Zollikon

Kantonsräte bringen die Forchbahnschranken aufs Tapet

Drei Kantonsräte aus dem linken und rechten Lager stellen dem Regierungsrat eine Anfrage zu den geplanten Bahnschranken in Zollikerberg. Der Entscheid, ob die zwei dortigen Forchbahnübergänge Barrieren erhalten, ist schon lange hängig.

Drei Kantonsräte versuchen die Errichtung von Barrieren an den Forchbahnübergängen zu beschleunigen.

Drei Kantonsräte versuchen die Errichtung von Barrieren an den Forchbahnübergängen zu beschleunigen. Bild: Archiv ZSZ

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Barrieren oder nicht? Wie es mit den beiden Forchbahnübergängen an der Station Zollikerberg und Spital Zollikerberg weitergehen soll, ist immer noch unklar. Eigentlich hätten diese gemäss Vorgaben des Bundesamtes für Verkehr (BAV) bis 2014 saniert und mit Bahnschranken versehen werden sollten. Nachdem aber der Quartierverein Zollikerberg und die Gemeinde Zollikon dagegen Einsprache erhoben haben, steht ein Entscheid zu den Übergängen immer noch aus.

Nun versuchen drei Kantonsräte Bewegung in die Sache zu bringen. Esther Meier, Felix Hoesch (beide SP) und Hans-Peter Amrein (SVP) haben dem Regierungsrat eine Anfrage dazu eingereicht. Die Bedenken der einsprechenden Akteure nehmen die drei Kantonsräte in ihrer Anfrage auf. «Bahnschranken würden zu Zeitverlusten bei den drei Buslinien und bei Ambulanzfahrzeugen des Spitals Zollikerberg führen», ist da zu lesen. Trotz Verlängerungen der sogenannten Einspurstrecken würden die Schranken zudem den Stau bei den bereits überlasteten Kreuzungen verlängern.

Problem Rückstau

Die Forchstrasse ist tatsächlich bereits heute eine beliebte Einfallsachse für Pendler nach Zürich. Der Knackpunkt ist, dass die Autos beim Öffnen und Schliessen der Schranken länger warten müssten, als dies wie heute nur bei einem Rotlicht der Fall ist. Auswirkungen auf den Rückstau auf der Forchstrasse sind fast unumgänglich. Doch Meier, Hoesch und Amrein befürchten sogar ohne Schranken eine weitere Verschärfung der Verkehrssituation. So verweisen sie auf das derzeit im Bau befindliche Kinderspital beim Balgrist und dessen künftige Anziehungskraft.

In der Folge wollen sie wissen, wie der Regierungsrat und der ZVV auf das Projekt Einfluss nehmen können. Zudem möchten sie von der Kantonsregierung Auskunft erhalten, ob diese die Einschätzung teile, dass Schranken mehr Schleichverkehr durch die Quartiere verursache. Desweiteren kommen die Politiker auf eine Alternative, die bereits der Quartierverein Zollikerberg aufgezeigt hat, zu sprechen. «Was spricht gegen einen Wechsel von Eisenbahn- auf Trambetrieb auf diesem kurzen Abschnitt zwischen den Stationen Spital und Rosengarten (Zollikerberg)? Hintergrund ist, dass es bei einem solch verringerten Tempo, wie es auch in der Stadt Zürich gilt, keine Schranken aus Sicherheitsgründen bräuchte.

Ein weiterer Punkt, der aufgegriffen wird, sind drohende Enteignungen und Verluste von Vorgärten. Diese stünden klar im Widerspruch zum Richtplaneintrag, wo dieser Strassenabschnitt für Aufwertungsmassnahmen vorgesehen sei. «Wie stellen sich die Behörden zu diesem Verlust an Lebensqualität im Quartier Zollikerberg?», wollen die Kantonsräte wissen und doppeln nach, indem sie fragen, inwieweit sich das kantonale Amt für Verkehr vom BAV gegen die Bahnschranken einsetzen könne.

Doppelt warten

«Wir wollen, dass der ZVV hinschaut», sagt Erstunterzeichnerin Esther Meier auf Anfrage dieser Zeitung. Letztendlich gehe es darum, dass die optimalste Lösung gefunden werde für die Einwohner des Zollikerbergs, wie auch für den Verkehr, der fliessen sollte. Sie sehe aber auch, dass das Problem nicht leicht lösbar sei, betont die Zollikerin. Besonders wichtig ist es ihr, bei der Frage nach dem Trambetrieb ausserhalb der Stadt auf ein Beispiel in Basel Land hinzuweisen, wo genau diese Forderung umgesetzt worden sei: «Bei der Waldenburgbahn in Bubendorf hat sich diese Lösung bewährt.»

Und wie kommt es, dass zwei Sozialdemokraten mit dem Küsnachter SVP-Kantonsrat Amrein gemeinsame Sache machen? «Es geht bei dieser Frage nicht um links oder rechts, sondern um ein komplexes Verkehrsproblem», erklärt Meier die Zusammenarbeit. Schliesslich wohne Hans-Peter Amrein auch an der Forchbahnstrecke.

Ob links oder rechts: Nun heisst es, doppelt zu warten. Zum einen auf die Antwort des Zürcher Regierungsrates auf die Anfrage, zum anderen auf einen Entscheid im Plangenehmigungsverfahren durch das BAV.

Erstellt: 28.08.2019, 11:26 Uhr

Artikel zum Thema

Moderner Tunnel für mehr Pendler

Zumikon Ab Sommer 2021 wird der 1,7 Kilometer lange Forchbahn-Tunnel unter Zumikon saniert. In den nächsten zehn Jahren stehen noch weitere Grossprojekte an. Mehr...

Forchbahn-Tunnel wird modernisiert

Zumikon Ab Sommer 2021 wird der 1,7 Kilometer lange Tunnel der Forchbahnlinie S18 erneuert. Anschliessend soll er für 40 Jahre keiner weiteren Sanierung mehr bedürfen. Mehr...

Tieferlegung der Forchbahn kommt aufs Tapet

Zollikerberg Um den Verkehr an der Forchstrasse einzudämmen, braucht es auf der Höhe Zollikerberg eine unterirdische Führung der Forchbahn. Dies forderte Gastredner Gemeinderat Martin Hirs (SVP) an der GV des Quartiervereins. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare