Männedorf

Interessengemeinschaft fordert mehr Geld für Sport, Spiel und Tradition

Der Projektierungskredit für die Sportanlage Widenbad hat eine Interessengemeinschaft auf den Plan gerufen. Ihre Forderung: Die Gemeinde soll nicht nur in den Fussball investieren.

Bei den Zukunftsplänen der Sportanlage Widenbad in Männedorf will die IG ‹Männedorf aktiv› auch mitreden.

Bei den Zukunftsplänen der Sportanlage Widenbad in Männedorf will die IG ‹Männedorf aktiv› auch mitreden. Bild: Archiv, Manuela Matt

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«Öffentliche Bekanntmachung: An der Gemeindeversammlung vom 16.12.2019 werden zusätzliche Budgetanträge für neue Ausgaben in der Höhe von maximal 510000 Franken gestellt.» So beginnt ein Inserat, das diese Zeitung am 15. November publizierte. Gezeichnet ist es mit den Worten «Dies ist ein Engagement von ‹Männedorf aktiv›». Wer dahintersteht, bleibt unklar.

Etwas Licht ins Dunkle bringt die gleichnamige Website. Demnach handelt es sich um eine Interessengemeinschaft (IG) aus der Bevölkerung, welche «die politische Mitwirkung auf ein neues Level bringen» will. Speziell auf die Fahne geschrieben hat sich die Gruppierung unter anderem einen «erfolgreichen und massvollen Masterplan Widenbad für alle».

Ungebundene Sportarten berücksichtigt

Die Sportanlage Widenbad soll eine moderne Freizeitanlage für alle Bevölkerungsgruppen werden, darin sind sich die IG und der Männedörfler Gemeinderat einig. Die raumplanerischen Eckpfeiler dafür wurden mittels Masterplan gesetzt (diese Zeitung berichtete). Angedacht sind drei neue Normspielfelder für den Fussballclub zusätzlich zum bestehenden, kleineren Juniorenspielfeld. Daneben soll auch ein neues Garderoben- und Betriebsgebäude erstellt werden, welches fortan der gesamten Bevölkerung offen steht. Nach dessen Bau soll die veraltete Bocciahalle zugunsten des dritten Fussballfeldes abgerissen werden. Zum Projekt gehört überdies auch ein überarbeitetes Verkehrskonzept mit 112 Parkplätzen im Norden der Sportanlage.

Ausserdem sollen auch sogenannte ungebundene Sportarten Platz auf der neuen Anlage finden. Bei einer öffentlichen Infoveranstaltung im September konnte die Bevölkerung ihre Meinung und ihre Wünsche zu einem solchen Angebot äussern. Die Rede war etwa von einer Pumptrack-Anlage, einem Skatepark, einer Basketball-Wurfanlage, einer Parcours-/Hindernisanlage sowie von Kraft- und Fitnessgeräten. Wie der Gemeinderat in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung schreibt, wurden diese Anlagen mittlerweile in die Projektplanung der Sportanlage aufgenommen. In einem nächsten Schritt werden die Details des Bauprojekts, welches in vier Etappen umgesetzt werden soll, und die genauen Kosten dazu ermittelt. Hierfür beantragt der Gemeinderat den Stimmbürgern einen Projektierungskredit in der Höhe von 510000 Franken.

Mandat gefordert

Die IG Männedorf aktiv spricht sich auf ihrer Website grundsätzlich für ein Ja zum Projektierungskredit aus. Allerdings fordert sie gleichzeitig zusätzliche Angebote zu den Themen Sport und Freizeit. Im Vordergrund des Projekts Widenbad stehe vor allem der Fussball, schreibt die Gruppierung. Das sei grundsätzlich nicht falsch. «Es gibt aber noch andere Sportarten und Interessengruppen, die Aufmerksamkeit verdienen.» Es sei wichtig, dass das Angebot in der Gemeinde auf alle und nicht nur auf eine bestimmte Gruppe ausgerichtet sei.

Aus diesem Grund wird die IG, welche auf eine telefonische Stellungnahme gegenüber dieser Zeitung verzichtete, an der Gemeindeversammlung vom kommenden Montag sechs Budgetanträge stellen. Dies für ergänzende Angebote zum Schulsport, das Testen von verschiedenen Sport- und Freizeitaktivitäten, Strom und Wasser auf dem Spielplatz Brüschhalde, die Aufrechterhaltung von Traditionen wie etwa dem Räbeliechtliumzug und für Anschubfinanzierungen für die Organisation und Durchführung von öffentlichen Anlässen durch Vereine oder andere Gruppierungen. Unter den Anträgen ist auch die Forderung nach einem unabhängigen Mandat für Männedorf aktiv oder alternativ für eine temporäre Anstellung bei der Gemeinde. Budgetiert werden sollen dafür rund 150000 bis 180000 Franken. Die Forderungen der Gruppierung belaufen sich insgesamt auf gut 510000 Franken und entsprechend damit der Summe des Projektierungskredits.

Ob das Geld zuzüglich zu dem im Budget mit 95,7 Millionen Frankenveranschlagten Aufwand beantragt wird, oder ob Männedorf aktiv andernorts Einsparungen fordert, geht aus den Informationen auf der Website nicht hervor.

«Stimmbürger entscheiden»

Gemeindepräsident André Thouvenin (FDP) hat Kenntnis von den detaillierten Anträgen der IG, möchte sich derzeit jedoch nicht zu den einzelnen Punkten äussern. «Der Gemeinderat wird seine Sicht der Dinge an der Gemeindeversammlung erläutern.» Thouvenin hält jedoch fest, dass ein Engagement aus der Bevölkerung vonseiten der Gemeinde grundsätzlich immer geschätzt werde. «Schliesslich sind es aber die Stimmbürger, die sich eine Meinung bilden und eine Entscheidung treffen müssen.»

Auch Männedorf aktiv ist es eigenen Angaben zufolge ein grosses Anliegen, dass sich die Stimmbürger eine eigene Meinung bilden und vor allem diese auch kundtun in Form einer Beteiligung an der Gemeindeversammlung. Hierzu sucht die IG bewusst den Dialog mit den Mitbürgern und lädt am Mittwoch, 11. Dezember, während es ganzen Tages zu einem Infoanlass im Gemeindesaal.





Erstellt: 09.12.2019, 07:21 Uhr

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