Küsnacht

Küsnacht gleist neues Projekt für Sozialwohnungen auf

Der Gemeinderat Küsnacht will an der Freihofstrasse Sozialwohnungen bauen. Ein früheres ähnliches Vorhaben auf dem gleichen Grundstück war nicht realisiert worden. Jetzt sind die Voraussetzungen anders.

Auf dem Grundstück direkt neben dem Seewasserwerk will die Gemeinde Küsnacht Sozialwohnungen bauen.

Auf dem Grundstück direkt neben dem Seewasserwerk will die Gemeinde Küsnacht Sozialwohnungen bauen. Bild: Moritz Hager

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Hinter dem Seewasserwerk besitzt die Gemeinde Küsnacht ein rund 1500 Quadratmeter grosses Grundstück an der Freihofstrasse. Der Gemeinderat will dort Wohnraum schaffen für unterstützungsbedürftige Menschen, die in Küsnacht auch die Miete einer Genossenschaftswohnung nicht zahlen können.

«Solche Fälle haben wir viele», sagt Gemeinderat Ueli Schlumpf (SVP), Vorsteher des Ressorts Liegenschaften. Als Preisbeispiel für Genossenschaftswohnungen erwähnt er die neue Überbauung Hüttengraben, wo eine Viereinhalbzimmerwohnung 2300 Franken koste. In Küsnacht stehen 14 Prozent aller Wohnungen auf Land, das die Gemeinde im Baurecht an Wohnbaugenossenschaften abgegeben hat, um trotz der teuren Lage einen Bevölkerungsmix zu erhalten. Sozialwohnungen hat die Gemeinde derzeit rund 36 zur Verfügung.

«Nicht für Asylbewerber»

Die vorgesehenen Wohnungen an der Freihofstrasse seien nicht als Asylbewerberunterkünfte gedacht, sagt Schlumpf. Beim früheren Projekt für das gleiche Grundstück war das anders. Im Jahr 1999 ging es um eine Notunterkunft für Asylbewerber, ein dreigeschossiges Wohnhaus, das Platz für rund 60 Personen geboten hätte. Die Anzahl Asylgesuche ging dann aber zurück, und das Projekt war nicht mehr nötig.

Überarbeitet kam es 2012 wieder aufs Tapet, mit 15 Wohnungen für Leute mit bescheidenem Einkommen oder für Sozialhilfebezüger, optional für Asylbewerber. Aber die Baukommission verlangte verschiedene Anpassungen, und schliesslich wurde das Projekt nicht realisiert.

Bauvolumen erhöht

Inzwischen haben die Voraussetzungen geändert. Die neue Bau- und Zonenordnung, beschlossen von der Gemeindeversammlung im September 2012, gewährt einen Ausnützungsbonus von 10 Prozent, wenn ein Viertel der Hauptnutzfläche aus Familienwohnungen besteht. Das Bauvolumen, das auf den 1500 Quadratmetern der Katasternummer 11782 möglich ist, erhöht sich damit markant, von 3800 auf 4500 Kubikmeter. Der Gemeinderat wolle darum nicht das alte Projekt überarbeiten, sondern nochmals «auf der grünen Wiese» beginnen, sagt der Liegenschaftenvorsteher.

Unter anderem soll das Vorhaben nach Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgeführt werden, heisst es im Beschrieb zuhanden des Generalplaners. Der Innenausbau soll einfach und zweckmässig sein, die Nutzungsmöglichkeiten in Bezug auf Wohnungsgrössen flexibel. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob eine Tiefgarage realisiert werden kann. Nicht für die Sozialhilfebezüger, sondern um die Parkplatzsituation zu verbessern in der Nähe des Strandbads und der Werke am Zürichsee.

Im Moment Lagerplatz

Das Bild von der grünen Wiese trifft auf das Grundstück an der Freihofstrasse nicht mehr wörtlich zu. Die Werke am Zürichsee nutzen es gegenwärtig als Lagerplatz, und der ist asphaltiert. Die Werke mussten ausweichen, weil auf einem Nachbargrundstück neue Klärbecken für die ARA Küsnacht-Erlenbach-Zumikon gebaut werden (die ZSZ berichtete). Nachher wird der Platz wieder frei. Über den Klärbecken werden die Werke ihre neue Fernwärmezentrale bauen.

Gemäss dem jetzigen Terminplan des Gemeinderats könnte der Bau der Sozialwohnungen im Frühling 2019 beginnen, wenn alles wie vorgesehen läuft. Die Stimmberechtigten werden an der Urne über das Projekt zu befinden haben, weil die Kosten sicher über der Fünfmillionengrenze liegen, bis zu der die Gemeindeversammlung entscheiden kann.

Erstellt: 13.04.2016, 18:00 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles