Uetikon

Jetzt sind Mieter fürs Fabrikareal gesucht

Die Gemeinde Uetikon und der Kanton wollen die alten Gebäude der Chemischen Fabrik als Lager, Werkstätten, Labore und Büros vermieten. Selbst Abstellgleise stehen im Angebot.

Die Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Chemischen Fabrik eignet sich unter anderem als Lagerhalle.

Die Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Chemischen Fabrik eignet sich unter anderem als Lagerhalle. Bild: Michael Trost

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Zurzeit liegt das ehemalige Gelände der Chemie Uetikon brach. Der Kanton Zürich und die Gemeinde Uetikon, die beiden Eigentümer des Fabrikareals, planen die künftige Nutzung des Gebiets. Vorgesehen ist unter anderem eine Kantonsschule. Bis die Bauarbeiten beginnen, dauert es allerdings noch Jahre. In der Zwischenzeit sollen die alten Fabrikgebäude nicht leer stehen.

Die Eigentümer bewerben deshalb das Areal seit kurzem auf der Immobilienplattform Homegate. Sie suchen Mieter, welche die Fabrikhallen temporär als Gewerbe- oder Büroräume beziehen möchten. Auch Parkplätze, Abstellplätze für Wohnmobile und andere Fahrzeuge und sogar Abstellgleise – die Fabrik war an das Bahnnetz angebunden – stehen zur Verfügung. Interessenten können die Räumlichkeiten vorerst bis Ende Juni 2022 mieten. Vertragsverlängerungen seien situativ möglich, heisst es in der Ausschreibung.

Düngerbau ist ausgenommen

Konkrete Mietzinse nennen die Eigentümer im Inserat nicht. Sie sprechen aber von günstigen Konditionen. Es gebe keine fixen Richtwerte, sagt Thomas Stutz, zuständiger Projektleiter bei der Gemeinde, auf Anfrage. Das hat damit zu tun, dass eine Vielzahl von Gebäuden und Räumen unterschiedlicher Grösse zu vermieten sind und die Mietzinse von Fall zu Fall verhandelt werden.

Angepriesen wird gleich die gesamte Fläche des Areals: Über 65000 Quadratmeter sind es – das Areal erstreckt sich über 700 Meter dem Seeufer entlang. Ganz alle Gebäude stehen aber nicht zur Verfügung. Der Düngerbau sei die grosse Ausnahme, sagt Thomas Stutz. Beim denkmalgeschützten Gebäude handelt es sich um das Herzstück, welches das Industrieareal prägt und als Wahrzeichen der Chemischen Fabrik gilt.

Für die Zwischennutzung sei der Düngerbau nur schon aus sicherheitstechnischen Gründen nicht geeignet, sagt Stutz. So bräuchte es einschneidende bauliche Massnahmen, um die Fluchtwege sicherzustellen. Auch müsste das Gebäude, in dem über 100 Jahre lang Dünger und Schwefelsäure produziert und gelagert wurden, aufwendig gesäubert werden, damit es überhaupt genutzt werden könnte.

Die Gemeinde und der Kanton wollen jedoch die Investitionen für die Zwischennutzung möglichst tief halten. Deshalb verfolgen sie auch das Konzept der spezialisierten Immobilienfirma Fischer AG nicht mehr weiter, das sie in Auftrag gegeben haben. Dieses hätte eine zu hohe Anschubfinanzierung vorgesehen, insbesondere Ausgaben für bauliche Veränderungen.

Auffallend ist, dass sich das Inserat ausschliesslich ans Gewerbe richtet. In der Vergangenheit war vermehrt auch der Wunsch aufgekommen, das Areal zusätzlich für kulturelle Zwecke zu nutzen – auch schon während der Zeit, bis die definitive Verwendung des Gebiets geklärt ist. An Workshops mit Gemeinde und Kanton hatten sich mehrere Uetiker dafür ausgesprochen. Auch die Kantonsräte Esther Meiler (SP, Zollikon), Thomas Forrer (Grüne, Erlenbach) und Tobias Mani (EVP, Wädenswil) machten sich dafür mit einer Anfrage beim Regierungsrat stark. Dieser verwies sie allerdings nach Uetikon: Die Zwischennutzung sei Sache der Gemeinde.

Zuerst Kommerz, dann Kultur

Thomas Stutz sagt dazu: «Zuerst berücksichtigen wir kommerzielle Nutzungen. Für die verbleibenden Flächen prüfen wir dann zu einem späteren Zeitpunkt auch nichtkommerzielle Nutzungen.» Diese Strategie hat einen Grund: Auch der Leerstandsbetrieb des grossen Areals verursache schon erhebliche Kosten, sagen die Eigentümer. Entsprechende Einnahmen würden das Budget entlasten und so auch Raum für kulturelle Institutionen geben. Erste Gespräche mit Interessenten für kulturelle Nutzungen sind gemäss den Angaben der Eigentümer des Industrieareals bereits erfolgt – Details sind aber noch nicht bekannt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.03.2019, 16:38 Uhr

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