Küsnacht / Erlenbach

Küsnacht wehrte sich gegen Verdichtung – Erlenbach nicht

Der regionale Richtplan soll am Donnerstag verabschiedet werden. Zu reden geben höhere bauliche Dichtevorgaben für Erlenbach und Küsnacht: Die beiden Gemeinden ­haben unterschiedlich darauf reagiert.

Verdichtetes bauen Ja, aber nicht im geforderten Ausmass: So steht man in Küsnacht zu den Überbauungsziffern, die im neuen kantonalen Richtplan vorgesehen sind.

Verdichtetes bauen Ja, aber nicht im geforderten Ausmass: So steht man in Küsnacht zu den Überbauungsziffern, die im neuen kantonalen Richtplan vorgesehen sind. Bild: Symbolbild/Keystone

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Verdichtung in den bestehenden Siedlungsräumen ist angesichts wachsender Bevölkerungszahlen ein Zeichen der Zeit. Darauf setzt auch der regionale Richtplan, welcher voraussichtlich am Donnerstag von den Delegierten der Zürcher Planungsgruppe Pfannenstil (ZPP) verabschiedet wird. Die tra­di­tionellen Ortskerne sollen erkennbar bleiben und ein durchgehendes Siedlungsband zwischen Zürich und Rapperswil verhindert werden, steht im erläuternden ­Bericht zum Richtplanentwurf.

Kritik der Grünen

Ein solches Siedlungsband zieht sich jetzt schon von Erlenbach bis Küsnacht. Dass dort noch stärker verdichtet werden soll, stösst nicht überall auf Zustimmung. «Wir haben je eine Einwendung gegen die markant höhere Dichten in Küsnacht und Erlenbach im Richtplanentwurf gemacht», sagt Thomas Forrer, Bezirks­parteipräsident der Grünen. Konkret geht es um das Gebiet zwischen der Bahnlinie und der Seestrasse, in welchem durch­gehend eine hohe Dichte vor­gesehen gewesen wäre: 150 bis 300 Einwohner und Beschäftigte pro Hektare hätte dies bedeutet.

Gebiete mit mehr als 160 Einwohnern pro Hektar gibt es heute vornehmlich in Gemeinden wie Wallisellen oder Kloten – und der Stadt Zürich. Eine Dichte von mehr als 300 Einwohnern pro Hektar ist etwa im Gebiet um die Langstrasse Realität. «Es handelt sich um eine dreimal so hohe Überbauungsziffer wie heute», sagt Forrer in Bezug auf Erlenbach und Küsnacht. Dies sei unrealistisch für ein solch grosses Gebiet.

So wie die Verdichtung ursprünglich geplant war, wird sie aber nicht verabschiedet. Die Gemein­de Küsnacht intervenierte bei der ZPP und erreichte, dass diese ihr Vorhaben nochmals überprüfte. «Um die differenzierten und schönen Siedlungsstrukturen erhalten zu können, macht in diesem Bereich eine Abfolge von Gebieten mit mittlerer und hoher Dichte mehr Sinn», erklärt Martin Wyss (FDP), Küsnachter ZPP-De­le­gierter und Planungsvorstand der Gemeinde. Entsprechend zieht sich jetzt nicht mehr ein Band mit hoher baulicher Dichte von einer Ortsgrenze zur anderen. Vielmehr ist diese nur noch im Küsnachter Ortskern und an der Grenze zu Erlenbach vorgesehen.

Planungsgruppe relativiert

Auch in Zolli­kon, Zumi­kon, Meilen, Ueti­kon, Männe­dorf und Stäfa sind die Gebiete mit hoher baulicher Dichte auf Zentren und Gewerbezonen beschränkt. Keine hohe bauliche Dichte ist in Herrliberg, Oet­wil und Hombrechtikon vorgesehen. In Erlenbach zieht sich hingegen ein Streifen mit hoher Dichte fast durch den ganzen Ort. «Es ist sinnvoll, dass zwischen Bahnlinie und Seestrasse, einem nicht empfindlichen Gebiet, verdichtet wird, vor allem auch im Hinblick auf die Entwicklung des Areals Erlibacherhof», sagt der Erlenbacher ZPP-Delegierte und Planungsvorstand Martin Rübel (FDP) dazu.

In seiner Antwort auf die Einwendung relativiert der ZPP-Vorstand die Zahlen für das fragliche Gebiet allerdings. Diese sollen sich am unteren Rand bewegen, also näher bei 150 statt 300 Einwohnern und Beschäftigten pro Hektare liegen. (phs)

Erstellt: 14.06.2017, 09:16 Uhr

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