Zollikon

In Zollikon verwurzelt und mit grosser Erfahrung

Der bisherige Finanzvorstand Urs Fellmann (FDP) hat klare Vorstellungen, wie sich Zollikon und seine Behörden entwickeln sollen. Beim Rennen um das Gemeindepräsidium setzt er auf seine Erfahrung und einen engagierten Wahlkampf.

Urs Fellmann ist auch ein Winzer: In seinem Garten in Zollikon kultiviert er eigene Rebstöcke.

Urs Fellmann ist auch ein Winzer: In seinem Garten in Zollikon kultiviert er eigene Rebstöcke. Bild: Michael Trost

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Urs Fellmann macht in seinem Zolliker Domizil rasch klar, dass er im Wahlkampf ist: Zum Begrüssungsgetränk mit Gebäck und FDP-Schöggeli präsentiert er gleich noch den handlichen Leporello, den er zwecks Werbung für seine Kandidatur verfasst hat. Mehrere Hundert dieser Prospekte habe er schon selber im Dorf verteilt, sagt er. Als Nächstes mache er nun noch ein Wahlvideo für die Website – und dann gehe es bereits mit den Wahlveranstaltungen los. Urs Fellmann gibt ­also Gas, zumal er weiss: «Diese Wahl ist noch offen, das wird ein knappes Rennen.»

Der FDP-Politiker, der mit seiner Familie seit 24 Jahren in Zollikon lebt und die Nachfolge seiner Parteikollegin Katharina Kull-Benz antreten will, ist kein Neuling auf dem politischen Parkett: Seit 2008 ist er im Gemeinderat, zuerst als Gesundheitsvorstand, aktuell als Finanzvorstand und erster Vizepräsident. Auch beruflich ist der 68-Jährige nach wie vor aktiv, als Berater für Führungskräfte und Coach, daneben engagiert sich der Kunstlieb­haber im Zolliker Kulturkreis und bei den Kunstfreunden. «Hier in Zollikon fühle ich mich verwurzelt», sagt er und zeigt dabei auf die Rebstöcke in seinem Garten. Die Trauben lässt er von einem befreundeten Winzer zu einem Pinot noir namens Fellgräfler verarbeiten.

Warum er bereit ist

Dass er fürs Amt des Gemeindepräsidenten bestens gerüstet ist, begründet Fellmann mit diversen Argumenten. Zum Beispiel seiner grossen Erfahrung mit politischen Ämtern, aber auch mit der Verwaltung und den wichtigen Interessengruppen.

Grosses Know-how habe er ­zudem dank der erfolgreichen Umsetzung von gewichtigen Gemeindeprojekten wie dem Wohn- und Pflegezentrum Blumenrain oder der Einführung der neuen Rechnungslegung. «Auch die ­Sanierung der Finanzen habe ich lanciert», betont Fellmann mit Verweis auf die jüngst erfolgte Steuererhöhung. Ein weiteres Motiv für den angestrebten Wechsel ist die Aussicht auf repräsentative Aufgaben: «Ich hätte durchaus Freude daran, zumal ich gerne viele Leute treffe.»

Was er umsetzen will

Und welche Ziele und Dossiers hätten für Fellmann als Gemeindepräsident Priorität? Die wichtigsten hat er im FDP-Wahlprogramm für die nächste Legislatur zusammengefasst – unter dem Motto «Agenda 22 für Zollikon». So peilt er etwa robuste Gemeindefinanzen ohne Schulden an, damit Investitionen aus eigenen Mitteln bestritten werden können. Auf weitere Steuererhöhungen könne man aber verzichten, wenn für die Erneuerung der Schwimm- und Sportanlage Fohrbach ein Projekt mit realistischem Finanzierungsmodell erarbeitet werde. Zentral ist für Fellmann auch eine sorgfältige Siedlungsentwicklung. «Es geht darum, eine kluge Balance zwischen urbaner Dynamik und dörflicher Geborgenheit zu finden», sagt er.

Vorwärtsmachen würde Fellmann auch in den Bereichen Verwaltung, Projektmanagement und Kommunikation. Die Gemeinde und die Behörden müssten schneller, effizienter und transparenter werden – und die elektronischen Abläufe forcieren. «Wir müssen ja heute noch für die Post ins Gemeindehaus gehen, das ist doch nicht mehr zeitgemäss.» Nötig seien auch eine bessere Führung und das vermehrte Delegieren von Aufgaben in der Verwaltung: «Da liegt noch viel Potenzial brach.» Um die Bevölkerung für grosse Projekte wie etwa die Abgabe des Beugi-Areals im Baurecht zu gewinnen, müsse vorab die frühe Einbindung aller wichtigen Partner besser werden.

Wo er sich im Vorteil sieht

Und warum fahren die Zolliker besser, wenn sie ihn statt seines Herausforderers wählen? Dazu Fellmann: «Weil ich schon zwei Ressorts geführt und viel mehr Amtserfahrung habe. Zudem ­habe ich grosse Projekte nicht nur angestossen, sondern erfolgreich abgeschlossen.» Sascha Ullmann müsse zuerst mal beweisen, dass er das auch könne, zum Beispiel mit dem Fohrbach-Projekt. Darum bleibe er besser Gemeinderat: «Die Bevölkerung erwartet von ihm, dass er seine Verantwortung wahrnimmt und zu hängigen Dossiers konkrete Projekte umsetzt.»

Erstellt: 03.04.2018, 09:46 Uhr

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