Meilen/Thalwil

Kinderzeichnungen verschönern kahle Schulhausmauern

Der Zumiker Lichtkünstler Gerry Hofstetter will zeigen, was die Schulen für die Integration leisten. Auf seiner Tour zu verschiedenen Schulhäusern rückt er Kinderzeichnungen ins Rampenlicht. Demnächst auch in Meilen und Thalwil.

Kinderzeichnungen erleuchten Schulhauswände. Gerry Hofstetter kommt nach Meilen. Im Bild das Zürcher Milchbuck-Schulhaus.

Kinderzeichnungen erleuchten Schulhauswände. Gerry Hofstetter kommt nach Meilen. Im Bild das Zürcher Milchbuck-Schulhaus. Bild: PD

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In diesem Büro sieht es nach richtig viel Arbeit aus. Auf dem Schreibtisch und auf den Fensterbänken türmen sich Papiere und Broschüren einen halben Meter hoch, obendrauf liegt ein Plan mit den Orten, an denen die Lichtkunsttour 2018 Station macht. Gerry Hofstetter, der vor fünf Jahren mit der Beleuchtung der SAC-Hütten in der Schweiz für Begeisterung sorgte, arbeitet stets an mehreren Projekten gleichzeitig. Doch die Schulhaustour nimmt den Zumiker zurzeit voll in Beschlag. Das Echo sei gewaltig, sagt Hofstetter.

Dabei waren die Anfänge durchaus bescheiden. Gerry Hofstetter gestaltete für das letztjährige Weihnachtsfest der Hochschule für Heilpädagogik (HfH) eine spezielle Beleuchtung des Treppenhauses. HfH-Rektorin Barbara Fäh regte an, eine ähnliche Aktion für die Bevölkerung zu machen. «Wir wollten nach aussen sichtbar machen, was in den Schulhäusern geschieht», erklärt Hofstetter. Vor allem die Leistungen, welche die Schulen für eine gelingende Integration der Kinder in die Gesellschaft erbringen, sollten gezeigt werden.

Ungleichheiten aufgehoben

Hofstetter hatte die Idee, Kinderzeichnungen auf die Schulhäuser zu projizieren. «Der einzelnen Zeichnung sieht man nicht an, ob das Kind, das sie geschaffen hat, hochbegabt oder behindert ist», erklärt er. In den Zeichnungen seien alle Ungleichheiten aufgehoben.

Seit Mitte November hat die Lichtkunsttour in verschiedenen Schulhäusern in den Kantonen Zürich, Obwalden, Aargau und in der Ostschweiz Station gemacht. Mindestens vier Zeichnungen werden jeweils gleichzeitig aufs dunkle Schulhaus projiziert. Die Dias wandern, wodurch jede Zeichnung mehrmals auftaucht. Die rund einstündige Show wird mit Musik untermalt, dazu gibt’s an den meisten Orten heisse Getränke und Gebäck. Vielerorts singen die Kinder Advents- und Weihnachtslieder oder erzählen Geschichten.

Auf 2019 vertrösten

Beteiligen konnten sich Schulen in denjenigen Kantonen, die der HfH angeschlossen sind. Das Echo auf die Aufrufe war überwältigend. Mehr als 3000 Kinderzeichnungen aus 13 Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein seien eingetroffen, berichtet Hofstetter, der an der Auswahl der Schulhäuser mitwirken durfte. Viele Anmeldungen konnten nicht berücksichtigt werden, die Schulen wurden auf nächstes Jahr vertröstet. Damit ist gesagt, dass es im Advent 2019 höchstwahrscheinlich zu einer Fortsetzung kommen wird. Finanziert wird die Lichtkunsttour zum grossen Teil aus Lotteriefondsgeldern, dazu kommen Beiträge von Gemeinden und Sponsoren.

Für die Kinder, egal ob Kindergärtler oder Sekschülerin, sei es ein ganz besonderes Erlebnis, ihre Zeichnungen einmal nicht nur als A4-Blatt vor sich zu haben, sondern sie im Grossformat auf der Schulhauswand leuchten zu sehen, sagt Gerry Hofstetter. «Sie stehen mit offenem Mund da und staunen.»

Die Lichtkunsttour 2018 macht am Freitag, 7. Dezember., von 18.30 bis 20 Uhr im Primarschulhaus Obermeilen Halt, am Mittwoch, 19.12., von 17.30 bis 19 Uhr im Schulhaus Sonnenberg in Thalwil (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.12.2018, 17:09 Uhr

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