Stäfa

Keine Bussen für säumige Ratsmitglieder

Die angespannte Finanzlage in Stäfa hat sich nach mehreren Jahren wieder stabilisiert. Das zeigte am Montag die Gemeindeversammlung. Sie winkte Budget und Steuerfuss durch, nicht aber ein Behördenreglement.

Die dunkeln Finanzwolken haben sich in Stäfa grösstenteils verzogen: Entsprechend wurden Budget und Steuerfuss an der Gemeindeversammlung von montag mit grosser Mehrheit gutgeheissen.

Die dunkeln Finanzwolken haben sich in Stäfa grösstenteils verzogen: Entsprechend wurden Budget und Steuerfuss an der Gemeindeversammlung von montag mit grosser Mehrheit gutgeheissen. Bild: Archiv Manuela Matt

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Wo sich die Politik an Kleinigkeiten reibt, gilt die Weisheit: Es geht uns gut. Das bestätigte am Montagabend die Gemeindeversammlung in Stäfa. Nicht Budget und Steuern waren umstritten, sondern ein Detail im neuen Behördenreglement. Behördenmitglieder sollen für verpasste Sitzungen Strafe zahlen. Pro Absenz ein Prozent der Jahresentschädigung – mindestens 100, maximal 300 Franken.

Sowohl die SP als auch die FDP stellten Anträge, diese Bestrafung zu streichen. Die SP drohte gar, das gesamte Reglement abzulehnen, wenn ihrem Antrag nicht stattgegeben würde. Die FDP argumentierte, dass Bussen für ein Fernbleiben dem Gedanken des Milizsystems widersprächen. Der CVP fehlte der gesunde Menschenverstand, weil offenbar mangelnde Disziplin eines Teils der Behördenmitglieder eine Reglementsänderung notwendig machte. Dennoch empfahl sie Annahme der Absenzenbusse. Die grosse Mehrheit der 194 Teilnehmer der Gemeindeversammlung lehnte die Strafe aber ab.

2,9 Millionen fürs Münstertal

Stäfa wird das sechste Jahr hintereinander mit einem Steuerfuss von 90 Prozent operieren. Das Budget sieht Einnahmen und Ausgaben von je 120 Millionen Franken vor. Finanzvorstand Simon Hämmerli (FDP) nannte den Voranschlag «unspektakulär und ohne grundlegende Änderung zu 2017». Auch beim Schuldenabbau zeichne sich ein positiver Trend ab. RPK-Präsident Michael Meyer (FDP) leitete seine zustimmende Beurteilung mit «Einfacher als auch schon» ein. So sah es auch die Versammlung und hiess Budget sowie Steuerfuss diskussionslos und einstimmig gut.

Auch die weiteren vier Geschäfte – 900 000 Franken Rahmenkredit und 2 Millionen Franken Darlehen für Infrastrukturprojekte im Bündner Münstertal, das harmonisierte Rechnungsmodell HRM2, die Aufhebung der Bürgerrechtsverordnung und der Erlass von neuen Gemeindegebühren – wurden klar oder gar einstimmig gutgeheissen. Schon nach eindreiviertel Stunden konnte Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP) die Gemeindeversammlung schliessen und zum Adventsapéro bitten. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.12.2017, 10:04 Uhr

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