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Küsnacht wehrt sich gegen die Südstarts

Der Gemeinderat Küsnacht hat beim Bundesamt für Zivilluftfahrt eine Stellungnahme zu den geplanten Südstarts vom Flughafen Zürich abgegeben. Die Behörde lehnt den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt kategorisch ab.

Sie stossen auf heftige Kritik: Die geplanten Südstarts vom Flughafen Zürich.
Sie stossen auf heftige Kritik: Die geplanten Südstarts vom Flughafen Zürich.
Keystone

Der Gemeinderat Küsnacht zerreisst den überarbeiteten Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL 2) in der Luft. In diesem Licht kann seine Stellungnahme zum Plan, wie der Flughafen Zürich sich entwickeln soll, gesehen werden. Adressat ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl).Das Bazl hat im September SIL 2 präsentiert. Es sieht unter anderem die Verlängerungen der Pisten 16 und 28 vor. Für die Region Zürichsee am nachteiligsten wirken sich die vorgesehenen bis zu 13 000 Südstarts geradeaus pro Jahr aus. Auch die seit 2000 heftig bekämpften Südanflüge am Morgen und Abend würden durch den Entwicklungsplan SIL 2 in Stein gemeisselt.

Keine Kapazitätserhöhung

Bereits haben 5000 Bewohner der Region ihre Einsprachen gegen die geplanten Süd­starts geradeaus beim Bazl eingereicht. Jetzt doppelt der Gemeinderat Küsnacht nach. Die Gemeinde sei von den neuen Festlegungen negativ betroffen, heisst es in einer Medienmitteilung. Die Behörde wehrt sich «vehement und mit überzeugenden Gründen und Argu­menten» gegen die Weiterführung der Südlandungen und gegen die Einführung von Süd­starts. Gemeindepräsident ­Mar­kus Ernst (FDP) verleiht dem Küs­nachter Unmut deut­liche Worte: «Bevölkerung und Behörden aus allen Himmelsrichtungen des Flug­hafens sind erbost über die Mogelpackung des SIL.»

In zwölf Punkten zerpflückt der Gemeinderat Küsnacht SIL 2. So erfülle der Entwicklungsplan nicht den Anspruch auf Rechtssicherheit für Sach- und Richtpläne. SIL 2 enthalte keine ernsthafte Prüfung von alterna­tiven Flugbetriebskonzepten. SIL 2 verstosse gegen die Grundprinzipien des Raumplanungs- und Umweltrechts sowie der Lärm­schutz­verordnung.

Der Sicherheitsgedanke im Flugbetrieb bei ­Bise und Nebel werde missbraucht, um Kapazitäten zu erhöhen. Konkret verlangt der Gemeinderat: «Sämt­liche Massnahmen wie Pistenverlängerungen, Roll­wege, Enteisungsplätze, Flugbetriebs- konzept etc. haben sich an den Si­cher­heits- und Betriebsoptimierungen und nicht an Kapazitätserweiterungen auszurichten.»

Verfahren sistieren

Süd­starts und -landungen widersprächen auch dem Sicherheitsgedanken, wonach die heikelsten Flugphasen nicht ausgerechnet über dem dichtesten Siedlungsgebiet um den Flug­hafen geführt werden sollten. Genau dies ist aber laut der Küsnachter Stellungnahme bei SIL 2 der Fall.

Darum fordert der Gemeinderat, das Verfahren zu sistieren. Insbesondere sei der Einsatz der Flugbetriebskonzepte zu über­arbeiten, von den Süd­starts und -landungen abzusehen. Zudem dürfte die Zahl der Flugbewegungen nicht erhöht werden.

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