Hombrechtikon

Katholisch Hombrechtikon soll 870 Mitglieder an Rüti abgeben

Die römisch-katholische Kirchgemeinde Hombrechtikon-Grüningen-Bubikon wird markant kleiner. Wenn sie denn am 18. Oktober an der Urne dem Vorschlag zustimmt, dass die Bubiker neu zur Kirchgemeinde Rüti gehören.

Die St. Niklaus-Kirche ist Mittelpunkt der Katholischen Kirchgemeinde Hombrechtikon.

Die St. Niklaus-Kirche ist Mittelpunkt der Katholischen Kirchgemeinde Hombrechtikon. Bild: Sabine Rock/Keystone

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Die Sakramente aus Rüti empfangen und die Kirchensteuer nach Hombrechtikon bezahlen, das gilt für die Katholiken in Bubikon. Zumindest bis anhin. Das Zürcher Oberländer Dorf Bubikon, das sowohl an Hombrechtikon wie auch an Rüti grenzt, gehört staatskirchlich seit 1964 zur Kirchgemeinde Hombrechtikon-Grüningen-Bubikon, seelsorgerisch aber historisch zur nahe gelegenen Pfarrei Rüti-Tann.

Ändern soll dies ab 2016, indem Bubikon auch staatskirchlich den Rütnern zugeschlagen wird. Rüti hatte dazu bereits am 16. März 2014 Ja gesagt. Die Kirchgemeinde Hombrechtikon-Grüningen-Bubikon stimmt am kommenden 18. Oktober darüber ab. In der Zwischenzeit haben die Hombrechtiker unter anderem die finanziellen Konsequenzen abgeklärt. Zum Beispiel müssten sie künftig der Rütner Pfarrei nichts mehr an den Pfarrer bezahlen für die Betreuung der Bubiker. Anderseits würden Steuereinnahmen aus Bubikon wegfallen.

Stimmfreigabe

Rein finanziell können die Hombrechtiker den Aderlass vorderhand verkraften, hat ihre Rechnungsprüfungskommision herausgefunden. Um ungefähr 100 000 Franken schlechter werde die Jahresrechnung abschliessen, schätzt Kirchenpflegepräsidentin Doris Ackermann.

Der Kirchgemeinde hat die Behörde Stimmfreigabe erteilt. Sie listet in den Abstimmungsinformationen Pro- und Kontra-Überlegungen auf. Mit der Neuzuteilung würde zwar die nachbarliche Kirchgemeinde Rüti gestärkt, Hombrechtikon aber «in nicht unerheblichem Masse geschwächt», schreibt sie.

Rund 870 Katholiken würden mit der neuen Grenzziehung die Kirchgemeinde wechseln. Die Kirchgemeinde Hombrechtikon zählt rund 4900 Katholiken, Rüti-Dürnten rund 5600. Die Zahlen geben den Stand von Ende 2013 wieder, auf dem auch die Berechnungen der finanziellen Konsequenzen basieren. Von den 870 Bubiker Katholiken haben 61 den Antrag auf Anschluss an Rüti gestellt und damit die Abstimmungen ausgelöst. Bei einem Ja könnten sie künftig für die Rütner Kirchenpflege kandidieren, was ihnen in der bisherigen Konstellation verwehrt war.

Nicht durchwegs elegant

Dennoch würde auch die neue Grenzziehung nicht allen Realitäten elegant gerecht. Die Gemeinde Bubikon besteht aus den Dörfern Bubikon und Wolfhausen. In Bubikon selbst wohnen die 870 Wechselkandidaten. Die Wolfhauser Katholiken hingegen werden bei der Kirchgemeinde Hombrechtikon bleiben. Sie gehen im nahen Hombrechtikon zur Kirche und nicht im für sie fernen Tann bei Rüti. In Wolfhausen steht auch das 1997 eröffnete Ökumenische Zentrum, an dem Reformiert-Bubikon und Katholisch-Hombrechtikon beteiligt sind.

Nach der Grenzverschiebung müsste Bubikon eventuell zwei verschiedene katholische Kirchenssteuersätze anwenden. Einige Katholiken aus Wolfhauser Aussenhöfen würden sich in einer ähnlichen Situation finden wie die heutigen Initianten: Sie gehen traditionell nach Hombrechtikon zur Kirche, würden aber neu staatskirchlich zur Kirchgemeinde Rüti gehören, weil sie postalisch Bubikon zugeteilt sind und sich die neue Grenze zwecks einfacherer Administration nach den Postleitzahlen (8633 Wolfhausen und 8608 Bubikon) richtet. Die Kirche ist nicht immer auch buchstäblich im Dorf für die Katholiken, die sich oft gemeindeübergreifend organisierten, als sie im 19. und 20. Jahrhundert in den Kanton Zürich einwanderten. Zu Hombrechtikon-Grüningen-Bubikon gehörte einst auch Ürikon. Der Stäfner Gemeindeteil schloss sich 1938 der neu gegründeten Pfarrei St. Verena in Stäfa an. Eine Verkleinerung wäre also nichts völlig Neues für die katholische Kirchgemeinde Hombrechtikon.

Erstellt: 22.09.2015, 17:34 Uhr

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