Zollikerberg

Zollikon soll einen neuen Treffpunkt erhalten

Die reformierte Kirche plant einen neuen Treffpunkt im Zollikerberg. Finanzieren will sie ihn nicht alleine – sie sucht auch Spender.

Das Café soll zu einem Treffpunkt mehrerer Generationen werden.

Das Café soll zu einem Treffpunkt mehrerer Generationen werden. Bild: PD/Visualisierung

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Das Projekt «Sorgende Gemeinschaft und Café am Puls» der reformierten Kirche Zollikon stiess auf reges Interesse. Im grossen Mehrzwecksaal des Kirchgemeindehauses Zollikerberg waren 160 Leute anwesend, als die Pläne vorgestellt wurden. Doch dürften sich im Raum aus feuertechnischen Gründen nur 100 Personen aufhalten. «Mehrere Stuhlreihen sind heute quasi illegal da – nun wissen Sie, wieso wir das Projekt angestossen haben», sagte Hanni Rüegg, Präsidentin der Kirchenpflege. Der Saal hätte eigentlich eine Kapazität für 300 Personen und könne somit nicht voll genutzt werden.

Tatsächlich wird die feuerpolizeiliche Ertüchtigung der Infrastruktur des Gemeindehauses den Löwenanteil der Baukosten ausmachen. Für das Café am Puls rechnet die Kirche mit 375'000 Franken für Brandschutzvorkehrungen und Fluchtwege allein. Weitere 250'000 Franken werden der Einbau einer Küche, die Möblierung sowie der Bau eines Spielplatzes kosten. Dazu wird der Lohn einer Gastronomin oder eines Gastronomen kommen. Die restliche Arbeit soll auf freiwillige Helfer entfallen.

Einsatz für die Gemeinschaft

60 Prozent der Gesamtkosten will die Kirchgemeinde aus Eigenmitteln finanzieren. Für die restlichen 40 Prozent setzt sie auf Fundraising, also Spenden Privater und Institutionen. «Längerfristig soll das Café nachhaltig über einen Förderverein finanziert werden können», sagt Rüegg.

«Bisher orientierten sich unsere Angebote stark an Menschen über 55 Jahren, aber nicht an solchen über 80.»Pfarrerin Anne-Käthi Rüegg-Schweizer

Das Konzept des Cafés ist aus einem neuen Alterskonzept der Kirche entstanden. «Bisher orientierten sich unsere Angebote stark an Menschen über 55 Jahren, aber nicht an solchen über 80», sagte Pfarrerin Anne-Käthi Rüegg-Schweizer. Dabei habe man gemerkt, dass immer mehr Zollikerinnen und Zolliker in die zweite Kategorie fielen. Hier setzt das Konzept «Caring Community» oder «Sorgende Gemeinschaft» an: Der Fokus des Cafés soll nicht auf Konsum, sondern auf Angeboten und Aktivitäten liegen – für ältere wie jüngere Generationen. Ideen sind schon vorhanden: Ein Hochbeet oder einen Spielplatz soll es etwa geben. «Zum Älterwerden braucht es alle Generationen», betont Rüegg-Schweizer. Damit das auch gelingt, arbeitet Kinder- und Jugend-Diakonin Jennifer Rota am Projekt mit. «Ich will Begegnungen aller Generationen fördern», sagt sie. Dies könne durch gemeinsames Spielen oder Musizieren erreicht werden. Das Café richte sich an die gesamte Bevölkerung Zollikons und Zollikerbergs – unabhängig von deren Konfession oder Alter.

Damit das erfolgreich gelingt, wurde extra ein «Brand Coach» angestellt. «Das Café soll als eigenständiges Produkt wahrgenommen werden», sagt Coach Thomas Hauser. Der Bezug zur Kirche soll nicht verloren gehen, aber es soll kein «blosses Kirchencafé» sein. Hauser war wie Sozialdiakonin Silvia Nigg bereits an einem ähnlichen Projekt der reformierten Kirche Witikon beteiligt, dem Café Hoch3. Beide hätten da gute Erfahrungen gemacht, das Café sei seit seiner Eröffnung im Frühjahr dieses Jahres gut besucht.

Stimmvolk entscheidet

Bei den anwesenden Senioren im Gemeindehaus kam das Projekt gut an. «Es ist ein Wagnis, aber einen Versuch wert», befand ein Zollikerbergler. «Wir warten schon lange auf ein Café», sagte eine andere Anwohnerin. Endlich gebe es etwas im Zollikerberg statt im Dorf. Doch bevor die Ideen umgesetzt werden können, braucht es die Zustimmung der politischen und reformierten Gemeinde. Ende November wird der Entscheid zur Baubewilligung erwartet, und am 2. Dezember wird die Kirchgemeindeversammlung stattfinden, an der über das Projekt abgestimmt wird. Wenn das Projekt angenommen wird, plant die Kirche mit einer Bauvergabe im Januar und Baubeginn im Sommer. Das Café könnte dann im Herbst 2020 seine Türen öffnen.

Erstellt: 17.09.2019, 21:24 Uhr

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