Männedorf

Kauf von Seegrundstück in Männedorf verzögert sich

Die Gemeinde Männedorf will eine Liegenschaft am See kaufen. Nun verzögert sich der mögliche Kauf des Landes nahe beim Schiffsteg – zuerst müsste dieses nämlich an jemand anderen verkauft werden.

Das Grundstück mit Seeanstoss hinter der Hecke wird verkauft. Der Männedörfler Gemeinderat will es erwerben und den Seezugang sichern.

Das Grundstück mit Seeanstoss hinter der Hecke wird verkauft. Der Männedörfler Gemeinderat will es erwerben und den Seezugang sichern. Bild: Archiv Manuela Matt

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679 Quadratmeter Land mit 23 Metern Seezugang stehen in Männedorf an der Seestrasse 214 zum Kauf. Erwerben will dieses Grundstück bei der Dorfhaab neben dem Schiffsteg auch die Gemeinde Männedorf. Sie hatte im Juli angekündigt, den Kauf am 23. September der Gemeindeversammlung vorzulegen. Nun zeigt sich, dass dieser Termin etwas vorschnell kommuniziert wurde und sich der mögliche Kauf verzögert. An dem Datum könne nicht festgehalten werden, informiert der Gemeinderat in einer Mitteilung. Hintergrund ist, dass das Grundstück noch nicht verkauft wurde – und zwar an eine Privatperson. Was im ersten Moment kurios tönt, ergibt Sinn, wenn man einen Blick ins Gesetz wirft.

Nach einem Verkauf müsste der neue Besitzer der Gemeinde das Grundstück übereignen – sollte der Männedörfler Souverän dem Kauf des Landes zustimmen. Der private Liegenschaftenbesitzer würde dann von Männedorf mit seinem Kaufpreis entschädigt werden. Die Gemeinde –ebenso wie der Kanton – haben nämlich das Vorkaufsrecht für Grundstücke in der Freihaltezone. «Wir sind nicht der neue Käufer», bestätigt denn auch Gemeindeschreiber Jürg Rothenberger. Stattdessen laufen Verhandlungen zwischen dem Grundeigentümer und privaten Kaufinteressenten.

3 Millionen als Grenze

Noch unklar ist, wie hoch der Kaufpreis sein wird. «Angefangen haben die Bieter mit 2,8 Millionen Franken», sagt Rothenberger dazu. Nach den jetzigen Entwicklungen dürfte die Summe aber höher ausfallen als 3 Millionen, wahrscheinlich sogar höher als 3,5 Millionen Franken. Die 3 Millionen-Grenze ist für Männedorf entscheidend. Ab einer Ausgabe in dieser Höhe müssen die Stimmbürger nämlich an der Urne über den Kauf entscheiden. Sollte das Grundstück wider Erwarten weniger kosten, hätte die Gemeindeversammlung die Kompetenz, die Ausgabe zu bewilligen.

Sollten die Mehrheit der Abstimmenden dem Kauf ihren Segen geben, wechselt das Land den Besitzer. Bei einer Ablehnung, bleibt die Liegenschaft im Eigentum des neuen Besitzers. Nach der Beurkundung des Verkaufs muss es übrigens schnell gehen: Dann hat Männedorf 90 Tage Zeit, um sein Vorkaufsrecht geltend zu machen.

Anrufe von Interessenten

Eine böse Überraschung dürfte der Käufer nicht erleben –zumindest wenn er die Verkaufsdokumente genau gelesen hat. «Alle die geboten haben, konnten sehen, dass wir ein Vorkaufsrecht haben», erklärt Rothenberger. «Es hat auch einige Anrufe von Kaufinteressenten gegeben und wir haben diesen gesagt, dass wir Interesse haben.»

Wie gross dieses Interesse ist, lässt sich an der Mitteilung des Gemeinderats erkennen. «Eine solche Chance bietet sich nur ganz selten», steht da und weiter: «Der allfällige Kauf dient dem öffentlichen Interesse, das Seeufer der Bevölkerung zugänglich zu machen.» Nun bleibt nur noch abzuwarten, bis die Liegenschaft verkauft wird: dann dürfte sehr schnell ein Abstimmungsdatum bekannt gegeben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.08.2018, 16:11 Uhr

Die Situation im besagten Gebiet in Männedorf.

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