Uetikon

Künstler sollen temporär Gebäude des Chemie-Areals nutzen

Dass auf dem Gelände der ehemaligen Chemie Uetikon eine Kantonsschule entsteht, ist entschieden. Was bis dahin mit den alten Gebäuden geschieht, ist noch unklar. Drei Kantonsräte haben nun eine Idee für eine Zwischennutzung.

Künstler sollen temporär die Gebäude auf dem Areal der Chemie Uetikon nutzen können.

Künstler sollen temporär die Gebäude auf dem Areal der Chemie Uetikon nutzen können. Bild: Archiv Michael Trost

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Die leer stehenden Räumlichkeiten auf dem ehemaligen Gelände der Chemie Uetikon sollen kulturell belebt werden. Dies wünschen die Zürcher Kantonsräte Esther Meier (SP, Zollikon), Thomas Forrer (Grüne, Erlenbach) sowie Tobias Mani (EVP, Wädenswil). Sie haben Anfang Woche beim Regierungsrat eine Anfrage eingereicht, in welcher sie sich nach einer möglichen Zwischennutzung von Kulturschaffenden erkundigen.Auf dem Uetiker Seeareal will der Kanton bis spätestens 2028 eine neue Mittelschule bauen. Das rund 65 000 Quadratmeter grosse Grundstück hatte er im Frühling 2016 der CPH Chemie+ Papier Holding AG abgekauft. Die Hälfte des Baulandes veräusserte er Anfang 2017 der Gemeinde Uetikon.

Suche nach Vorschlägen

Was dereinst nebst dem Gymnasium auf dem Seegrundstück entstehen soll, ist noch unklar. Aktuell suchen Kanton und Gemeinde unter Einbezug der Bevölkerung sowie von Fachleuten nach Vorschlägen und Möglichkeiten. Doch was geschieht mit dem Gelände, bis die Bagger anrollen?

Es sei absehbar, schreiben die Kantonsräte in ihrer Anfrage, dass die künftige Nutzung der Bauten sich erst mittelfristig realisieren liessen. «Bis dahin würde sich eine Zwischennutzung durch Kulturschaffende anbieten», sagt Esther Meier. Für die Zollikerin ist Kultur ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Sie organisiert seit Jahren Kulturanlässe im privaten Rahmen und ist mit einem Musiker verheiratet.

Passenden Raum für kreative Projekte zu finden, sei immer ein schwieriges Unterfangen, sagt Meier. Sie hält die Uetiker Bauten für ideal für diesen Zweck: «Alte Gebäude, die nicht auf Hochglanz poliert worden sind, ermöglichen Künstlern eine grosse Kreativität.» In einer solchen Umgebung seien sie freier, Ideen zu entwickeln. Mit ihrer Nähe zum See böten die Fabrikhallen eine besondere Anziehungskraft. «Zudem sind sie wohl kostengünstiger zu mieten als andere Objekte.»

Mitunterzeichner Thomas Forrer nennt einen weiteren Vorteil, wenn Kulturschaffende aus unterschiedlichen Sparten unter einem Dach versammelt sind: «Die Künstler können sich austauschen und inspirieren.» Ob Atelier, Probelokal, Ausstellungs- oder Aufführungsraum — Forrer kann sich vorstellen, dass das Uetiker Seeareal zu einem überkommunalen Kulturtreffpunkt würde: «Uetikon liegt mitten im Bezirk und ist von allen Gemeinden her gut erreichbar.» Es wäre schade, sagt der Erlenbacher, wenn die Gebäude bloss als Lagerhallen genutzt würden.

«Aufgabe des Kantons»

Die Kantonsräte zielen in ihrer Anfrage an den Regierungsrat in erster Linie auf eine Zwischennutzung des Seegrundstückes ab. Sie fänden es allerdings wünschenswert, wenn auf dem Gelände auch später Raum für Kultur vorhanden wäre. «Der Aufbau von Strukturen des regionalen Kulturlebens gehört ja zu den Zielen des kantonalen Kulturleitbildes», sagt Esther Meier. Die Anfrage sei auch als Sensibilisierung für dieses Thema zu verstehen.

Weitere Schritte als Option

Die Kantonsrätin weiss noch nicht, wie sie nach der Beantwortung der Anfrage durch den Regierungsrat vorgehen wird. Je nach Inhalt stünden weitere politische Schritte an. Am liebsten wäre ihr aber, wenn der Kanton von sich aus aktiv würde.«Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass er etwas gegen eine kulturelle Nutzung haben könnte.»

Erstellt: 02.11.2017, 17:47 Uhr

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