Küsnacht

Küsnacht will Land an Migros abgeben

Zweieinhalb Jahre nach Ablehnung des Zentrumsprojekts liegen neue Pläne auf dem Tisch: Die Migros könnte auf dem Areal Zürichstrasse eine grössere Filiale und mehr Parkplätze erstellen.

Die Migros zieht in Betracht, das Areal Zürichstrasse neben dem Bahnhof Küsnacht im Baurecht zu übernehmen.

Die Migros zieht in Betracht, das Areal Zürichstrasse neben dem Bahnhof Küsnacht im Baurecht zu übernehmen. Bild: Archiv Reto Schneider

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Es ist noch nicht lange her, da hatte der Küsnachter Gemeinderat die Lust verloren, für das Areal an der Zürichstrasse Pläne zu schmieden. Der Gemeinderat werde in nächster Zeit sicher keine neue Planung anstossen, sagte Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) im Februar 2017, als der Baukredit für die Zentrumsentwicklung nach mehrjähriger Planung abgelehnt wurde. Das Projekt mit Tiefgarage, grosszügigem Platz und zwei Gebäuden wurde von einer Einzelinitiative konkurrenziert, die auf dem Areal bergseitig des Bahnhofs ein zweistöckiges Parkdeck vorsah. Nach intensivem Abstimmungskampf erhielten an der Urne beide Baukredite eine Abfuhr.

Doch nun ist überraschend schnell eine neue Variante aufgetaucht: Laut einer Mitteilung der Gemeinde Küsnacht zeigt die Migros-Genossenschaft Zürich Interesse, das Areal im Baurecht zu übernehmen und vis-à-vis ihrer bisherigen Filiale einen grösseren Laden zu erstellen. Die Migros könne sich vorstellen, dieses Ziel mit dem Bedürfnis nach Parkplätzen für das lokale Gewerbe und die Bahnkunden zu kombinieren, heisst es in der Mitteilung weiter.

Oberirdische Parkplätze

Sowohl die Gemeinde als auch der Grossverteiler sind sich der gescheiterten Bemühungen für eine Neugestaltung des Parkplatzes in der Vergangenheit bewusst. «Natürlich wollen wir nun die Hauptkritikpunkte des letzten Projekts aufnehmen», sagt Gemeindepräsident Ernst. In der Nachwahlbefragung habe sich gezeigt, dass sich die Küsnachterinnen und Küsnachter vor allem an den hohen Kosten und den fehlenden oberirdischen Parkplätzen gestört hatten.

Die Kostenfrage würde mit dem Migros-Projekt ohnehin obsolet; die Gemeinde würden mit der Abgabe im Baurecht Geld einnehmen. Der Baurechtszins soll auf marktgerechtem Niveau liegen und abhängig von der Ausnutzung des Grundstücks sein, sagt der Gemeindepräsident dazu. In puncto Parkplätzen ist für den FDP-Politiker klar, dass zwar eine Tiefgarage entstehen soll, aber auch eine «rechte Zahl» oberirdische Parkplätze erhalten bleiben muss. Für die Erschliessung der Tiefgarage erachtet Ernst eine Zufahrt über die Zürichstrasse als realistischste Lösung. Da der Oberwachttunnel nun bereits saniert ist, komme eine Zufahrt im Tunnel, wie einst geplant, nicht mehr infrage.

Mehr Lebensmittel

Für die Migros-Genossenschaft Zürich steht gemäss Mediensprecherin Gabriela Ursprung der Ausbau des Supermarktes im Fokus. «Wir möchten dem Lebensmittelsortiment und insbesondere dem Frischwarenangebot mehr Platz einräumen», sagt sie. Weitere Formate der Migros, wie der orange Riese seine Fachgeschäfte nennt, seien nicht geplant. Zum konkreten Flächenzuwachs kann Gabriela Ursprung noch keine Auskunft geben. Auch ob Wohnungen und ein öffentlicher Platz entstehen sollen, ist zum heutigen Zeitpunkt noch offen.

Die Migros will nun in Gesprächen mit allen involvierten Gruppen die verschiedenen Bedürfnisse abholen und diese in Bezug auf die Machbarkeit prüfen. Wenn sich dann ein gangbarer Weg abzeichnet, will sich das Unternehmen bis Ende Jahr entscheiden, ob und wie die Planung konkretisiert wird. Falls das Projekt weiterverfolgt wird, hätte die Bevölkerung bei der Erteilung des Baurechtes und der Anpassung des bestehenden Gestaltungsplanes das letzte Wort.

Erstellt: 12.06.2019, 16:52 Uhr

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