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Irritierende Anonymität

Anna Six zum Ausgang der Abstimmung in Meilen.

Es ist richtig, wenn Stimmbürger genau prüfen,mit wem sich eine Kirchgemeinde wenn nicht auf ewig, so doch auf 60 Jahre bindet. Auch kann man mit gutem Recht den Standpunkt vertreten, dass eine Kirche sich nicht wie ein Finanzinstitut verhalten und maximalen Ertrag anstreben soll. Insofern haben die Meilemer Reformierten mit dem gestrigen Entscheid, das Grundstück Schilt – ein regelrechtes Filetstück – nicht im Baurecht abzugeben, einfach Vorsicht walten lassen.

Es gibt aber eine andere, unschöne Seite. Das Nein-Komitee, das die Vorlage der Kirchen-pflege bekämpfte, hat übers Ziel hinausgeschossen. Da waren zum einen unsaubere Darstellungen von Fakten. So habe, hiess es in Flugblättern und Inseraten, die Swiss Property Sustainability Portfolio AG bei der Kirche einen Kredit von 2 Millionen Franken beantragt, um die Überbauung zu realisieren. Dies trifft nicht zu: Die Kirchenpflege selber war es, die das Geld bei der Baurechtsnehmerin fix verzinst anlegen wollte. Auch dass «Luxuswohnungen» gebaut würden, war nichts anderes als eine Behauptung.

Zweitens und gravierender war da das Problem mit der Anonymität. Wer in der Demokratie eine Rolle spielen will, soll dazu mit seinem Namen stehen. Diese Regel hat das Nein-Komitee mehrheitlich ausser Acht gelassen. Wer gegen einen selbst ernannten «Schiltbürgerstreich» ankämpft, sollte sich wie ein echter Bürger verhalten – und nicht wie die Schildbürger.

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