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Oetwil arbeitet mit neuem Jugendkonzept

Seit Februar beschäftigt die Gemeinde wieder zwei Sozialarbeiterinnen für die Jugendarbeit. Sie betreuen nicht nur das Jugi, sondern suchen die Teenager auch auf der Strasse auf. Dies ist Teil eines neu erarbeiteten Jugendkonzeptes.

Martina Fuchs (links) und Michèle Hunziker sind die neuen Jugendarbeiterinnen der Gemeinde Oetwil.
Martina Fuchs (links) und Michèle Hunziker sind die neuen Jugendarbeiterinnen der Gemeinde Oetwil.
Michael Trost

Als Ende 2015 gleich beide Jugendarbeiter in Oetwil kündigten, war der Unmut bei Jugibesuchern und vielen Eltern gross. Schliesslich hatten die beiden das Jugi zu einem beliebten Treffpunkt gemacht. Der Gemeinderat nahm die Kündigung der Mitarbeiter zum Anlass, die Jugendarbeit grundsätzlich zu überdenken. Während der einjährigen Denkpause wurde die Mobile Jugendarbeit (Mojuga) damit beauftragt, den Treffbetrieb zu betreuen.

Seit Anfang Februar führt die Gemeinde die Jugendarbeit wieder in Eigenregie. Die beiden Sozialarbeiterinnen Michèle Hunziker und Martina Fuchs teilen sich ein 90-Prozent-Pensum. Von Mittwoch bis Samstag haben sie ein offenes Ohr sowie diverse kreative Ideen für Kinder und Jugendliche ab der Mittelstufe bis ins junge Erwachsenenalter.

Kinder bringen Ideen

Der Einstieg sei gut verlaufen, sagt Michèle Hunziker. Bereits würden 40, 50 Jungen und Mädchen den Mittwochnachmittag im Jugi verbringen. Am Abend, wenn sich das Angebot an Jugendliche ab der Oberstufe richtet, sind es zwischen 10 und 30 Besucher. Besonders positiv findet Hunziker, dass die Nachmittage grösstenteils friedlich verlaufen würden, obschon Kinder aus zahlreichen verschiedenen Nationen anwesend sind. Die Jugendarbeiterin ist zudem überrascht von der grossen Motivation der Kinder. «Sie haben uns regelrecht bombardiert mit Ideen und Projektwünschen.»

Als Herausforderung bezeichnet die Sozialarbeiterin den Umgang mit Gewalt. «Das ist in Oetwil bei älteren Jugendlichen ein Thema.» Allerdings sei es ganz normal, dass es solche Phasen gebe. «Mal sind es Drogen, mal der Umgang mit Sexualität, die Jugendliche und damit auch uns beschäftigen.»

Die Aufgaben der Jugendarbeiter sind im neuen Jugendkonzept festgehalten. Etwa die Vernetzung mit der Schulsozialarbeit, um Schwierigkeiten früh zu erkennen und nötigenfalls zu intervenieren. Als weitere Aufträge definiert sind das Durchführen von Anlässen und Projekten oder der Beziehungsaufbau zu den Jugendlichen.

Jugendliche arbeiten mit

Verantwortlich für die Neuauflage des Konzepts ist eine Arbeitsgruppe, in der nebst Lehrern, Eltern, Gemeindevertretern und Schulsozialarbeitern auch Jugendliche mitwirkten. Zuvor hatte die Gemeinde in Online-Umfragen eruiert, was der Bevölkerung bezüglich Jugendarbeit unter den Nägeln brennt. 105 Jugendliche und 52 Erwachsene beteiligten sich an der Befragung.

«Am häufigsten genannt wurde der Mangel an Treffpunkten für Jugendliche in Oetwil», sagt Daniela Gmür, Leiterin Soziales bei der Gemeinde Oetwil. Diesem Anliegen habe man aufgrund beschränkter Ressourcen nicht Rechnung tragen können. «Wir haben aber die Kontaktmöglichkeiten mit den Jugendarbeitern erweitert.» Stress mit den Eltern oder mit Lehrpersonen erwähnten die Befragten ebenfalls sehr oft. Auch Mobbing, Handynutzung, Lehrstellensuche und Einsamkeit rangierten weit oben auf der Liste. «Die Resultate der Befragung flossen in die Aufträge an die Jugendarbeit ein», sagt Daniela Gmür.

Aus dem Leben erzählen

So haben die Jugendarbeiterinnen neu auch den Auftrag, aufsuchend zu arbeiten: «Jeweils am Freitagabend sind wir im Dorf unterwegs und besuchen die Jugendlichen an ihren Treffpunkten», sagt Michèle Hunziker. Das komme sehr gut an. «Oft erzählen die jungen Menschen uns aus ihrem Leben.» Es gebe aber auch Momente, in denen sie nicht willkommen seien. Das respektieren die beiden Frauen und ziehen sich wieder zurück. Ziel dieser Form der Jugendarbeit ist es, auch Mädchen und Jungen zu treffen, die sich nicht im Jugi aufhalten. «Wir wollen für alle Jugendlichen in Oetwil da sein», sagt Hunziker.

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