Meilen

Kritiker befürchten Abriss eines alten Schulhauses

Der Meilemer Gemeinderat will das alte Schulhaus im Dorfzentrum aus dem Inventar der Denkmalschutzobjekte entlassen. Ein Schritt, der bei einigen Meilemern auf Unverständnis stösst.

Das alte Schulhaus im Meilemer Dorfzentrum soll aus dem kommunalen Inventar schützenswerter Bauten entlassen werden. Der Anbau (rechts) ist darin nicht enthalten und könnte schon heute abgerissen werden.

Das alte Schulhaus im Meilemer Dorfzentrum soll aus dem kommunalen Inventar schützenswerter Bauten entlassen werden. Der Anbau (rechts) ist darin nicht enthalten und könnte schon heute abgerissen werden. Bild: Manuela Matt

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Die zweite Etappe der Meilemer Zentrumsplanung lässt auf sich warten. Wann es mit dem Saalbau und der Markthalle konkreter wird, ist noch offen. Trotzdem stellt der Gemeinderat Meilen erste Weichen. Am 18. Mai hat er im «Meilener Anzeiger» die Inventarentlassung des Alten Schulhauses bekannt gemacht.

Laut Inserat fasste er den Beschluss im Zusammenhang mit der Dorfkernentwicklung. Das Schulhaus soll als nicht schützenswert klassifiziert aus dem Inventar der möglichen Denkmalschutzobjekte entlassen werden. Zwei Wochen später erscheint im Anzeiger ein fast halbseitiges Inserat mit dem Titel «Affront bei der Zentrumsplanung». Gezeichnet wurde es vom Meilemer Bauingenieur Peter Bischofberger. Für ihn ist der Hintergedanke der Behörde offensichtlich: Damit stünden bei einem Architekturwettbewerb für einen Gemeindesaalbau die Türen für einen möglichen Abbruch des alten Schulhauses offen.

Bischofberger zeigt sich befremdet über das Vorgehen des Gemeinderats. Dieser sei während Jahren zur Schutzwürdigkeit des Schulhauses gestanden. Als Beweis führt der Meilemer vier Presseberichte an, in denen der Erhalt des alten Schulhauses bekräftigt wird. So schrieb unter anderem die ZSZ vor drei Jahren: «Das ehemalige Sekundarschulhaus, das vielen Meilemern am Herzen liegt, soll stehen bleien.»

Gemischte Reaktionen

Für Bischofberger kehrt der Gemeinderat mit der Inventarentlassung von seiner bisherigen Linie ab. Das Schulhaus von 1909 sei als wichtiger Zeuge aus seiner Epoche erhaltenswert und präge den Dorfkern mit dem Gemeindehaus von 1913 wesentlich mit. Der Bauingenieur kündigt im Inserat einen Rekurs an.

«Viele Meilemer sind mit dem Schulhaus emotional verbunden», sagt Gemeindepräsident Christoph Hiller (FDP). Er selber ist im besagten Schulhaus zur Schule gegangen. Mit Reaktionen sei zu rechnen gewesen. Er habe zustimmende und ablehnende Rückmeldungen erhalten. Dass mit der beantragten Inventarentlassung die Zukunft des alten Schulhauses bereits besiegelt wurde, dementiert Hiller. Der Gemeinderat habe keine Kehrtwende vollzogen.

Erstellt: 07.06.2018, 20:09 Uhr

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