Kilchberg

Kilchberger Feuerwehr bleibt am alten Standort

Die Wahl des Standortes ist gefallen: Das Feuerwehrdepot und der Werkhof bleiben an der alten Landstrasse. Die Entscheidung fiel erdenklich knapp.

Der Standort bleibt, das Gebäude wird neu. So wird das neue Feuerwehrdepot an der alten Landstrasse 166 in Kilchberg aussehen.

Der Standort bleibt, das Gebäude wird neu. So wird das neue Feuerwehrdepot an der alten Landstrasse 166 in Kilchberg aussehen. Bild: Visualisierung: Fiechter & Salzmann Architekten GmbH

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Das Depot der Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon und der Werkhof bleiben wo sie sind. Das haben die Kilchberger am Sonntag entschieden. Bei einer Variantenabstimmung musste sich das Stimmvolk zwischen zwei möglichen Standorten für die beiden Betriebe entscheiden. Zur Wahl stand zum einen die Instandsetzung und Erweiterung des bisherigen Gebäudes auf dem Areal an der Alten Landstrasse 166 zwischen Schulhaus Brunnenmoos und C.F. Meyer-Haus, zum anderen ein Neubau beim Schiessplatz Im Tal, sihltalseits der Autobahn.

Beide Varianten wurden vom Stimmvolk gutgeheissen. Bei der Stichfrage, welche der beiden Alternativen der Souverän bevorzugt, sprachen sich 1192 Kilchberger für eine Sanierung und Erweiterung am bisherigen Standort aus. Rund 100 Stimmen weniger, nämlich 1087, gingen für einen Neubau am Standort im Tal ein. Die Stimmbeteiligung lag bei der Stichfrage bei 48,5 Prozent.

Kosten und Sicherheit

Mit der Abstimmung geht in Kilchberg ein langes Kapitel zu Ende. Bereits 2012 beschäftigte sich der Gemeinderat mit einem neuen Standort für Feuerwehr und Werkhof. Schon damals war das Ende der Sechziger Jahre erstellte Gebäude dringend renovationsbedürftig. Wegen Rohrleitungen an der Decke müssen Fahrzeuge als Spezialanfertigung mit geringerer Höhe bestellt werden und es bestehen enge Platzverhältnisse, weshalb Teile der Feuerwehr und des Werkhofs auf zahlreiche Standorte ausgelagert werden.

Aus diesem Grund hatte der Gemeinderat 2012 eine Machbarkeitsstudie für einen Neubau im Tal in Auftrag gegeben. Die damals geschätzten Kosten des Projekts: 9,5 Millionen Franken. Vier Jahre später war der Exekutive aber klar, dass der Neubau rund 15,9 Millionen Franken kosten wird. Der Gemeinderat sistierte das Projekt und suchte nach einer Alternative. Diese fand er am bestehenden Standort. Eine Instandstellung und Erweiterung des alten Gebäudes kostet rund 11,7 Millionen Franken. Am Sonntag entschied sich das Stimmvolk für die günstigere Variante.

«Wir wären auch mit dem Standort im Tal zufrieden gewesen.»Barbara Baruffol, Gemeinderätin Kilchberg

Den alten Standort hat auch der Gemeinderat in der Weisung zur Abstimmung favorisiert. Trotzdem sagt Gemeinderätin und Vorsteherin Sicherheit und Sport Barbara Baruffol (FDP): «Wir wären auch mit dem Standort im Tal zufrieden gewesen». Dass das Resultat so knapp ausgefallen ist, überrascht Baruffol nicht. «Die verschiedenen Meinungen der Parteien zeigten im Vorfeld der Abstimmung, dass sich kein deutliches Ergebnis abzeichnen wird.»

Letztlich hätten aber neben dem Kostenargument auch die besseren Einsatzzeiten der Feuerwehr für den bisherigen Standort gesprochen. Der Feuerwehr muss es nämlich möglich sein, in 80 Prozent aller Ernstfälle innerhalb von zehn Minuten zehn Feuerwehrleute an die Einsatzstelle zu schicken. Am Standort im Tal hätte sich die Ausrückzeit bei Einsätzen in der oberen Zone Kilchbergs, namentlich im Gebiet Stockengut oder Breitloo um bis zu drei Minuten verlängert.

Die Kritik am Ortsbild

Mit der Erweiterung am bestehenden Standort kann die Gemeinde Kilchberg das Areal im Tal anderweitig nutzen. Gemäss Barbara Baruffol gebe es noch keine konkreten Ideen, was auf der Parzelle in der Zone für öffentliche Bauten entstehen soll. Eines ist jedoch klar: Die Schützen müssen bis spätestens Ende 2020 ihren Schiessplatz verlassen.

Die Kritiker des jetzigen Standorts monierten, dass das Ortsbild durch den erweiterten Pavillon gestört wird. Denn das Gebäude liegt direkt neben dem Park der Villa Schellergut und dem C.F. Meyerhaus – beides denkmalgeschützte Häuser. Der Zürcher Heimatschutz sagte Anfang Monat gegenüber der ZSZ, dass er sich überlegen wird, den Baurechtsentscheid anzufordern. Barbara Baruffol sieht dem gelassen entgegen: «Wir haben im Vorfeld detailliert diskutiert, was gemäss Bau- und Zonenordnung möglich ist und was nicht.»

Mit dem Entscheid kann der Gemeinderat nun den nächsten Schritt planen. Die Bewilligungs- und Ausschreibungsphase beginnt ab dem dritten Quartal 2019. Geht alles nach Plan, sollen die Bauarbeiten Anfang 2020 beginnen. Bezugsbereit wäre das neue Depot Ende 2021. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.02.2019, 17:51 Uhr

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