl keine Planung für das Areal Zürichstrasse anstossen», sagt Ernst.

Auch das Komitee «Ja zu Küsnacht», das die Zentrumsentwicklung unterstützt hat, will das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiterverfolgen. «Wir haben nicht vor, etwa mit einer Einzelinitiative aktiv zu werden», betont dessen Präsident Hans-Peter Fehr. Er vermutet, dass der Wunsch nach Sparsamkeit bei vielen Leuten ausschlaggebend war. «Ich bedauere vor allem, dass die Zustimmung für das Parkdeck bei der Stichfrage höher war», sagt Fehr.

«Ein grosses Aufatmen»

Freude herrscht auf der Seite der Parkdeck-Initianten. Hermann Gericke spricht von «einem grossen Aufatmen für Küsnacht». Die Arbeitsplätze im Zentrum seien gerettet und der heutige Komfort für die Einkaufenden und Bahnbesucher bleibe erhalten, lautet sein Fazit.

Gericke macht keinen Hehl daraus, dass es ihm mit der Lancierung des Parkdeck-Projekts in erster Linie darum ging, das 48-Millionen-Projekt der Gemeinde abzuwehren. «Ohne das massvolle Alternativprojekt für die gleiche Parkplatzzahl und den Fussgängerpark wäre dies nicht möglich gewesen», sagt er. Bei einer zunehmenden Verknappung des Parkplatzangebots könne immer noch ein Projekt in verschiedenen Varianten und ohne Zeitdruck verfolgt werden.

Dass seine Intervention den Steuerzahler mehrere Hunderttausend Franken für die Ausarbeitung gekostet hat, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen. «Die Projektierung der Zentrumsentwicklung war viel teurer», sagt er bestimmt. Die Bewilligung des 5,2-Millionen-Kredits 2014 sei für ihn der Anstoss gewesen, überhaupt aktiv zu werden. Auch andere Gegner des Projekts Zentrumsentwicklung frohlocken. «Ich bin hoch erfreut über das Abstimmungsresultat», sagt Reinhard Wolf, der seit Jahrzehnten an der Zürichstrasse lebt und bis vor zwölf Jahren die gleichnamige Buchhandlung und Papeterie führte. Die Leute, die ihn in den letzten Wochen angesprochen hätten, seien zufrieden mit dem Status quo.

Keine neue Unterführung

Dem Teilprojekt Sanierung und Erweiterung der SBB-Unterführung stimmten die Küsnachter mit 3547 Ja- zu 1860 Nein-Stimmen deutlich zu. Doch aus dem Wunsch nach einer Verbesserung der heutigen Situation am Bahnhof wird nichts. Das Teilprojekt für 5,2 Millionen Franken war an ein Ja zu einem der beiden Hauptprojekte gekoppelt.

Erstellt: 12.02.2017, 21:23 Uhr

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