Uetikon

Kritische Fragen zu Sanierung an der Alten Bergstrasse

Der Gemeinderat informierte über den Ausbau der Alten Bergstrasse und des Rundiwegs. Ein erstes Projekt scheiterte. Auch die neuen Pläne stossen auf Kritik.

Die Alte Bergstrasse in Uetikon ist in keinem guten Zustand und soll deswegen saniert werden.

Die Alte Bergstrasse in Uetikon ist in keinem guten Zustand und soll deswegen saniert werden. Bild: Archiv Manuela Matt

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In Schlangenlinie verläuft die Alte Bergstrasse steil durch Uetikon und führt vom Dorfkern in die höher gelegenen Quartiere. Der Strassenzustand ist schlecht, weshalb der Gemeinderat im Februar einen Projektierungskredit von 48'000 Franken gesprochen hat für die Sanierung der Alten Bergstrasse von der Bergstrasse bis zur Lindenstrasse. Im gleichen Zug sollen auch der Rundibach und der Rundiweg erneuert werden. Er zweigt von der Alten Bergstrasse ab und ist noch steiler.

Am Montag präsentierte der Gemeinderat seine Pläne. Rund 50 Personen liessen sich im Riedstegsaal informieren – offenbar mehr, als man erwartete, denn es mussten zusätzliche Stühle aufgestellt werden. Verschiedene Votanten stellten kritische Fragen. Meist ging es um die Verkehrssituation. Es werde zu schnell gefahren auf der Alten Bergstrasse, so der Tenor.

Zweiter Anlauf

Mit den vorliegenden Plänen nimmt der Gemeinderat einen zweiten Anlauf für die Sanierung. Bereits im Budget 2018 hatte die Behörde für die Erneuerung der Alten Bergstrasse bis zur Lindenstrasse eine Investition von 1,8 Millionen vorgesehen. Doch die Gemeindeversammlung unterstützte einen Antrag, der die Streichung des Postens vorsah.

Der Gemeinderat gelangte deshalb mit einem Rekurs an den Bezirksrat. Dieser war nicht der gleichen Ansicht wie der Gemeinderat, dass die 1,8 Millionen Franken eine gebundene Ausgabe seien. Den Entscheid des Bezirksrats zog der Gemeinderat eine Instanz weiter. Der Fall liegt nun beim Regierungsrat. «Das Verfahren läuft noch», sagte Ressortvorsteher Bau, Christian Schucan (FDP), am Montag. Die Antwort des Regierungsrats steht also noch aus.

Im alten Projekt war eine Verbreiterung des Rundiwegs vorgesehen. Davon wird nun abgesehen. «Der Strassenverlauf wird der alte bleiben», sagte Schucan den Anwesenden. Von der Bevölkerung seien Einwendungen gegen die Verbreiterung eingegangen. «Im neuen Projekt wird deshalb weniger Land von Grundeigentümern erworben werden.» In einem Mitwirkungsverfahren sollen neue Einwendungen der Uetiker gesammelt werden und ins Projekt einfliessen.

Kein Tempo 30

Eine Votantin hat die Pläne studiert und kommt zum Schluss: «An einem Teil wird die Alte Bergstrasse fast zwei Meter breiter.» Sie befürchte, dass danach zu schnell gefahren werde. «Besonders an der Einbiegung der Lindenstrasse kommen die Autos schon heute mit hohem Tempo angeschossen.» Dem werde vorgebeugt, sagte Schucan. Sogenannte Auframpungen und neue Rechtsvortritte sollen die Lage entschärfen. Damit der Bus und die Autos problemlos auf der Alten Bergstrasse verkehren können, sind Anpassungen wie die genannten vorgesehen. Sie würden Autofahrer zwingen, den Fuss vom Gas zu nehmen.

Den Wunsch zur Einführung von Tempo 30, den eine weitere Votantin äusserte, will der Gemeinderat nicht ins vorliegende Projekt einfliessen lassen. Eine Temporeduktion müsse sorgfältig vorbereitet sein, weshalb es sinnvoll sei, sie allenfalls in einem separaten Verfahren zu prüfen, sagte Schucan.

Neue Brücke

Eine weitere Votantin sorgt sich um die Verkehrsführung während der Bauarbeiten und fragte nach dem Verlauf der Umleitung. Diese Details seien noch nicht konkret, sagte Schucan. Auch zum Rundiweg hat ein Herr eine Frage. Er kritisiert die Lage der Brücke, die gebaut werden soll. Der Grund: Er bewirtschaftet eine Wiese oberhalb des Rundiwegs. Die Position der Brücke im alten Projekt sei besser gewesen, um zur Wiese zu gelangen. Die Erneuerung der Alten Bergstrasse und des Rundiwegs dürfte also noch zu reden geben.

Was die Finanzierung betrifft, rechnet der Gemeinderat mit gebundenen Kosten von 2,37 Millionen Franken für die Strasse, 1,28 Millionen für die Sanierung des Bachs und 270'000 Franken für die Siedlungsentwässerung. Darüber soll der Gemeinderat entscheiden. «Die nicht gebundenen Kosten betragen weniger als 200'000 Franken», sagte Schucan – wodurch sie ebenfalls in der Kompetenz des Gemeinderats lägen.

Erstellt: 25.06.2019, 20:54 Uhr

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