Küsnacht/München

Küsnachter Schüler muss 130'000 Franken Schadenersatz zahlen

Vor sieben Jahren haben drei Schüler aus Küsnacht auf ihrer Schulreise in München wahllos Menschen verprügelt. Der Haupttäter muss nun 130'000 Franken Schadenersatz zahlen.

Am Sendlinger Tor Platz verprügelten im Juli 2009 drei Schweizer Jugendliche von der Weiterbildungsklasse- und Berufswahlschule Küsnacht (WBK) einen 46-jaehrigen Geschäftsmann fast zu Tode.

Am Sendlinger Tor Platz verprügelten im Juli 2009 drei Schweizer Jugendliche von der Weiterbildungsklasse- und Berufswahlschule Küsnacht (WBK) einen 46-jaehrigen Geschäftsmann fast zu Tode.

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2009 prügelten drei Schüler der Weiterbildungs- und Berufswahlschule Küsnacht (heute Tempus am See) einen Geschäftsmann fast tot. Nun hat das Oberlandesgericht München Haupttäter Mike B. zu einer Schadenersatzzahlung von 120 000 Euro, umgerechnet knapp 130 000 Franken, verurteilt. Der mittlerweile 24-jährige Schweizer muss zudem für alle künftigen even­tuellen Gesundheitsschäden des Opfers haften, wie die Nachrichtenagentur DPA am Dienstag ­berichtete. Das Urteil ist definitiv.

Beim Kläger handelt es sich um einen heute 53-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen, der Ende Juni 2009 vom damals 16-jäh­rigen Uetiker und seinen zwei Kollegen aus Stäfa und Ebmatingen brutal zusammengeschlagen wurde. Der Haupttäter schlug ihn mit der Faust zu Boden und trat ihm ins Gesicht. Die Jugendkammer des Landgerichts München verurteilte das Trio 2010 zu Freiheitsstrafen von sieben Jahren, vier Jahren und zehn Monaten sowie zwei Jahren und zehn Monaten. Alle drei sind mittlerweile wieder auf freiem Fuss. Der Haupttäter wurde nach vier von sieben Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung entlassen und in die Schweiz abgeschoben.

«Unglaubliche Tat»

Max Heberlein war Schulprä­sident in Küsnacht, als die Tatin München passierte. Bei ihm kommen anlässlich der jetzi-gen Verurteilung Erinnerungen hoch: «Es war eine unglaubliche Tat, ich konnte und kann sie auch heute nicht nachvollziehen.» Es sei damals ein Gefühl der Ohnmacht gewesen, weil man nicht viel habe tun können. «Wir mussten ja auch die anderen Jugend­lichen und die Lehrer, die in München weilten, betreuen», sagt Heberlein.

Er bezeichnet die Tat als den grössten Einschnitt in seiner Zeit als Schulpfleger. Die Prügelattacke löste ein riesiges Medienecho aus und sorgte auch für Kritik an der Kommunikation der Schule Küsnacht. «Ich möchte das, was wir unterlassen haben, nicht bagatellisieren, aber ich kann auch heute nicht sagen, was wir konkret falsch gemacht haben», sagt Heberlein. Überrascht ist der Rechtsanwalt über das Urteil nicht: «Für mich ist der Umstand, dass der Täter zivilrechtlich belangt wird, die logische rechtliche Folge.»

Könnte eine Tat wie diejenige von München heute wieder passieren? «Wir haben Massnahmen ergriffen, damit sich das auf einer Schulreise der Tempus am See nicht wiederholen kann», versichert die heutige Schulpräsidentin Danièle Glarner (FDP). So fänden keine Reisen ins Ausland mehr statt, sondern nur eintägige Ausflüge, mit Ausnahme der Bergtage. Bei Letzteren seien die Schüler in den Schwyzer Bergen auf einer Alp, fernab der Zivili­sation. «Die Lehrpersonen sind sensibilisiert und nehmen das Thema Gewaltprävention laufend im Unterricht auf», erklärt Glarner. Zudem werde die Disziplinarordnung konsequent umgesetzt. (zsz.ch)

Erstellt: 02.08.2016, 15:24 Uhr

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