Küsnacht

Kampfwahlen für alle Behörden

Während es in anderen Bezirksgemeinden für viele Gremien nicht mehr Kandidaten als Sitze gibt, sind selbst kleinere Behörden in Küsnacht hart umkämpft.

Am 22. April zeigt sich, wer als neues Behördenmitglied ins Küsnachter Gemeindehaus einziehen wird.

Am 22. April zeigt sich, wer als neues Behördenmitglied ins Küsnachter Gemeindehaus einziehen wird. Bild: Archiv Michael Trost

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Ob im persönlichen Gespräch bei Standaktionen der Parteien oder mit Plakaten: Die Küsnachter Kandidaten für die Behördenwahlen vom 22. April sind im Dorf präsent. Dass hier ein Wahlkampf im Gange ist, der seinen Namen verdient, hat auch mit der Zahl der Kandidaten zu tun. Für alle fünf Behörden, welche besetzt werden, bewerben sich mehr Kandidaten, als Sitze vorhanden sind. Während in der Bürgerrechts- und Rechnungsprüfungskommission je eine Person überzählig sein wird, sind in den anderen Behörden, dem Gemeinderat, der Schulpflege und der Sozialkommission, je drei Küsnachter mehr am Start, als es Sitze gibt.

Im neunköpfigen Gemeinderat fällt durch die Einführung der Einheitsgemeinde faktisch ein Sitz weg. Zwar bleibt die Zahl der Mitglieder gleich, aber der Schulpräsident nimmt neu Einsitz in der Behörde, wodurch zwei Ressorts zusammengelegt werden. Künftiger Schulpräsident wird voraussichtlich Klemens Empting (FDP), der als Einziger für dieses Amt antritt. Gesetzt sein dürfte neben Empting lediglich Markus Ernst (FDP), der als Einziger erneut fürs Gemeindepräsidium kandidiert.

Zwei Überraschungen

Ein spezielles Augenmerk dürfte auf den beiden neuen Gemeinderatskandidaten Urs Esposito und Nicola Roos liegen. Der parteilose Esposito ist vielen Küsnachtern durch Leserbriefe und Wortmeldungen an Gemeindeversammlungen ein Begriff. Der Architekt war einer der schärfsten Kritiker der Zentrumsentwicklung der Gemeinde Küsnacht. Roos ist bislang ein unbeschriebenes Blatt in der Küsnachter Kommunalpolitik. Der 27-Jährige fällt zum einen durch sein jugendliches Alter auf, aber auch dadurch, dass er eine eigene Partei gegründet hat. In der Schweiz ist die Gründung einer solchen verglichen mit anderen Ländern unkompliziert.

Bei den weiteren Bewerbern handelt es sich um Kandidaten etablierter Parteien sowie Walter Matti, einen parteilosen Bisherigen. Die SVP tritt mit dem Neuen Ulrich Erb sowie den Bisherigen Ueli Schlumpf und Martin Schneider an. Mit je einer Kandidatin treten die GLP, welche die Bisherige Susanna Schubiger aufgestellt hat, und die SP, mit Lucia Hegglin (neu), an. Die FDP würde die Zahl ihrer Gemeinderäte gerne auf vier erhöhen, indem sie neben Ernst und Empting Pia Guggenbühl (neu) und Martin Wyss (bisher) ins Rennen schickt. Eine «Ausbaupolitik», die mit der Zusammenlegung der Schule und der politischen Gemeinde zu tun hat. Beim vierten Sitz handelt es sich nämlich um das Schulpräsidium, das auch bislang schon in der Hand der FDP war.

Somit werden drei der Kandidierenden als überzählig ausscheiden. Bei dieser Ausgangs­lage könnte es auch einen Kandidaten der etablierten Parteien treffen. Esposito und Roos gelten als Aussenseiter. Letzterer hat sich insofern abgesichert, als er nicht nur für den Gemeinderat, sondern auch für die Sozial- und die Bürgerrechtskommission kandidiert. Küsnacht ist allerdings immer für eine Überraschung gut: So hat 2013 mit Matti ein Parteiloser der FDP ihren vierten Gemeinderatssitz abgejagt.

Dritte Schulpflegekandidatur

Neben dem Gemeinderat verspricht die Schulpflege den höchsten Spannungsfaktor. Auch hier werden drei Überzählige ausscheiden. Die FDP schickt neben Klemens Empting drei neue Kräfte ins Rennen. Sollten sie alle reüssieren, hätten die Freisinnigen nicht nur einen Sitz mehr als bislang, sondern auch die Mehrheit in der siebenköpfigen Schulpflege. Eine starke Konkurrenz erwächst der FDP aus den beiden parteilosen Bisherigen. Zudem wollen auch die GLP und die SVP neu einen Sitz in der Schulpflege erobern. Eine weitere Kandidatin läuft offiziell unter dem Banner parteilos, wird aber vom linken Bündnis Rotgrünplus unterstützt. Der parteilose Werner Gröner ist fast schon ein Kuriosum: Er hat bereits 2010 in Zumikon und 2016 in Küsnacht für die Schulpflege kandidiert – beide Male erfolglos.

Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) wird weiterhin bürgerlich dominiert sein. Mit vier Kandidaten tritt die FDP an, welche das Präsidium verteidigen will. Drei der zehn Kandidaten gehören der SVP an, einer der EVP und einer der GLP. Neu will die SP einen Sitz erobern. Eine Person wird den Sprung in die RPK nicht schaffen. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Zahl der RPK-Mitglieder wegen der neuen Gemeindeordnung um zwei Personen reduziert wird.

FDP strebt mehr Sitze an

Die Bürgerlichen werden die Küsnachter Behörden auch in der nächsten Legislatur deutlich dominieren. Die FDP, welche bereits jetzt am meisten Behördenmitglieder hat, versucht ihre Sitzzahl mit 15 Kandidaten noch auszubauen. Die SVP möchte ihre Position als zweitstärkste Partei mit neun Kandidaten verteidigen. Als aufstrebende Kraft präsentiert sich die GLP. Und auch Rotgrünplus, bei denen die Kandidatensuche zwischenzeitlich düster aussah, beweist, dass mit ihnen zu rechnen ist. Zusätzliche Spannung bringen EVP- und parteilose Kandidaten in den Wahlkampf.

Erstellt: 03.04.2018, 21:20 Uhr

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