Küsnacht

Küsnacht zahlt Rekordbeitrag in den Finanzausgleich

Das neue Küsnachter Budget offenbart: So viel wie die Gemeinde nächstes Jahr in den Finanzausgleich zahlt, musste noch nie eine Kommune im Bezirk Meilen an den Kanton abliefern.

Die letzte Küsnachter Finanzvorsteherin Ursula Gross Leemann (FDP) präsentierte der Gemeindeversammlung die Zahlung in den Finanzausgleich jeweils auf einem Einzahlungsschein. Im Jahr 2019 wird die Gemeinde eine runde Zahl auf den Einzahlungsschein schreiben: 100 Millionen Franken muss Küsnacht in den innerkantonalen Finanzausgleich zahlen, wie die Gemeinde in einer Medienmitteilung schreibt.

Eine solch hohe Summe hat noch nie eine Gemeinde aus dem Bezirk Meilen in den Finanzausgleich bezahlt, wie vom Gemeindeamt zu erfahren war. Die bislang höchste Summe waren fast 165 Millionen, welche Rüschlikon 2013 in den Finanzausgleich bezahlt hat. Küsnacht entrichtet 2019 den zweithöchsten Betrag. Einzig die Stadt Zürich zahlt mit 276 Millionen Franken mehr ein – dies allerdings vor dem Hintergrund, dass die Stadt zugleich einen Zentrumslastenausgleich von 404 Millionen Franken vom Kanton erhält.

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Höhere Steuereinnahmen

Nicht begeistert von der hohen Summe ist der Küsnachter Finanzvorsteher Martin Schneider (SVP). «Der Finanzausgleich gibt mir zu denken: Kanton und Bund wälzen immer mehr Kosten auf die Gemeinden ab, während wir gleichzeitig mehr in den Finanzausgleich zahlen müssen.» Zudem seien die Zahler- verglichen mit den Empfängergemeinden klar in der Minderheit. Die Ursache für die höhere Abgabe sind höhere Steuererträge. «Das meiste von dem, was wir zusätzlich eingenommen haben, wandert nun wieder in den Finanzausgleich ab», erklärt Schneider. Mit einer Steuererhöhung fürs nächste Jahr müssen die Küsnachter aber trotz der Rekordsumme nicht rechnen: Der Steuerfuss soll bei 77 Prozent bleiben.

Einen Einzahlungsschein mit der Finanzausgleich-Summe werden die Küsnachter dieses Jahr an der Budget-Gemeindeversammlung übrigens nicht zu sehen bekommen. «Eine Sache, die mich ärgert wie dieser Einzahlungsschein, muss ich den Stimmbürgern nicht auch noch zumuten», stellt Schneider klar.

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(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.10.2018, 16:46 Uhr

Erstes Budget der Einheitsgemeinde

In Küsnacht ist dieses Jahr alles neu, sogar doppelt neu. Zum ersten Mal legt die Einheitsgemeinde ein Budget vor, nachdem die politische und die Schulgemeinde fusioniert haben. Ebenfalls neu ist, dass ab 1. Januar 2019 das Harmonisierte Rechnungslegungsmodell 2 (HRM2) umgesetzt wird. Vor allem wegen letzterem sagt Finanzvorsteher Martin Schneider (SVP): «Das aktuelle und die vorherigen Budgets lassen sich nicht vergleichen.» Klar ist indessen, dass Küsnacht für 2019 ein Plus von 0,9 Millionen Franken budgetiert. Der Aufwand beläuft sich auf 234,9 Millionen Franken, während der Ertrag bei 235,8 Millionen liegt. Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung vom 3. Dezember zudem einen gleichbleibenden Steuerfuss von 77 Prozent.

Bei den Steuererträgen geht die Gemeinde von einem Plus von 13,6 Millionen und insgesamt von 173 Millionen Franken aus. 28,5 Millionen Franken dürften 2019 die Investitionen im Verwaltungsvermögen betragen. Als wichtige Kostenpunkte bei den Investitionen nennt Schneider die Sanierung der Kunsteisbahn Küsnacht und den Bau der neuen Sammelstelle. Der Cashflow von 17 Millionen wird mit einem Selbstfinanzierungsgrad von 60 Prozent gedeckt. Für den steuerfinanzierten Haushalt liegt der Selbstfinanzierungsgrad bei 71 Prozent. Mit Mehrausgaben rechnet die Gemeinde unter anderem im Asylwesen sowie bei den Aufwendungen für die Schulliegenschaften. Höhere Erträge gibt es bei den Mietzinsen der Liegenschaften.

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