Stäfa

Ketchup made in Stäfa

Kindern gesundes Essen schmackhaft machen – das ist das Ziel der Stäfnerin Connie Kelly. Die Köchin hat deshalb ein Ketchup entwickelt, das verschiedenen Ansprüchen gerecht werden soll.

Die Stäfnerin Connie Kelly hat ihr eigenes Ketchup entwickelt: Gut hundert Rezeptversuche brauchte Kelly, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war.

Die Stäfnerin Connie Kelly hat ihr eigenes Ketchup entwickelt: Gut hundert Rezeptversuche brauchte Kelly, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

So sehe es bei ihr nicht immer aus, bemerkt Connie Kelly kurz nach Einlass in ihre Stäfner Wohnung. «So» will heissen: Nicht nur aufgeräumt – sondern durchgestylt, als ginge es um eine Reportage für ein Wohnmagazin im Hochglanzdruck. «Wenn die beiden Buben nach Hause kommen», sagt sie und lässt ihre beiden Fäuste gegeneinander prallen, «dann herrscht in Sekunden das Chaos.» Sie lacht und schüttelt vielsagend den Kopf. «Und kürzlich war dort» – sie zeigt zum Sofa – «alles voll Ketchup.» Man glaubt es kaum, so unbeschadet sieht der helle Stoff aus.

Kein Zucker zugesetzt

So wenig aber die Rangeleien zwischen einem Elf- und einem Siebenjährigen aussergewöhnlich sind wie die kulinarischen Vorlieben von Kindern für Ketchup – so sehr spielt Letzteres in dieser Familie eine besondere Rolle. Welche, zeigt die Flasche auf der Küchenanrichte. «Connie’s Kitchen Ketchup» steht auf der Etikette – und verrät die Hausherrin nicht zufällig als Namensgeberin des Produktes. Warum die gebürtige Österreicherin hier in ihrer Küche ein eigenes Ketchup kreiert hat, darauf verweist eine weitere Zeile auf der Etikette: «No added sugar».

Viel Zucker steckt hingegen in industriell hergestelltem Ketchup. Dies und dass es «eigentlich» nichts Gesundes sei, wüssten zwar die meisten Leute, meint Kelly. Aber die wenigsten tüfteln gleich ein alternatives Produkt aus. Nicht zuletzt, weil ihnen der Aufwand wohl zu gross ist. Genau da sieht Kelly ihre Motivation. Denn ihr Ketchup hat sie nicht nur für die eigene Familie entwickelt, sondern für alle, die ein gesünderes Produkt suchen, ohne dafür selber in der Küche stehen zu müssen. Diesen Ansatz verfolgt Kelly seit 2010 mit ihrer Firma für Ernährungsberatung, Kochkurse und Catering.

Das Interesse am gesunden Essen geht indes viel weiter zurück. Es wird ihr sozusagen in die Wiege gelegt: Aufgewachsen ist sie in einem Vorarlberger Dorf; ihre Mutter «ist immer und viel am Kochen», sie Kelly sagt, das Gemüse komme aus dem Garten. «Fertigprodukte gab es nie.» Die Liebe, mit der die Mutter die Mahlzeiten für die fünfköpfige Familie zubereitet, färbt auf die Tochter ab.

So, dass diese Kochen und Ernährung zu ihrem Lebensinhalt macht. Sie lernt, im Rahmen einer weiterführenden Schule, Köchin und studiert darauf in Wien Ernährungswissenschaften. Es folgen zehn Jahre in der Lebensmittelindustrie, wo sie auch ihren Mann, den Iren John, kennenlernt. Unter anderem bei Nestlé ist sie als Ernährungsexpertin bei der Entwicklung neuer Produkte für den Gesundheitsaspekt zuständig.

Eine mitunter frustrierende Tätigkeit, denn ihren Empfehlungen sind Schranken gesetzt. «Es musste so viel anderes berücksichtigt werden, wie Haltbarkeit, Kosten und Verfügbarkeit von Zutaten oder die Vorgaben des Marketings.» Als sie Mutter wird, stellt sie fest, wie herausfordernd die Zubereitung von gesundem Essen auch für manch andere Familie ist. Sie zu beraten, scheint ihr eine erfüllendere Arbeit – und sie gründet ihre Firma.

Idee kommt in Neuseeland

Aber bald schon sieht sie: Noch direkter und weitreichender als mit Kursen und Beratungen handelt sie mit einem fertig zubereiteten Produk, das die Ansprüche nach gesunder Ernährung und Familientauglichkeit gleichsam erfüllt. Dass es Ketchup sein wird, wird Kelly und ihrem Mann – er und ein weiteres Paar sind Mitteilhaber der Firma – erst auf ihrer Weltreise klar, die sie vor zwei Jahren mit ihren Söhnen unternehmen. «Die neuseeländischen Kinder essen zu allem Ketchup – zu allem», sagt sie mit Nachdruck. Die Bedeutung, die das Produkt für Kinder hat, ist dem Elternpaar zwar längst bekannt. Aber erst durch diese Erfahrung wird sie ihnen richtig bewusst.

Wieder zuhause, neun Monate und gut 100 Rezepturen später ist dann das bio-Knospen-zertifizierte «Connie’s Kitchen Ketchup» hergestellt. Nebst Tomaten sind Kürbis, Datteln und Apfelmus mit ihrem süsslichen Geschmack Hauptzutaten. Deren natürlicher Fruchtzucker ist auch der Grund, weshalb das Produkt nicht als zuckerfrei gilt. Balsamicoessig, Piment, Knoblauch und Salz geben der Süsse ein Gegengewicht. Und: Früchte und Gemüse verwende sie im Ganzen, um Ballast- und Mineralstoffe sowie Vitamine zu erhalten.

Mittlerweile stellt ein externer Produzent Kellys Kreation für den Verkauf her, so für einige Geschäfte in der Region und bis nach Luzern. Marketing und Vertrieb gehören nun auch zu ihrem Business. «Es wird nie langweilig», bilanziert sie.

www.connieskitchen.ch (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.10.2018, 14:25 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!