Küsnacht

Konzern-Initiative erhält Unterstützung am Zürichsee

In der Region entstehen zahlreiche lokale Komitees zur Unterstützung der Konzernverantwortungsinitiative. Am Donnerstag fand dazu ein Filmabend mit Referat statt.

Im Bezirk Meilen gibt es mehrere Unterstützerkomitees, die sich jeweils auf Gemeindeebene für die Konzernverantwortungsinitiative engagieren.

Im Bezirk Meilen gibt es mehrere Unterstützerkomitees, die sich jeweils auf Gemeindeebene für die Konzernverantwortungsinitiative engagieren. Bild: pd

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Rund 40 Personen unterschiedlichen Alters füllten am Donnerstagabend die Küsnachter Chrottegrotte, um sich den Dokumentarfilm «Trading Paradise» anzusehen. Zum Anlass geladen hatten das Polit-Bündnis Rotgrün+ und das Regionalbündnis zur Unterstützung der Konzernverantwortungsinitiative im Bezirk Meilen.

Die Konzernverantwortungsinitiative will, dass Grosskonzerne mit Sitz in der Schweiz juristisch zur Verantwortung gezogen werden können, wenn diese bei ihren Auslandsaktivitäten gegen die Menschenrechte oder die internationalen Umweltstandards verstossen.

Lokale Komitees

Aus dem Regionalbündnis Bezirk Meilen sind in den vergangenen Tagen mehrere lokale Unterstützerkomitees hervorgegangen, die sich jeweils auf Gemeindeebene engagieren. So zum Beispiel das Komitee Meilen/Uetikon, das sich wie die Komitees von Stäfa oder Männedorf kürzlich gegründet hat. «Wir vom Regionalbündnis sind zum Schluss gekommen, dass es aufgrund des beträchtlichen Zuspruchs in der Region Sinn macht, wenn sich die Leute lokal zusammenschliessen und vorrangig in ihrer eigenen Gemeinde aktiv werden», erklärt Flavien Gousset, der den Filmabend mitorganisiert und vor rund eineinhalb Jahren das Regionalbündnis mitbegründet hat.

Dieses veranstaltete damals gleich nach seiner Gründung einen Filmabend im Stäfner Obstgarten, zu dem über 70 Leute kamen. Seither ist Gousset, 22 Jahre jung und SP-Mitglied, überzeugt, dass das Anliegen auch im bürgerlich dominierten Bezirk Meilen auf eine gewissen Unterstützung zählen kann.

Dies bestätigt auch Julian Meier vom nationalen Initiativkomitee, der an diesem Abend ebenfalls in der Chrottegrotte anwesend ist. Er habe bisher die Erfahrung gemacht, dass Menschen verschiedenster politischer Couleur Sympathien für die Initiative bekundeten, da sie Ziele verfolge, die für viele selbstverständlich wären.

Ständerat-Nein als Start

Dass die Unterstützer der Initiative ausgerechnet jetzt ihre Aktivitäten verstärken, ist kein Zufall. Mit dem Nein des Ständerats zum Gegenvorschlag im März wurde ihnen klar, dass es wohl schon recht bald zur Volksabstimmung kommen wird und dass der eigentliche Abstimmungskampf bereits begonnen habe. «Gegen die Millionen-Kampagne der Economiesuisse kommen wir finanziell nicht an, daher gilt es nun, möglichst viele engagierte Menschen für unsere Sache zu gewinnen», gibt sich Gousset, der im Herbst auch für den Nationalrat kandidieren wird, kämpferisch. Dazu soll es am 1. und 29. Juni nationale Aktionstage geben.

Das Konzept mit den lokalen Komitees beschränkt sich nicht nur auf den Bezirk Meilen. Wie bereits auch im Bezirk Horgen in den Gemeinden Adliswil, Horgen, Wädenswil und Richterswil haben sich schweizweit inzwischen über 200 Lokalkomitees gegründet, die auf nationaler Ebene vom «Verein Konzernverantwortungsinitiative» unterstützt werden. Laut Gousset markierte der Abendanlass in der Chrottengrotte auch den Übergang vom bisherigen Regionalbündnis hin zu den mehreren lokalen Unterstützer-Komitees im Bezirk Meilen, was er als einen politischen Erfolg wertet.

Befürworter unter sich

Auf den Film folgt ein Referat des Zürcher SP-Gemeinderates und Ethikers Jean-Daniel Strub. Er lobt die Initiative dafür, dass die Verantwortung in den Fokus gerückt werde und dass diese im Initiativtext klar definiert sei. Der Applaus nach dem Film und die auf das Referat von Strub anschliessende Diskussionsrunde offenbarte, dass es sich bei den Besuchern des Anlasses ausschliesslich um Sympathisanten der Initiative handeln konnte. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 24.05.2019, 16:27 Uhr

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